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Deutsche Biathleten gehen leer aus

Die Single-Mixed-Staffel gehört erstmals zum WM-Programm. Die Trainer fremdeln noch mit dem neuen Format.

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Die Biathleten Johannes Thingnes Bö und Marte Olsbu Roeiseland aus Norwegen sind die ersten Single-Mixed-Staffel-Weltmeister.
Die Biathleten Johannes Thingnes Bö und Marte Olsbu Roeiseland aus Norwegen sind die ersten Single-Mixed-Staffel-Weltmeister. ©  dpa/Sven Hoppe

Östersund.  Auch die letzte Schnellfeuereinlage von Erik Lesser reichte nicht. Am Ende fehlten 10,5 Sekunden zur Bronzemedaille. Bei der Premiere der Single-Mixed-Staffel mussten sich der Thüringer und Verfolgungs-Weltmeisterin Denise Herrmann bei der Biathlon-WM im schwedischen Östersund mit dem undankbaren vierten Platz zufrieden geben. "Wir haben keinen schlechten Job gemacht, wenn wir Vierter sind. Ich bin sehr zufrieden", sagte Lesser.

Während er bei seinen vier Schießeinlagen fehlerfrei blieb, benötigte die Oberwiesenthalerin sechs Extra-Patronen. "Für eine Medaille waren es ein, zwei Nachlader zu viel. In dem Feld darf man sich keinen Nachlader leisten", sagte sie. In der Loipe konnte die ehemalige Skilangläuferin problemlos mithalten. Am Schießstand verlor sie die entscheidenden Sekunden. "Die räuchern da neben dir die Schüsse raus, dass es nur so knallt. Da ist man mehr unter Stress", sagte die Sächsin.

Damit bleibt es dabei: Bisher konnte noch kein deutsches Duo eine Single-Mixed-Staffel gewinnen. "Das war dennoch eine sehr gute Leistung von den Beiden, tadellos. Es entscheiden Nuancen. Deswegen sind wir aber nicht unzufrieden mit der Platzierung", sagte Bundestrainer Mark Kirchner.

So trugen sich die Norweger Marte Olsbu Röiseland und Johannes Thingnes Bö als Premieren-Weltmeister in die Biathlon-Annalen ein. Auch sie leisteten sich sechs Nachlader, hatten aber am Ende 13,4 Sekunden Vorsprung vor den Italienern Dorothea Wierer und Lukas Hofer (fünf Nachlader). Rang drei sicherten sich die Schweden Hanna Öberg und Sebastian Samuelsson (acht Nachlader/+ 20 Sekunden).

Eingeführt wurde die Single-Mixed-Staffel auch, um schwächeren Nationen mit wenigen Spitzen-Biathleten eine WM-Medaillen-Chance zu geben. Doch bei der Premiere auf großer Bühne "hat jedes Team voll aufmunitioniert mit der besten Mannschaft", sagte Lesser.

Herrmann verliert Zeit am Schießstand

Herrmann erfuhr am Mittwoch drei Tage nach ihrem ersten WM-Titel von ihrem Einsatz. Dabei ist der neue Wettbewerb sehr schießlastig und bevorteilt schnelle, sichere Schützen. Das ist sie gut drei Jahre nach ihrem Umstieg vom Skilanglauf zum Biathlon aber noch nicht.

"Da muss ich mich noch verbessern", sagte Herrmann, die immer wieder ihren Rückstand auf der Strecke aufholte. "Ich habe mein Heil in der Flucht gesucht." Dann aber - im Vergleich zur Konkurrenz - brauchte sie zu lange beim Schießen. "Und auf den kurzen Laufstrecken kann man nicht mehr so viel gut machen."

Einen Tag nach dem Einzel-Gold seines Zimmerkollegen Arnd Peiffer, bei dem Lesser durch seinen einzigen Fehler im letzten Schießen Silber aus der Hand gab, war der Frankenhainer extrem motiviert. Nach weiteren Nachladern von Herrmann ging er als Vierter 14,5 Sekunden hinter Norwegen in seinen zweiten Rennabschnitt. Weil aber die Konkurrenz beim finalen Schießen nicht entscheidend patzte, war seine letzte Schnellfeuereinlage zu wenig. Zwar hatte der 30-Jährige mit knapp sieben Sekunden Rückstand auf Samuelsson am steilen Anstieg noch Hoffnung auf Bronze, "weil er nicht mehr so frisch aussah. Aber ich habe dann später gemerkt, dass es nicht mehr reicht."

Nach dem Ruhetag am Freitag geht es am Sonnabend mit den Staffeln der Frauen ab 13.15 Uhr und Männer ab 16.30 Uhr (ZDF und Eurosport) weiter, bevor am Finaltag der Titelkämpfe die spektakulären Massenstart-Rennen auf dem Programm stehen. Bisher gewannen die deutschen Skijäger in Schweden in acht Rennen fünf Medaillen. (dpa)