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Deutsche Kunstschau in Dresden

Das Ende der Nazizeit 1945 war auch für die Kunst befreiend. Doch schon bald gab es neue ideologische Vorgaben.

Von Ralf Hübner

Mit einer Feierstunde im Großen Haus der Staatstheater ist vor 65 Jahren am 1. März 1953 die Dritte Deutsche Kunstausstellung eröffnet worden. DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl hielt eine Ansprache, die Staatskapelle Dresden unter Franz Konwitschny spielte Wagner und Beethoven.

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420 Künstler – unter ihnen 128 aus Westdeutschland – stellten ihre Werke in dem wiedererbauten Albertinum aus. Die DDR-Presse feierte die Kunstschau als Sieg des sozialistischen Realismus. Die Ausstellung wurde von Ende April bis zum 25. Mai verlängert. Verglichen mit der Ersten und Zweiten Kunstausstellung 1946 und 1949 war das Interesse mit rund 200 000 Besuchern deutlich größer. Allerdings wurden diesmal durch die Kulturkommissionen der Betriebe und den Freien Deutschen Gewerkschaftsbund die Ausstellungsbesuche von Werktätigen planmäßig organisiert.

Die Erste Allgemeine Deutsche Kunstausstellung 1946 hatte vor allem den während des Nationalsozialismus als „entartet“ verfemten Künstlern gegolten. Die zweite Ausstellung 1949 zeigte Werke, die nach 1945 in den vier Besatzungszonen entstanden waren. Die Ausstellungen wurden später alle fünf Jahre in Dresden durchgeführt. Anfangs gesamtdeutsch angelegt, präsentierten sie zunehmend die offiziell anerkannte bildende Kunst der DDR und wurden so 1972 zur Kunstausstellung der DDR. Zur zehnten und letzten Ausstellung 1987 kamen rund 1,1 Millionen Besucher.

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