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Wir wollen nicht weniger arbeiten

Mehr Freizeit zu haben, schein für die Deutschen nicht so wichtig zu sein. Sie wollen heute genauso viel arbeiten wie früher. Auch bei Jüngeren sehen Arbeitsmarktforschern diesen Trend.

© Symbolfoto: Frank Rumpenhorst/dpa

Nürnberg. Die Deutschen wollen nach Erkenntnissen von Arbeitsmarktforschern heute genauso viel arbeiten wie früher. Einen großen Trend zur Freizeit könnten sie anhand von Befragungsdaten nicht erkennen, schreiben Enzo Weber und Franziska Zimmert vom Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in einer neuen Studie - auch bei jüngeren Menschen nicht. Frauen mit einem Teilzeitjob wollten heute sogar etwas mehr arbeiten: 26 statt - wie noch 1985 - 22 Stunden pro Woche.

Die Arbeitswelt habe sich zwar verändert; der Alleinverdienerhaushalt gehöre weitgehend der Vergangenheit an. Und viele Beschäftigte wünschten sich daher im Lauf ihres Lebens mehr Flexibilität bei ihrer Arbeitszeit. „Man sollte dabei nur nicht davon ausgehen, dass die Menschen heute generell weniger arbeiten möchten“, schreiben die Forscher. Gerade die Jüngeren mit Teilzeitstellen würden zu Beginn ihres Erwerbslebens häufig gerne mehr arbeiten.

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Für ihre Untersuchung haben die Forscher Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) zu Arbeitszeitwünschen von Angestellten, Arbeitern und Beamten zwischen 1985 und 2016 ausgewertet. Die Beschäftigten wurden jährlich zu ihrer bevorzugten Wochenarbeitszeit in Stunden befragt. Dabei sollten sie bedenken, dass sie bei weniger Arbeit auch weniger verdienen würden.

Bei allen Beschäftigten zeigte sich in den vergangenen Jahren bei der gewünschten Arbeitszeit tatsächlich ein Trend nach unten. Dies liege aber schlicht daran, dass heute mehr Frauen arbeiten und diese im Schnitt deutlich kürzere Arbeitszeiten wünschen als Männer, erklären Weber und Zimmert.

Sowohl Männer als auch Frauen, die einen Vollzeitjob haben, wollen heute ungefähr genauso viel arbeiten wie früher. 1985 gaben die Frauen hier 34 Arbeitsstunden pro Woche an, 2016 waren es 36. Bei den Männern blieb die gewünschte Stundenzahl pro Woche bei 39.

Vor allem jüngeren Menschen wird häufig nachgesagt, dass sie heute mehr Wert auf Freizeit legen und weniger arbeiten wollen. Gerade Frauen unter 25 Jahren wollen auch tatsächlich weniger arbeiten, sagen die Forscher: Seit 2009 sind deren Arbeitszeitwünsche um fünf Stunden zurückgegangen. Dafür gebe es aber eine einfache Erklärung: Es gibt immer mehr Studentinnen, und diese wollen normalerweise nur wenige Stunden arbeiten, meist in Minijobs. (dpa)