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Deutsche wünschen sich Hillary

Die Bundesbürger haben einer Umfrage zufolge eine eindeutige Favoritin bei den bevorstehenden Wahlen in den USA.

© dpa

Berlin. Die Mehrheit der Deutschen wünscht sich einer Umfrage zufolge die Demokratin Hillary Clinton als nächste US-Präsidentin. Laut der Erhebung des Meinungsforschungs-Instituts Emnid für „Bild am Sonntag“ halten 74 Prozent Clinton potenziell für die bessere US-Präsidentin, während nur 8 Prozent für den republikanischen Präsidentschaftsbewerber Donald Trump sind.

Im US-Bundesstaat Iowa findet am 1. Februar die ersten Vorwahl im Präsidentschaftswahlkampf statt. Clinton liegt in den Umfragen bei den Demokraten etwa gleichauf mit ihrem Mitbewerber Bernie Sanders. Bei den Republikanern liegt der Immobilienunternehmer Trump in Umfragen vorne, gefolgt von seinem erzkonservativen Kontrahenten Ted Cruz aus Texas. (dpa)

Aussichtsreiche Bewerber beider Parteien

REPUBLIKANER:

DONALD TRUMP (69): Er schmeißt mit reißerischen Parolen um sich und beherrscht damit nicht nur die Schlagzeilen, sondern auch die Umfragen. Ein politisches Amt bekleidete der Immobilienunternehmer noch nie, ist aber als Parteispender in Erscheinung getreten. Er unterstützte sowohl Republikaner als auch Demokraten. Im Jahr 2000 gewann er die Vorwahlen in Kalifornien. Der in New York lebende Investor hat fünf Kinder aus drei Ehen. Trump liegt zwar - auch dank geschickter Medienauftritte - in Umfragen des Vorwahlkampfes weit vorne, er polarisiert aber auch stark, etwa beim Thema Migration.

TED CRUZ (45): Er war schon mit kaum 30 Jahren als Wahlkampfberater für George W. Bush tätig. 2012 wurde der Jurist für Texas in den US-Senat gewählt. Er steht der Tea Party nahe, ist unter anderem gegen Abtreibung und schärfere Waffengesetze. Für den Mainstream könnte er zu stark polarisieren, allerdings hat er großen Rückhalt bei den konservativen Christen und bei der Waffenlobby, beide Interessengruppen haben großen Einfluss. Cruz wurde in Kanada als Sohn einer US-Amerikanerin geboren. Manche - etwa Trump - stellen deshalb infrage, ob er überhaupt Präsident werden könne.

MARCO RUBIO (44): Der Sohn kubanischer Einwanderer buhlt vor allem um die wichtigen Stimmen der Latinos. Rubio studierte Jura und wurde schon mit 28 Jahren in das Parlament von Florida gewählt. Dort arbeitete er unter anderem auch mit dem damaligen Gouverneur Jeb Bush zusammen - seinem jetzigen Rivalen. 2010 wurde Rubio für Florida in den US-Senat gewählt. Er fordert eine umfassende Einwanderungsreform und lehnt die Annäherung zwischen Havanna und Washington vehement ab.

JOHN KASICH (63): Er hat auf verschiedenen politischen Ebenen Erfahrungen gesammelt. Er kam jung in den Senat von Ohio, war dann dort Abgeordneter und schließlich in dieser Funktion auch in Washington. 18 Jahre lang saß Kasich im Kongress, machte sich dort als Vorsitzender des Haushaltsausschusses einen Namen - etwa als er gemeinsam mit dem damaligen Präsidenten Bill Clinton einen Plan zum Abbau des Haushaltsdefizits auf den Weg brachte. Der Gouverneur Ohios gilt als sehr konservativ. Er stammt aus einem wichtigen sogenannten „swing state“ und wird als Geheimtipp gehandelt. In „swing states“ ist der Ausgang der Abstimmung nicht von vornherein klar.

JEB BUSH (62): Als Sohn von US-Präsident George Bush und Bruder des Präsidenten George W. Bush wäre Jeb im Falle einer Wahl der dritte Bush im Oval Office. Von 1998 bis 2006 war er Gouverneur Floridas, danach Unternehmer. Bush ist stramm konservativ, aber nicht populistisch. Er galt anfangs als klarer Favorit bei den Republikanern, wirkte aber in den TV-Debatten mit seinen Konkurrenten leidenschaftslos. Er bräuchte dringend messbaren Erfolg, um noch zu punkten.

DEMOKRATEN:

HILLARY CLINTON (68): 2008 unterlag sie Barack Obama in den innerparteilichen Vorwahlen. Der machte sie später zu seiner Außenministerin. Dieses Mal galt die Ehefrau von Ex-Präsident Bill Clinton lange als Top-Favoritin bei den Demokraten. In letzter Zeit hat dieses Bild Risse bekommen. Clinton erhält überraschend viel Gegenwind von ihrem Kontrahenten Bernie Sanders. Im Vergleich aller Bewerber beider Parteien ist sie dennoch die einzige, die sich international Anerkennung erworben hat.

BERNIE SANDERS (74): Er ist der erfahrenste Parlamentarier im Rennen um das Präsidentenamt, 1990 wurde er erstmals ins Abgeordnetenhaus gewählt. Seit 2006 ist er Senator für den Staat Vermont. Sanders bezeichnet sich selbst als „demokratischer Sozialist“ und wurde lange als Außenseiter erachtet. Eine breite Basis kann er nicht auf sich vereinen. Aber er ist beliebt, vor allem bei jungen Menschen, und versteht es, Achtungszeichen zu setzen.

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