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Deutschland nimmt 10.000 zusätzliche Syrien-Flüchtlinge auf

Deutschland hat sich bereits zur Aufnahme von 10.000 syrischen Bürgerkriegsflüchtlingen bereit erklärt. Nun kommt ein weiteres Kontingent von nochmals 10 000 Menschen hinzu. Das haben die Innenminister vereinbart.

Bonn. Deutschland nimmt weitere 10.000 Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland Syrien auf. Darauf haben sich Bund und Länder verständigt, wie am Donnerstag aus Kreisen der Innenministerkonferenz (IMK) in Bonn verlautete.

Der Bund werde die Kosten für das gesamte Kontingent übernehmen, berichtete die Zeitung „Die Welt“. Im Gegenzug werden die Länder die möglichen Krankenkosten für Syrer tragen, die in Deutschland bei Familienangehörigen Zuflucht suchen.

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Derzeit leben etwa 40.000 syrische Bürgerkriegsflüchtlinge in der Bundesrepublik. Der weit überwiegende Teil ist allerdings als Asylbewerber gekommen und nicht über die schon bestehenden Bundesprogramme.

„Das ist die humanitäre Katastrophe unseres Jahrzehnts“

Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD), der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, hatte vor Beginn der Konferenz über die Flüchtlinge aus Syrien gesagt: „Das ist die humanitäre Katastrophe unseres Jahrzehnts.“ Die beiden bisherigen Bundesprogramme zur Aufnahme von insgesamt 10.000 Flüchtlingen seien zu wenig.

Die innenpolitische Sprecherin der Linken, Ulla Jelpke, nannte den Beschluss der Innenministerkonferenz vom Donnerstag „lange überfällig“. Die Innenminister und das Auswärtige Amt müssten nun auch die notwendigen Schritte zu einem deutlich beschleunigten Aufnahmeverfahren einleiten. Jelpke kritisierte zugleich: „Der Beschluss bleibt weit hinter dem Bedarf zurück.“

Die rheinland-pfälzische Integrationsministerin Irene Alt (Grüne) begrüßte die Entscheidung: „Damit zeigt sich Deutschland deutlich großzügiger als bei den ersten beiden Bundeskontingenten.“

Bereits vor Beginn der Tagung am Mittwochabend hatte sich eine breite Mehrheit der Länder für ein größeres Engagement ausgesprochen. Vor allem Bayern und Hessen hatten aber eine genaue Klärung der Kostenverteilung zwischen Bund und Ländern gefordert.

Auch die Grünen-Bundesvorsitzende Simone Peter hatte einen stärkeren Einsatz Deutschlands verlangt. Die Bürgerkriegsflüchtlinge bräuchten eine sichere Einreise in die EU. Die Bundesregierung solle sich für ein gemeinsames europäisches Aufnahmeprogramm einsetzen. (dpa)