merken
Politik

Deutschland nimmt unbegleitete Kinder auf

Nächste Woche sollen die ersten 50 Kinder aus griechischen Flüchtlingslagern kommen. Sie müssen zunächst in Quarantäne.

Ein kleines Mädchen steht am Stacheldrahtzaun in einem provisorischen Zeltlager auf Lesbos.
Ein kleines Mädchen steht am Stacheldrahtzaun in einem provisorischen Zeltlager auf Lesbos. © Angelos Tzortzinis/dpa

Berlin. Deutschland wird voraussichtlich in der kommenden Woche die ersten 50 unbegleiteten Minderjährigen aus den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln aufnehmen. Das entschied das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin. 

Die ersten zwei Wochen nach der Einreise werden sie in Corona-Quarantäne in Niedersachsen verbringen. Anschließend sollen sie auf mehrere Bundesländer verteilt werden. Außer Deutschland ist aufgrund der Corona-Pandemie derzeit nur Luxemburg bereit, junge Migranten aus den überfüllten informellen Lagern zu holen. 

Anzeige
Heuschnupfen? Das kann helfen
Heuschnupfen? Das kann helfen

Die Symptome sind lästig und vielfältig. Doch mit der richtigen Beratung kann die Pollenzeit problemlos überstanden werden.

Weitere Staaten, die ursprünglich Hilfe zugesagt hatten, machen den Zeitpunkt der Aufnahme jetzt von einem Rückgang der Zahl der Corona-Infizierten abhängig. Deutschland will in nächster Zeit noch mehr Minderjährige aus Griechenland aufnehmen. 

Der Koalitionsausschuss von Union und SPD hatte im März beschlossen, im Rahmen der EU-Partner Griechenland einen Anteil von insgesamt etwa 1000 bis 1500 Kindern nach Deutschland zu holen und zu betreuen. Es handelt sich laut dem  Koalitionsbeschluss um Kinder, die schwer erkrankt oder unbegleitet und jünger als 14 Jahre sind.

Laut Innenministerium haben sich auch Frankreich, Luxemburg, Portugal, Irland, Finnland, Kroatien, Litauen, Belgien und Bulgarien bereiterklärt, Kinder und Jugendliche aufzunehmen.  

Die Zusage von Bundesinnenminister Horst Seehofer sei "längst überfällig und zugleich ein Tropfen auf den heißen Stein", sagte die Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne). (dpa)

Mehr zum Thema Politik