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Deutschland schaut auf Schloss Promnitz

Das Magazin „Monumente“ widmet dem gefährdeten Objekt einen sechsseitigen Beitrag. Das weckt Hoffnungen.

© Sebastian Schultz

Von Christoph Scharf

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Wir sind Meister. Wir können das. 

33 Frauen und 242 Männer sind unter den frisch gebackenen Meisterabsolventen der Handwerkskammer Dresden und damit Aushängeschild der „Wirtschaftsmacht von nebenan“.

Zeithain. Der Magdeburger Dom, die Glienicker Brücke in Potsdam, eine Holländerwindmühle an der Nordseeküste: Ein Blick in das Magazin „Monumente“ zeigt, wo die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits geholfen hat. Nun hat es Schloss Promnitz in das prominente Magazin geschafft: Ganze sechs Seiten in der Rubrik „Denkmal in Not“ sind dem Objekt an der Elbe gegenüber von Riesa gewidmet.

Neun Fotos zeigen, wie es aktuell um Schloss Promnitz steht, „wo für August den Starken der Himmel brannte“ – so die Überschrift. Die nimmt Bezug auf das Feuerwerk, das 1730 zum Abschluss des Zeithainer Lustlagers am Elbufer zwischen Promnitz und Riesa gezündet wurde. Während damals August der Starke und Hoheiten aus ganz Europa zusahen, wirkt das Schloss heute ruinös: Die Bilder im Magazin zeigen nasse Innenwände, von denen der Putz abgefallen ist, verrostete Ziergitter an den Fenstern, freiliegendes Mauerwerk unter eingeworfenen Fensterscheiben.

Aber die Fotos eines Bonner Fotografen belegen auch, dass es vorangeht: Da wurde eine neue Balkendecke eingezogen, hier ein Gerüst aufgebaut, dort ein Saal mit Stühlen möbliert. Davor lächeln zuversichtlich die Männer und Frauen des „harten Kerns“ des Kultur- und Schlossfördervereins in die Kamera.

„Wir sind aktiv dabei, Förderer zu finden und eine größere Öffentlichkeit zu erreichen“, sagt Wolf-Nicol von Wolffersdorff, der sich über Kontakte an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz gewandt hat. Mittlerweile habe seine Familie den Kaufvertrag für das Objekt unterschrieben, so dass nun auch formal „alles in geordneten Bahnen“ läuft. Jetzt habe man das gute Gefühl, dass es mit Promnitz vorangehe. Die öffentliche Hand habe Fördermittel für zwei Notsicherungen genehmigt. Allerdings hänge da der Punkt Eigenmittel dran – und da hoffe man auf Spenden durch die neue Publikation. Denn der Beitrag erscheint nicht nur deutschlandweit in einem Magazin mit einer Auflage von mehr als 180 000 Exemplaren, sondern ist auch online verfügbar. Und stets gehört ein prominent platzierter Spendenaufruf dazu.

Darauf ruht man sich beim Verein aber nicht aus: Immer wieder gibt es Veranstaltungen im Schloss – etwa Adventsmärkte, Führungen zum Tag des offenen Denkmals, Beiträge zum Riesaer Stadtfest. Gleichzeitig habe man vom Bund fünf Stellen für Langzeitarbeitslose genehmigt bekommen. Vier davon sind bereits besetzt. Die Teilnehmer verrichten auf Schloss Promnitz notwendige Arbeiten, erhalten dabei Betreuung und Zeugnisse, um so später bessere Chancen auf dem regulären Arbeitsmarkt zu haben.

Auch die Reparatur des jüngsten Schadens geht voran: Wo im Herbst ein Sturm einen Sandsteingiebel aus der Spätrenaissance herab wehte, wurden schon wieder neue Balken montiert. „Unser großes Ziel bleibt: In zwölf Jahren wollen wir das Schloss so weit wiederhergestellt haben, dass man dort wieder feiern kann“, sagt Wolf-Nicol von Wolffersdorff. Dann steht das 300-jährige Jubiläum des Zeithainer Lustlagers unter August dem Starken an.

www.sz-link.de/promnitz