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Sport

Deutschland scheitert an Tschechien

Die Eishockey-Auswahl hält das Viertelfinale bis zum Schlussdrittel offen und verliert am Ende zu deutlich. Am Erfolg dieser WM ändert das nichts.

Torhüter Philipp Grubauer sieht bei zwei Gegentreffern nicht gut aus und steht zum Schluss auf verlorenem Posten. © dpa/Monika Skolimowska

Bratislava. Trotz eines lange Zeit starken Auftritts und großen Kampfes haben die deutschen Eishockey-Männer den Viertelfinal-Coup bei der Weltmeisterschaft gegen Tschechien verpasst. Nach dem am Ende zu deutlichen 1:5 (0:0, 1:1, 0:4) am Donnerstagabend in Bratislava belegt das Team von Bundestrainer Toni Söderholm den sechsten Platz - das beste WM-Ergebnis seit dem vierten Rang bei der Heim-WM 2010. Dazu kommt die Qualifikation für die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking. Ein Tor von Frank Mauer in der 38. Minute genügte gegen den zwölffachen Weltmeister nicht zur möglichen Sensation.

"Wir waren dicht dran. Umso trauriger ist es gerade", betonte Kapitän Moritz Müller. "Wir haben alle das Gefühl gehabt in der zweiten Drittelpause, dass sehr viel mehr drin ist." Leon Draisaitl erklärte: "Wir haben den größten Teil des Spiels relativ solide agiert."

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Stattdessen trifft jetzt Tschechien am Sonnabend im Halbfinale auf Kanada. Für den Favoriten trafen erst Jan Kovar (34.) und Jakub Voracek (45.). Als Deutschland sich am Schluss gegen das WM-Aus stemmte, schlug der Favorit durch Dominik Kubalik (52.), Ondrej Palat (54.) und erneut Kovar (60.) eiskalt zu. Bei zwei Gegentreffern sah Philipp Grubauer im deutschen Tor nicht gut aus. "Wir alle wollten den großen Traum wahr werden lassen. Wir haben zu viel zugelassen", sagte Moritz Seider.

Dadurch bleibt es auch bei der elften WM-Viertelfinal-Teilnahme Deutschlands bei einem Sieg seit der Einführung 1992. 2010 erreichte Deutschland bei der Heim-WM unter dem damaligen Bundestrainer Uwe Krupp das Halbfinale. "Wir haben schon unheimlich viel erreicht", meinte er und zeigte sich beeindruckt von Söderholms Arbeit: "Top. Er macht einen Riesenjob."

Der Finne führte Deutschland bei seiner ersten WM als Bundestrainer zur besten Vorrunde aller Zeiten mit fünf Erfolgen aus sieben Duellen geführt. Nach dem 4:2 am Dienstagabend gegen seine Heimat Finnland ging seine Mannschaft selbstbewusst in die Partie gegen den zwölffachen Weltmeister. "Wir sind bereit für weitere Aufgaben", sagte Müller.

Für einen Angreifer endet das Duell schmerzhaft

Wie erwartet machten die Tschechen von etwa 5000 Fans in der Ondrej-Nepela-Arena nach vorn gepeitscht zu Beginn mächtig Druck. Bereits in der zweiten Minute schob Kovar den Puck am schon geschlagenen Grubauer und am Tor vorbei.

Rund zehn Minuten musste die deutsche Auswahl überstehen. Dann konnte sie auch gegen die Tschechen den von Söderholm geforderten neuen, offensiveren Stil durchziehen. In der zwölften Minute war Leon Draisaitl erstmals durch, fuhr allein auf das tschechische Tor zu und scheiterte an Patrik Bartosak.

In der Abwehr half die Rückkehr von Moritz Seider. Er war beim 3:2-Vorrundensieg gegen WM-Gastgeber Slowakei am 15. Mai von Ladislav Nagy übel von hinten gegen die Bande gescheckt worden. "Ja, ich glaube er wollte schon früher spielen", betonte Söderholm. Doch er wollte bei ihm kein Risiko eingehen. "Er bringt uns viel Qualität", erklärte Söderholm. In der Tat überzeugte der 18-Jährige erneut mit seiner für sein Alter beeindruckenden Ruhe.

Problematisch war dagegen erneut das ungenügende Überzahlspiel Deutschlands. Die wenigen Strafzeiten der Tschechen nutzte die DEB-Auswahl nicht ansatzweise zu gefährlichen Situationen. Die Tschechen hingegen gingen nach gut einer halben Stunde ein bisschen glücklich in Führung. Draisaitl verlor im Angriff den Puck, und der ansonsten erneut souveräne Grubauer ließ den nicht wirklich gefährlichen Schuss Kovars passieren. Mauer glich zwar kurz vor dem Ende des Mittelabschnitts aus, aber im Schlussdrittel machten die Tschechen noch einmal entscheidend Druck.

Beim Abstauber von Voracek war Grubauer machtlos. Kubalik und Palat sorgten für die Entscheidung. Somit stand im 45. WM-Spiel gegen Tschechien die 36. Niederlage. Zuletzt gewann Deutschland vor zwölf Jahren mit 2:0. Stürmer Markus Eisenschmid verletzte sich laut DEB im Schlussdrittel an der Schulter. (dpa)