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Deutschland & Welt

Bevölkerungszahl in Deutschland stagniert

Die Anzahl der Deutschen ist im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit 2011 nicht gewachsen. Allerdings legt die Zahl der Hochbetagten zu.

Die Zahl älterer Menschen wuchs auch im vergangenen Jahr weiter weiter.
Die Zahl älterer Menschen wuchs auch im vergangenen Jahr weiter weiter. © dpa/Stephan Scheuer

Wiesbaden. Die Bevölkerung in Deutschland ist erstmals seit fast zehn Jahren nicht gewachsen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden lebten zum Jahresende 2020 hierzulande 83,2 Millionen Menschen, das entspricht nahezu dem Vorjahresniveau (minus 12.000). Zuvor - also in den Jahren 2011 bis 2019 - war die Einwohnerzahl demnach kontinuierlich von 80,3 Millionen auf 83,2 Millionen gewachsen.

Für diese Entwicklung im Corona-Jahr nannten die Statistiker am Montag zwei Gründe: So sei zum einen die Nettozuwanderung von 294.000 (2019) auf 209.000 (2020) zurückgegangen. Zum anderen habe die Differenz zwischen Todesfällen und Geburten weiter zugenommen: So starben im vergangenen Jahr 212.000 Menschen mehr als Kinder geboren wurden. 2019 lag dieses Geburtendefizit noch bei 161.000.

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Zahl der Hochbetagten wächst

Die Zahl älterer Menschen wuchs zugleich weiter: Die Zahl der Hochbetagten ab 80 Jahren nahm binnen Jahresfrist um 4,5 Prozent auf 5,9 Millionen zu. Die Zahl der Seniorinnen und Senioren (60 bis 79 Jahre) erhöhte sich leicht auf 18,2 Millionen (plus 0,5 Prozent). Dagegen nahm die Zahl der Menschen zwischen 20 und 59 Jahren um 0,4 Prozent ab und betrug rund 43,7 Millionen. Nahezu unverändert blieb die Zahl der rund 15,3 Millionen Kinder und Jugendlichen. Insgesamt erhöhte sich das Durchschnittsalter der Bevölkerung um 0,1 auf 44,6 Jahre.

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Regional zeigten sich Unterschiede bei der Bevölkerungsentwicklung: Berlin und Nordrhein-Westfalen verzeichneten einen Rückgang von 5.000 beziehungsweise 22.000 Menschen, nachdem die Bevölkerung in den Vorjahren dort noch gewachsen war. "Neben der verminderten Zuwanderung aus dem Ausland war dabei für Berlin zusätzlich eine verstärkte Abwanderung in andere Bundesländer ursächlich", hieß es. So wuchs beispielsweise die Bevölkerung in Brandenburg um 9.000 und in Mecklenburg-Vorpommern um 3.000. Am stärksten stiegen die Zahlen in Bayern (plus 15.000) und Niedersachsen (plus 10.000). (dpa)

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