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Leben und Stil

Das erste Mal passiert später

Mit dem ersten Sex lassen sich Jugendliche heutzutage mehr Zeit als früher. Beim Thema Verhütung setzen immer weniger Paare auf die Pille.

© Christin Klose/dpa

Berlin. Jugendliche in Deutschland erleben das erste Mal Sex heute später als noch vor zehn Jahren. Das geht aus einer Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unter mehr als 6.000 14- bis 25-Jährigen und ihren Eltern hervor. "Annahmen, wonach immer mehr junge Menschen immer früher sexuell aktiv werden, bestätigen sich nicht", erläutert die Leiterin der BZgA, Heidrun Thaiss.

In der Umfrage, die im Sommer und Herbst 2019 erfolgte, gaben zum Beispiel 13 Prozent der 15-jährigen Mädchen und zehn Prozent der gleichaltrigen Jungen an, bereits Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. 2009 waren es mit 21 und 17 Prozent noch deutlich mehr. Auch in der Altersgruppe der 14- und 16-Jährigen Jungen und Mädchen ist den Angaben zufolge in den vergangenen zehn Jahren der Anteil der sexuell aktiven Jugendlichen gesunken.

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Kondome statt Pille

Gefragt nach den Gründen für die Zurückhaltung, gaben mehr als die Hälfte (55 Prozent) der 14- bis 17-Jährigen an, den oder die Richtige noch nicht gefunden zu haben. 41 Prozent fanden sich selbst zu jung. Im Alter von 17 Jahren berichteten dann mehr als zwei Drittel der Mädchen mit deutscher Herkunft, bereits Sex gehabt zu haben. Bei den Jungen waren es 64 Prozent. Bei Mädchen und Jungen mit ausländischen Wurzeln ist der Anteil geringer: 37 und 59 Prozent.

In Sachen Verhütung vertrauen die meisten Jugendlichen beim ersten Mal auf Kondome (77 Prozent), 9 Prozent verhüten gar nicht. Die Pille nutzen nur noch 30 Prozent, 2014 waren es noch 45 Prozent. Als möglichen Grund nennen die Sexualforscher die Beobachtung, dass Mädchen die Verträglichkeit der Pille heute schlechter beurteilen als noch vor fünf Jahren. Die Wahl der Verhütungsmethode sei auch eine Frage der Bildung: Fast 20 Prozent der Jugendlichen mit geringerer Bildung verzichteten beim ersten Mal auf jeglichen Schutz.

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Aufklärung findet der Studie zufolge vor allem zu Hause und in der Schule statt. "Eltern sind für ihre Kinder nach wie vor wichtige Vertrauenspersonen und zentrale Beratungsinstanz auch in Fragen rund um Sexualität und Verhütung", erläutert Thaiss. Knapp 70 Prozent der Jugendlichen nannten Lehrer und Lehrerinnen als wichtige Informationsquelle. (dpa)

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