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Der "Tatort" wird 50 - so wird die Jubiläumssaison

Die Krimi-Reihe bietet neue Teams, Doppelgänger und ungeahnte Positionen für Boerne & Thiel. Ein Überblick.

Jüngst abgedreht ist der 38. Krimi aus Münster: „Es lebe der König“. Jan Josef Liefers (r.) als Karl-Friedrich Boerne und Axel Prahl als Frank Thiel ermitteln auf einer Wasserburg.
Jüngst abgedreht ist der 38. Krimi aus Münster: „Es lebe der König“. Jan Josef Liefers (r.) als Karl-Friedrich Boerne und Axel Prahl als Frank Thiel ermitteln auf einer Wasserburg. © ARD

Durchwachsen, weil überfrachtet und mit dem österreichischen Dialekt teils unverständlich, ist vergangenen Sonntag die neue „Tatort“-Saison gestartet. Doch nach der Wiener Episode liefern sich bereits an diesem Sonntag die Frankfurter Ermittler in „Funkstille“ ein packendes Psychoduell mit einer zunächst Unverdächtigen. Es geht gut weiter. Die beliebteste Krimi-Reihe Deutschlands feiert schließlich Jubiläum. Am 29. November 1970 lief der erste „Tatort: Taxi nach Leipzig“ im Ersten.

Noch 35 Erstausstrahlungen bietet die Festsaison bis Juli 2021. Es wird ebenso spannend wie skurril. Neue Ermittler nehmen den Dienst auf, Stars wie Til Schweiger und Maria Furtwängler setzen aus, Abschiede stehen an und ein Comeback. Geplant sind Jubiläums-Doppelfolgen und eine Miniserie. Das populäre Ensemble aus Münster ist mit mehreren Fällen dabei.

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Neue Ermittler

Als erstes neues Team starten am 18. Oktober Ermittler aus der Schweiz. Nach Bern und Luzern schicken die Eidgenossen mit Zürich ihre größte Stadt in den Kreis der „Tatort“-Familie. In „Züri brännt“ ermitteln die Juristin Grandjean und die Fallanalytikerin Ott. Der Fall führt ins Zürich der 80er-Jahre, eine Zeit von Jugendrevolten. Der zweite Fall, der 2021 ausgestrahlt werden soll, trägt den Titel „Schoggiläbe“ – was in etwa Schokoseite des Lebens bedeutet. Es geht um den Tod des Patrons eines Schokoladen-Imperiums.

Nachdem 2019 Sabine Postel und Oliver Mommsen beim Bremer „Tatort“ ausgestiegen sind, suchte der Sender eine neue Mannschaft. Im Frühjahr wird ein Trio im Einsatz sein: mit der angesagten Schauspielerin Jasna Fritzi Bauer („Jerks“, „Rampensau“) und dem internationalen Star aus Dänemark Dar Salim („Game of Thrones“, „Honig im Kopf“). Die beiden gehen mit Kollegin Luise Wolfram, die als BKA-Ermittlerin Selb bereits in fünf Bremer „Tatorten“ aktiv war, auf Verbrecherjagd.

„Tatort“-Novum

Noch bevor die neuen Polizisten in Bremen antreten, startet eine für die ARD-Mediathek produzierte sechsteilige Serie mit diesem „Tatort“-Team – Arbeitstitel: „How to Tatort“. Im Stil einer fiktionalen Dokumentation wird der Weg vom Casting bis zum Dreh mit satirischer Überspitzung nachgezeichnet. Dabei fehlt natürlich auch eine Leiche nicht.

Jubiläums-Doppelfolge

Das 50-jährige „Tatort“-Jubiläum selbst wird mit einer Doppelfolge begangen. An den aufeinanderfolgenden Sonntagen 29. November und 6. Dezember ermitteln die Münchner Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl) und die Dortmunder um den Chef Faber (Jörg Hartmann) erstmals gemeinsam – um Machenschaften einer Mafia-Familie aufzudecken.

Besonderheiten

Ein überraschendes Comeback gibt es in Mainz. Kinostar Heike Makatsch kehrt nach Jahren als Ellen Berlinger zum „Tatort“ zurück. Ihr Fall: „Blind Date“. Bislang war Makatsch im „Tatort“ nur zweimal, 2016 und 2018, in Oster-Specials zu sehen gewesen. Ein kleines Jubiläum feiern die Kölner Herren Ballauf und Schenk – gespielt von Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär. Sie lösen ihren 80. Fall. Erstmals waren sie im Oktober 1997 auf dem Bildschirm.

Skurril geht es wieder mal beim Wiesbadener Krimi zu, dem 9. mit Ulrich Tukur. In „Die Ferien des Monsieur Murot“ Ende November spielt der Star einen Doppelgänger, der nach einem gemeinsamen Rausch tot aufgefunden wird. Murot entscheidet, in das Leben seines Zwillings einzutauchen und undercover zu ermitteln. Dabei verliebt er sich zunehmend in den Gedanken, sein altes Leben zurückzulassen.

Geplante Irritationen

Neue Perspektiven gibt es im November bei der Mannschaft aus Münster zu erleben. Im 37. Fall „Limbus“ ringt Professor Boerne nach einem mysteriösen Autounfall mit dem Tod. Das bringt Kommissar Thiel um den Schlaf, und die Pathologie bekommt vorübergehend einen neuen, charismatischen, aber netten Chef. 

Boerne selbst macht auf der Intensivstation eine Nahtoderfahrung – und sieht noch einmal Kriminalkommissarin Nadeshda Krusenstern. Das mag Fans irritieren: Denn die war in einem Cross-over-„Tatort“ verschiedener Teams Anfang des Jahres von einem Kollegen erschlagen worden.

Sonderfolge auch vom „Polizeiruf“

Auch der „Polizeiruf 110“ feiert 50-jähriges Bestehen – allerdings erst im kommenden Jahr. Dann wird es unter anderem eine Sonderfolge aus Halle an der Saale geben, die derzeit produziert wird. Peter Kurth und Peter Schneider verkörpern darin die Kommissare Koitzsch und Lehmann, die in einem mysteriösen Mordfall ohne Verdächtige und Indizien ermitteln. 

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Der Film soll voraussichtlich im Mai 2021 ausgestrahlt werden. Bislang ist lediglich diese eine Folge aus der Saale-Stadt geplant, so der MDR. Der „Polizeiruf“ aus Magdeburg mit Claudia Michelsen in der Rolle der Kommissarin Brasch werde weiter produziert und auch im kommenden Jahr zu sehen sein. Der erste „Polizeiruf 110“ war im Juni 1971 im DDR-Fernsehen ausgestrahlt worden.

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