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Deutschland & Welt

Deutsche ziehen Karibik der ISS vor

Ins Weltall fliegen und die Erde mal längere Zeit aus völlig anderer Perspektive sehen. Was wie ein Traum klingt, lässt die meisten Deutschen nach wie vor kalt.

Einer Umfrage zufolge würden 79 Prozent der Deutschen lieber sechs Monate in der Karibik verbringen als sechs Monate auf der ISS.
Einer Umfrage zufolge würden 79 Prozent der Deutschen lieber sechs Monate in der Karibik verbringen als sechs Monate auf der ISS. © dpa

Berlin. Wenn der deutsche Astronaut Matthias Maurer Ende Oktober zur Raumstation ISS aufbricht, würden offenbar nur wenige Menschen mit ihm tauschen mögen. Zumindest ziehen die meisten ein anderes Ziel vor: 79 Prozent würden lieber sechs Monate in der Karibik verbringen als sechs Monate auf der ISS, nur 11 Prozent bevorzugen die Raumstation. Das ergab eine repräsentative Online-Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov unter 2053 Menschen. Die Antwort fällt noch deutlicher aus als bei einer entsprechenden Umfrage im Jahr 2018, in dem Alexander Gerst zu seiner zweiten ISS-Mission startete: Damals hatten bei einer YouGov-Umfrage 70 Prozent die Karibik vorgezogen.

Vor allem die Älteren zeigten sich erdverbunden. 85 Prozent der Befragten über 55 Jahren ziehen die Karibik einem Weltraumabenteuer vor - bei den 18- bis 24-Jährigen sind es 68 Prozent. Was die Aussichten für einen künftigen Urlaub im All anbelangt, äußerten sich die Befragten etwas weniger skeptisch als vor drei Jahren: 45 Prozent gaben an, dass dies in 20 Jahren nicht möglich sein wird (2018: 50 Prozent). 36 Prozent gehen von einer außerirdischen Erweiterung potenzieller Urlaubsziele aus (2018: 27 Prozent). Die übrigen Teilnehmer waren unentschlossen oder gaben keine Auskunft. Bislang waren nur wenige superreiche Privatleute zu einer Stippvisite auf der ISS zu Gast, möglich sind inzwischen aber Kurzflüge ins All mit den Unternehmen Blue Origin, SpaceX und Virgin Galactic.

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Ein deutlicher Unterschied zwischen den Geschlechtern fand sich bei der Frage zur Sinnhaftigkeit der Forschung im All: Insgesamt fanden wie schon 2018 37 Prozent der Befragten, dass der deutsche Beitrag zur ISS von etwa 160 Millionen Euro jährlich gut angelegt ist. 46 Prozent könnten sich einen besseren Verwendungszweck vorstellen (2018: 41 Prozent). Unter den Befürwortern fanden sich mehr als doppelt so viele Männer wie Frauen (51 und 24 Prozent). 55 Prozent der Frauen und 37 Prozent der Männer sähen das Geld in anderen Forschungsbereichen besser angelegt.

Und wie halten es die Deutschen mit den Außerirdischen? Aufgeschlossen. Auf die Frage, ob es noch anderswo im Universum Leben gibt, antworteten 67 Prozent mit Ja (2018: 63 Prozent). Nur 17 Prozent denken das nicht (2018: ebenfalls 17). (dpa)

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