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Deutschland & Welt

Deutschland: Bevölkerung wuchs im Westen stärker

In den vergangenen 200 Jahre hat sich die Bevölkerung vervierfacht. Aber es gibt starke regionale Unterschiede. Im Osten löste die Teilung einen Knick aus.

Die Bevölkerung in Deutschland ist in den vergangenen 200 Jahren unterschiedlich gewachsen.
Die Bevölkerung in Deutschland ist in den vergangenen 200 Jahren unterschiedlich gewachsen. © Frank Rumpenhorst/dpa (Symbolfoto)

Wiesbaden. Die Bevölkerung in Deutschland in seinen gegenwärtigen Grenzen hat sich einer Studie zufolge in den vergangenen 200 Jahren mehr als vervierfacht. Besonders stark war das Wachstum im Westen mit den heutigen Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland, wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Das ergab eine Studie zur historischen Bevölkerungsentwicklung.

Lebten zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik knapp 20 Millionen Menschen, so sind es inzwischen mehr als 83 Millionen. Während die Bevölkerung praktisch über den gesamten Zeitraum angestiegen ist, verlief die Entwicklung in einzelnen Großregionen unterschiedlich, wie die Untersuchung ergab. So leben in den westlichen Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland inzwischen 29,3 Millionen Menschen - rund sechsmal mehr als in dieser Region Anfang des 19. Jahrhunderts (4,9 Millionen).

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Im Süden (Bayern und Baden-Württemberg) sei die Bevölkerungszahl von 5,7 auf 24,2 Millionen um mehr als das Vierfache angestiegen, erläuterte das BiB. Norddeutschland, wozu die Fachleute das Gebiet der heutigen Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen sowie Bremen zählen, sei trotz eines starken Zuwachses von 3,0 auf 13,4 Millionen Einwohner über die gesamte Zeitspanne die Region mit der geringsten Einwohnerzahl geblieben.

Markante Veränderungen zeigen sich nach BiB-Angaben in Ostdeutschland mit den heutigen Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen: Zwischen 1850 und 1920 war der Osten demnach unter den vier betrachteten Landesteilen die Region mit der höchsten Bevölkerungszahl. Danach habe sich die Bevölkerungsgröße bis zum Zweiten Weltkrieg nahezu parallel zur Region West entwickelt.

"Dies änderte sich mit der deutschen Teilung und der Gründung der DDR", teilte das BiB mit. Seit 1950 habe die Einwohnerzahl von 20,5 auf nunmehr 16,1 Millionen abgenommen, während der Westen und Süden Deutschlands noch einmal deutliche Zuwächse verzeichneten. Dies verdeutliche den erheblichen Einfluss der deutschen Teilung auf die Bevölkerungsdynamiken, erklärte der BiB-Geograph Sebastian Klüsener. Inzwischen lebten im Osten Deutschlands in etwa so viele Menschen wie um 1910. (dpa)

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