merken
Deutschland & Welt

Warntag: Deutschland übt den Notfall

Am Donnerstag heulen die Sirenen und Warnapps piepen. Grund zur Sorge besteht aber nicht, es ist nur Probealarm am ersten Warntag. Wofür dieser Aufwand?

Am 10. September, dem bundesweiten Warntag, werden in ganz Deutschland Warn-Apps piepen, Sirenen heulen, Rundfunkanstalten ihre Sendungen unterbrechen und Probewarnungen auf digitalen Werbetafeln erscheinen um die Warn-Infrastruktur zu testen.
Am 10. September, dem bundesweiten Warntag, werden in ganz Deutschland Warn-Apps piepen, Sirenen heulen, Rundfunkanstalten ihre Sendungen unterbrechen und Probewarnungen auf digitalen Werbetafeln erscheinen um die Warn-Infrastruktur zu testen. © Philipp von Ditfurth/dp

Von Christoph Driessen

Bonn. Egal ob Terroranschläge oder Naturkatastrophen wie Hochwasser, Hitzewellen und Erdbeben: Wenn Gefahr droht, soll die Bevölkerung so schnell wie möglich informiert werden. Dabei setzen die Behörden auf ein ganzes Arsenal von Warnmitteln - von der altbekannten Sirene bis zur Spezial-App NINA. An diesem Donnerstag soll erstmals alles deutschlandweit beim Warntag erprobt werden

Was passiert am Warntag?

Anzeige
Kleine Helfer beim Hören
Kleine Helfer beim Hören

Die kaum sichtbaren Im-Ohr-Hörsysteme sind ein angenehmer Begleiter, die den Alltag erleichtern. Jetzt bei "der horchladen" kostenfrei testen.

Am Donnerstag findet um 11 Uhr ein bundesweiter Probealarm statt. Alle vorhandenen Warnmittel sollen getestet werden. Dazu gehören zum Beispiel Warn-Apps, Nachrichten über Radio und Fernsehen, aber auch Sirenen. Um 11.20 Uhr folgt die Entwarnung.

Warum ist der Warntag am 10. September?

Im größten Teil des Landes ist dann schon wieder Schule, so dass man davon ausgehen kann, möglichst viele Menschen zu erreichen. Der Warntag soll künftig jedes Jahr am zweiten Donnerstag im September stattfinden.

Werden überall auch Sirenen heulen?

Es werden viele Sirenen heulen, aber welche Warnmittel jeweils genau zum Einsatz kommen, entscheiden die örtlichen Behörden.

Die Sirenen stammen ja teils noch aus der Zeit es Zweiten Weltkriegs. Warum sind die heute immer noch nötig?

Sirenen gelten vor allem nachts als zuverlässiges Warnmittel. Ihr Heulton holt die Menschen aus dem Schlaf, wenn Fernseher, Radio und Handy ausgestellt sind.

Wozu braucht man dann noch andere Warnmittel?

Sirenen können nur kundtun, dass Gefahr im Verzug ist, aber nicht welche. Über Lautsprecherfahrzeuge kann man die Bevölkerung viel konkreter warnen. Und über die App NINA, die Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes, kommt die Warnung sogar direkt auf das Handy.

Wie funktioniert diese App?

NINA wurde vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Bonn entwickelt und ist mit dem sogenannten Modularen Warnsystem verknüpft. Das ist das satellitengestützte Warnsystem des Bundes, das Warnungen des BBK und lokale Warnungen der Leitstellen verbreitet. NINA empfängt aber auch Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes und Hochwasserwarnungen.

Welchen Sinn hat der Warntag?

"Es hat sich gezeigt, dass Menschen in Krisensituationen vor allem auf Bekanntes und bereits Erlerntes zurückgreifen", sagt Christoph Unger, Präsident des BBK. Deshalb sei es sinnvoll, so etwas einzuüben. Außerdem gebe es eine zunehmende Zahl von Naturkatastrophen, zum Beispiel die Hitzewellen von 2018 und 2019, Terroranschläge wie in Halle oder Hanau oder aktuell die Corona-Pandemie. Diese Ereignisse hätten gezeigt, dass ein Warnsystem wichtig sei.

Welchen Sinn hat der Warntag aus Sicht der sächsischen Landesregierung?

"Zahlreiche Ereignisse in der jüngsten Vergangenheit und nicht zuletzt die Corona-Pandemie zeigen, wie wichtig es ist, die Bevölkerung schnell und zuverlässig zu warnen", sagte Thomas Rechentin vom sächsischen Innenministerium. Mit dem Warntag sollen die Bürgerinnen und Bürger in Sachsen für die unterschiedlichen Systeme und die Bedeutung einer Gefahrenwarnung sensibilisiert werden. BBK-Präsident Christoph Unger sagte: "Es hat sich gezeigt, dass Menschen in Krisensituationen vor allem auf Bekanntes und bereits Erlerntes zurückgreifen." Deshalb sei es sinnvoll, so etwas einzuüben. 

Gibt es eine allgemeine Empfehlung, wie man sich im Ernstfall verhalten soll?

Weiterführende Artikel

So klingt es, wenn 196 Sirenen in Dresden heulen

So klingt es, wenn 196 Sirenen in Dresden heulen

Zum bundesweiten Warntag wurde auch in Dresden das Warnsystem angeworfen. Aber nicht alle der 210 Sirenen heulten und es gab weitere Pannen. Woran das lag.

Warntag: Sirenen heulten nicht überall in Sachsen

Warntag: Sirenen heulten nicht überall in Sachsen

Um 11 Uhr wurde es vielerorts laut in Sachsen. Doch offenbar lief nicht alles glatt. Das Bundesinnenministerium spricht von einem Fehlschlag.

"Wir brauchen mehr sprechende Sirenen"

"Wir brauchen mehr sprechende Sirenen"

Der heutige bundesweite Warntag wird auch ein Wettbewerb der Systeme. Bei Stromausfall wird es kompliziert.

Dresden: Sirenenalarm am Donnerstag

Dresden: Sirenenalarm am Donnerstag

Um 11 Uhr werden in der ganzen Stadt Warnsignale zu hören sein. Grund ist der bundesweite Warntag. Was es damit auf sich hat.

Das BBK sagt dazu: "Mit jeder Warnung erhalten Sie in der Regel Informationen zur Gefahr und Empfehlungen, was Sie zu Ihrem Schutz tun können. Generell gilt: Bewahren Sie Ruhe, informieren Sie sich über die Medien und unterrichten Sie gegebenenfalls Ihre Nachbarn." (dpa)

Info-Seite zum Warntag.

Mehr zum Thema Deutschland & Welt