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Ein Jahr nach Ahrtal-Flut - ist die nächste Flut nah oder fern?

Das Hochwasser schockte 2021 Millionen. Es zeigte auf erschütternde Art, dass Extremwetterereignisse überall, auch direkt nebenan und jederzeit wüten können.

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Eine Luftaufnahme zeigt das Ausmaß der Zerstörungen an der Ahr, nachdem in der Nacht auf den 15. Juli 2021 eine Flutwelle den Ort überschwemmt hat. Ein knappes Jahr danach bekräftigen Forscher Warnungen vor häufigerem Extremwetter durch den Klimawand
Eine Luftaufnahme zeigt das Ausmaß der Zerstörungen an der Ahr, nachdem in der Nacht auf den 15. Juli 2021 eine Flutwelle den Ort überschwemmt hat. Ein knappes Jahr danach bekräftigen Forscher Warnungen vor häufigerem Extremwetter durch den Klimawand © Boris Roessler/dpa (Archiv)

Berlin. Knapp ein Jahr nach den verheerenden Hochwassern durch starke Regenfälle in Teilen Westdeutschlands bekräftigen Forscher Warnungen vor häufigerem Extremwetter durch den Klimawandel. "Ich werde immer gefragt: Kann das überall passieren? Und meiner Meinung nach können wir immer wieder überrascht werden und sind nirgendwo gefeit", sagte Fred Hattermann, Leiter der Forschung zu Hydroklimatischen Risiken am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) bei einem virtuellen Expertengespräch am Freitag. "Man kann es eingrenzen, aber nicht vollkommen."

Angesichts der Entwicklung der vergangenen Jahre sei davon auszugehen: "Nach der Flut ist vor der Flut", mahnte der Vize-Leiter der Abteilung Klimaresilienz. Um das zu vermeiden, müsse man mit großer Entschlossenheit versuchen, den Klimawandel einzuschränken. Die Intensivierung des Wasserkreislaufes sei schon lange als wahrscheinliche Folge des Klimawandels betrachtet worden - und das zeige sich in den letzten Jahren sehr deutlich. Im Gegensatz zu größeren Flusshochwassern zeige sich allerdings zuletzt auch eine klare Häufung von regional zwar begrenzten, aber sehr intensiven Hochwassern, erklärte Hattermann.

Damit sei ein großer Teil der Infrastruktur inzwischen nicht mehr ausreichend geschützt, mahnte er. "Die beste Anpassung, die wir schnell machen können, ist eine gute Vorhersage und dann entsprechend hören auf die Warnungen." Meldeketten via SMS und persönlich seien für die Sicherheit im Ernstfall extrem wichtig. Besonders müssten auch kritische Infrastrukturen geschützt werden.

Wenige Stunden nach der verheerenden Flutwelle sitzt Daniel Schmitz am 15. Juli 2021 inmitten eines Trümmerfeldes vor seiner Wohnung. Schmitz kämpft bis heute mit den psychologischen Folgen der Katastrophe. Das Leben an der Ahr ist rund ein Jahr nach der
Wenige Stunden nach der verheerenden Flutwelle sitzt Daniel Schmitz am 15. Juli 2021 inmitten eines Trümmerfeldes vor seiner Wohnung. Schmitz kämpft bis heute mit den psychologischen Folgen der Katastrophe. Das Leben an der Ahr ist rund ein Jahr nach der © Boris Roessler/dpa

Bei der Sturzflut nach extremem Starkregen am 14. und 15. Juli 2021 im Ahrtal waren mehr als 750 Menschen verletzt und Tausende Häuser verwüstet worden. 134 Menschen waren ums Leben gekommen.

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Sonia Seneviratne, Professorin an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich, sagte mit Blick auf die Katastrophe im letzten Jahr: "Starkregenereignisse werden mit zunehmender globaler Erwärmung häufiger und intensiver." Seneviratne leitete ein entsprechendes Kapitel zu Extremwetterereignissen im aktuellen Bericht des Weltklimarates IPCC. Das Starkregenereignis, das zur Ahrtalflut geführt habe, sei durch menschliche Emissionen sowohl wahrscheinlicher gemacht worden als auch heftiger, stellte sie klar.

Mit Blick auf extreme Trockenheit, wie sie besonders in den letzten Jahren viele Regionen in Deutschland vor allem in den Frühjahrs- und Sommermonaten belastet, sagte Hattermann: "Trockenheit schließt überhaupt nicht aus, dass wir starke Niederschläge haben." Tagelange Landregen würden seltener - hingegen komme es häufiger zu starken Gewitter-Niederschlägen, die oft nicht tief in den Boden eindrängen. "Wir müssen mit beidem rechnen - Trockenheit und Starkregen." (dpa)