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Deutschland & Welt

Weniger Pilz-Anfragen beim Giftnotruf

Bisher mussten die Berater des Giftnotrufs seltener als 2019 wegen Pilzvergiftungen ran. Aber sie warnen - etwa vor dem Karbolegerling.

Für ihn braucht man keinen Giftnotruf: Dass man Fliegenpilze nicht essen sollte, weiß jeder. Bei anderen Gewächsen ist das nicht so klar.
Für ihn braucht man keinen Giftnotruf: Dass man Fliegenpilze nicht essen sollte, weiß jeder. Bei anderen Gewächsen ist das nicht so klar. © dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Erfurt. Bislang haben Pilzsammler sich dieses Jahr seltener beim Gemeinsamen Giftinformationszentrum von Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (GGIZ) gemeldet. 

"Im Vergleich zum Vorjahr, in dem es eine Pilzschwemme gab, liegen die Zahlen für dieses Jahr bisher niedriger", teilte die GGIZ-Leiterin Dagmar Prasa auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt mit. Allerdings sei die Zahl der Beratungen immer noch deutlich höher als im Jahr 2018, in dem aufgrund der Trockenheit weniger Pilze gewachsen seien.

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Den Zahlen des Zentrums zufolge schlugen dort in diesem Jahr bis Mitte Oktober insgesamt 320 Verdachtsfälle auf eine Pilzvergiftung auf. Im gesamten vergangenen Jahr seien es 635 gewesen. In den Gesamtzahlen sind auch einige Anrufer aus der gesamten Bundesrepublik und wenige aus dem Ausland enthalten.

Sachsen rufen besonders oft an

Die meisten Anfragen kamen aber auch dieses Jahr bislang aus Thüringen (49), Sachsen-Anhalt (34), Mecklenburg-Vorpommern (39) - besonders oft aber meldeten sich Pilzsammler aus Sachsen (123). Prasa betonte, dass in den Zahlen keine mögliche Dunkelziffer erfasst sei - schließlich werde nicht in jedem Verdachtsfall das GGIZ kontaktiert.

Vor allem der Karbolegerling sei in diesem Jahr bislang sehr häufig Thema gewesen, weil der Giftpilz mit dem essbaren Champignon verwechselt worden sei. "Auch Pantherpilze, die anstelle von Perlpilzen verspeist wurden, stehen in unserer Statistik für dieses Jahr mit an der Spitze", so Prasa.

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Auffällig sei ein vermehrtes Vorkommen des Rosablättrigen Egerlingsschirmlings in den vergangenen beiden Jahren. Der Pilz sei zwar essbar, werde aber nicht als Speisepilz empfohlen. Zumal er auch mit einem gefährlichen Knollenblätterpilz verwechselt werden könne. Bereits der Verzehr von 50 Gramm des Grünen Knollenblätterpilz kann nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Mykologie tödlich sein. (dpa)

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