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Deutschland & Welt

Groß-Razzia gegen "Bandidos"-Rocker

Hunderte von Beamten durchkämmen in fünf Bundesländern Objekte, die den Bandidos zugerechnet werden. Sie finden Waffen, Drogen, Geld und Munition.

Bei den Bandidos gab es am Donnerstag eine Razzia.
Bei den Bandidos gab es am Donnerstag eine Razzia. © dpa

Düsseldorf. Mit Razzien in fünf Bundesländern nimmt die Polizei die Rockergruppe "Bandidos MC Federation West Central" ins Visier. Wie das Bundesinnenministerium mitteilte, waren an den vereinsrechtlichen Ermittlungsmaßnahmen in Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Rheinland-Pfalz am Donnerstag fast 1 800 Beamte des Bundeskriminalamtes, der Bundespolizei und der Polizeibehörden der Länder beteiligt. "Es besteht der dringende Verdacht, dass Zweck und Tätigkeit des Vereins den Strafgesetzen zuwiderlaufen", begründete das Haus von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) die Durchsuchungen.

Allein in Nordrhein-Westfalen durchsuchten 1.300 Polizeikräfte seit den frühen Morgenstunden mehr als 86 Vereinshäuser und Wohnungen. In Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen waren 18 weitere Objekte Ziel der Maßnahmen, wie das Bundesinnenministerium mitteilte. Die Polizei stellte den Angaben zufolge unter anderem Waffen, Munition und größere Mengen Bargeld sicher. Laut NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) wurden auch Drogen und Motorräder sichergestellt.

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Reul sagte am Donnerstag in Düsseldorf: "Wir vermuten, dass die Rockermitglieder gegen Recht und Gesetz verstoßen und schwerwiegende Straftaten begehen". Das Gewaltmonopol habe der Rechtsstaat, nicht irgendwelche Rocker-Clubs, betonte er.

Verbot von verschiedenen Teilorganisationen

Im vergangenen April hatte die Polizei im Ruhrgebiet das Verbot eines Ortsverbands der berüchtigten Rockergruppe durchgesetzt. "Auf das Konto dieser Mitglieder gehen versuchter Mord, gefährliche Körperverletzung und Verstöße gegen das Waffengesetz. Es gab Schießereien auf offener Straße", sagte Reul damals. Das Bandidos-Chapter "Witten/Hohenlimburg" und die dazu gehörende Teilorganisation "Los Compadres Hagen" seien verboten und aufgelöst worden, "weil es sich um eine kriminelle Vereinigung handelt". Gegen das Verbot ging später eine Klage beim Oberverwaltungsgericht für Nordrhein-Westfalen ein.

Im März war in Baden-Württemberg die Rockervereinigung "Gremium MC Southgate" verboten worden. "Bund und Länder gehen mit allen Mitteln des Rechtsstaats gegen jede Form von Kriminalität vor", sagte Seehofer am Donnerstag. Er hatte 2018 den rockerähnlichen türkisch-nationalistischen Verein "Osmanen Germania" verboten.

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Laut Bundesinnenministerium wurde der "Bandidos MC" 1966 im US-amerikanischen Texas gegründet und ist in Deutschland seit 1999 vertreten. Statt allein das gemeinsame Motorradfahren zu fördern, wie es der Vereinszweck vorsieht, strebe der Verein tatsächlich "einen territorialen und finanziellen Machtzuwachs gegenüber konkurrierenden rockerähnlichen Gruppierungen an". Diesen Anspruch setzten die Bandidos auch mit Gewalt durch. (dpa)

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