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Auch mit Westgeld klappt nicht alles

Es war nicht alles schlecht, aber es ist längst noch nicht alles gut: Ein Kommentar zum Jahresbericht zur Deutschen Einheit.

Marco Wanderwitz (CDU, l), Ostbeauftragter der Bundesregierung, präsentiert den Jahresbericht zum Stand der Deutschen Einheit 2020.
Marco Wanderwitz (CDU, l), Ostbeauftragter der Bundesregierung, präsentiert den Jahresbericht zum Stand der Deutschen Einheit 2020. © Christophe Gateau/dpa

Mit der deutschen Einheit ist es wie auch ansonsten im richtigen Leben: eigentlich steht es um sie unterm Strich ganz gut, was auch im aktuellen Jahresbericht mit einer Fülle von Fakten im fleißig erarbeiteten Jahresbericht ablesbar ist. Wahr ist aber auch, das die von vielen Menschen emotional nicht mit gleicher Zufriedenheit empfunden werden.

In einem für nahezu alle Menschen wirklich schmerzhaften Umbruch und dank enormer West-Solidarität hat sich der Osten bemerkenswert entwickelt und aufgeholt. Es gibt wettbewerbsfähige Unternehmen, wenn auch keine großen und zu wenige. Einst verfallende Innenstädte blühen. In vielem sind die Lebensverhältnisse gleichwertig: der Rechtsstaat gilt für alle, der Zugang zur Bildung auch, die Infrastruktur ist weitgehend in Ordnung gebracht, die Menschen sind gesünder und werden erheblich älter, ihre Wohnqualität ist viel besser, die Versorgung üppig, die Umwelt viel sauberer geworden.

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In vielen Bereichen, bei den Jüngeren sowieso, ist eine gewisse Normalität eingezogen: es war nicht alles schlecht, aber es ist längst auch noch nicht alles gut. Ulbrichts Traum vom „Überholen ohne Einzuholen“ klappt auch mit viel Westgeld nicht einfach so. Die Wirtschaftskraft des Ostens verharrt seit Jahren bei etwas mehr als zwei Drittel des Westens, der Hauptgrund für viel Unzufriedenheit. Denn daraus folgt neben anderem, dass in Ostdeutschland im Schnitt länger gearbeitet wird – und zwar für weniger Geld. So kann es nicht bleiben.

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