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So läuft es sich in Meissener Porzellan

Zusammen mit Adidas hat die Manufaktur ein einmaliges Paar Sneakers hergestellt.

Ein Paar Turnschuhe aus Leder und Porzellan. Die Schuhe könnten bei einer Auktion in New York bis zu eine Million Dollar einbringen.
Ein Paar Turnschuhe aus Leder und Porzellan. Die Schuhe könnten bei einer Auktion in New York bis zu eine Million Dollar einbringen. © Frtwty | Leon Greiner | Lérot/Sotheby's/dpa

New York/Meißen. Der aus der DDR bekannte Meißner Herrenschuh ist wieder da. Allerdings erscheint er diesmal als ein für Otto Normalverbraucher nicht bezahlbares Unikat. Wie das New Yorker Auktionshaus Sotheby's jetzt mitteilte, wird das Unternehmen ein einmaliges Paar von Adidas Sneakers versteigern, welche der deutsche Sportartikelhersteller in Zusammenarbeit mit der Porzellanmanufaktur Meissen produziert hat. Beide Traditionshäuser können sich dank dieses gelungenen Coups im wichtigen Weihnachtsgeschäft über einen schönen Werbeeffekt freuen.

Die gemeinsam gefertigten Schuhe bestehen aus einem Premium-Leder und wurden von Künstlern in Meißen handbemalt sowie mit Auflagen aus Weißem Gold versehen. Sie wiegen 950 Gramm und entstanden in einem über sechs Monate laufenden Austausch. Mehrfach wechselten die Sneakers zwischen dem Triebischtal und Herzogenaurach hin und her. Sotheby's betont die geteilten Werte beider Unternehmen. Adidas und Meissen zelebrierten eine außergewöhnliche Handwerkskunst, eine große Geschichte und zeitloses Design.

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Offeriert werden soll das Produkt mit der Bezeichnung ZX8000 Porzellan bei einer Solo-Versteigerung, welche vom 7. bis 16. Dezember im Internet ablaufen wird. Der Schätzpreis liegt bei einer Million Dollar. Dies entspricht knapp 830.000 Euro. Der Erlös kommt dem Brooklyn Museum zugute, um ein Programm zu unterstützen, welches jungen Menschen aus Brooklyn den Zugang zu Kunst ebnen solle.

Das Brooklyn Museum ist das zweitgrößte Museum in New York City und eines der größten und ältesten Museen Nordamerikas. Europäische Kunst ist dort mit exemplarischen Arbeiten von Auguste Rodin, Henri Matisse, Edgar Degas, Paul Cézanne, Camille Pissarro und anderen vertreten.

Verbindung zweier Klassiker

Als Grundbestandteile der außergewöhnlichen Kreation benennen die Kooperationspartner die Adidas Klassiker der ZX-Serie aus der Mitte, welche ab Mitte 1980 in verschiedenen Versionen auf den Markt kamen. Die Manufaktur wiederum verweist auf die sogenannte Krater-Vase. Diese ist so schwer wie ein Erwachsener und so teuer wie ein Einfamilienhaus. Das Unternehmen stellt sie gern als Symbol für die Rückkehr des Traditionshauses zum Kerngeschäft Porzellan dar, nachdem Ausflüge in andere Bereiche des Luxuswarengeschäfts mit einem finanziellen Desaster geendet waren. Ein dutzend Porzellanmaler fügen auf der Glasur jeder Kratervase rund 130 Motive aus 300 Jahren Manufaktur-Geschichte zu einer modernen Collage zusammen. Auf dem ZX8000 Porzellan finden allerdings nur 15 Dekore Platz. Dazu zählen unter anderem Drachen-, Zwiebelmuster und Blumenmotive.

Die jetzt vorgestellte Kooperation Meissens mit der Modebranche ist nicht neu. Im März 2019 brachten das New Yorker Skaterlabel Supreme und Meissen einen Porzellanengel auf den Markt, welcher ein Shirt mit dem bekannten Supreme-Label trug. Der Amor löste einen Hype aus und machte Preissprünge. Im August des gleichen Jahres kündigte die deutsche Modemarke Hugo Boss an, eine Holiday Collection zu kreieren, welche die Motive der sogenannten Meissener Big Five trägt. Dabei handelt es sich um Elefant, Nashorn, Leopard, Löwe und Wasserbüffel. Die Idee dazu soll auf einer Weihnachtsparty in einem Gespräch zwischen dem Chief Brand Officer von Hugo Boss, Ingo Wilts, und den beiden Meissener Kreativdirektoren Otto Drögsler sowie Jörg Ehrlich entstanden sein. Es steht zu vermuten, dass diese auch den Kontakt zu Adidas geknüpft haben könnten.

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