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Mit Kaffeeduft Kopfschmerz ausschalten

Könnte eine spezielle Duft-Therapie bei Migräne helfen? In einer Studie wird das geklärt.

Den Duft von frischem Kaffee mögen viele. Aber macht er auch Migräneschmerzen erträglicher? Das will Marie Frost herausfinden.
Den Duft von frischem Kaffee mögen viele. Aber macht er auch Migräneschmerzen erträglicher? Das will Marie Frost herausfinden. © Hochschulmedizin/Stephan Wiegand

Bei manchem hilft nur noch die Couch. Anderen wird übel, viele meiden an diesen Tagen das Licht und bleiben lieber gleich im Bett. Migräne ist die häufigste Kopfschmerzerkrankung und führt bei Betroffenen zu erheblichen Einschränkungen im Alltag. Allein in Deutschland sind nach Angaben der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft rund 3,7 Millionen Frauen und zwei Millionen Männer betroffen. 

Migräneattacken werden oftmals mit Schmerzmitteln behandelt. Forscher am Dresdner Universitätsklinikum suchen nach alternativen und präventiven Behandlungsmethoden. Düfte könnten helfen. Sie bieten eventuell eine neue Möglichkeit der Behandlung. Dresdner Mediziner suchen nun Migränepatienten, die sich an einem dreimonatigen Riechtraining beteiligen. Die Forscher des Universitäts-Schmerzcentrums und des Riech- und Schmeckzentrums der Uniklinik Dresden wollen herausfinden, ob und wie Düfte das Schmerzempfinden der Patienten beeinflussen. Für deren Wirksamkeit sucht Marie Frost am Uniklinikum Dresden nach wissenschaftlichen Belegen. „Wir möchten in der Studie mit 100 Probanden herausfinden, wie bestimmte Düfte auf die Patienten wirken“, erklärt die angehende Medizinerin.

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Eine zentrale Rolle bei der Schmerzwahrnehmung spielt nämlich die Amygdala. Der Mandelkernkomplex ist Teil des limbischen Systems im Gehirn und spielt auch eine zentrale Rolle bei der emotionalen Bewertung von Situationen. Dass Düfte Emotionen auslösen, ist bereits bekannt. Diesen Effekt möchten sich die Wissenschaftler jetzt für die Beeinflussung des Schmerzempfindens von Migränepatienten zunutze machen. Können also Düfte dafür sorgen, dass Schmerzen anders wahrgenommen werden?

Zu Beginn erfolgt erst einmal eine ärztliche Untersuchung der Teilnehmer. Außerdem ist ein Riechtest notwendig, und die Wissenschaftler ermitteln die individuelle Schmerzwahrnehmungsschwelle der Probanden. In den folgenden drei Monaten führen diese dann zu Hause selbstständig ein Riechtraining durch. Dazu erhalten sie Riechstifte, die mit unterschiedlichen Düften getränkt sind und in ihrem Aussehen einem Filzstift ähneln.

Zum Einsatz kommen dabei Düfte wie Rose, Nelke, Pfirsich, Thymianöl, Kaffee, Banane, Zitrone, Orange, Lavendel und Apfel. Zweimal täglich halten sich die Probanden den geöffneten Stift für jeweils 15 bis 20 Sekunden vor die Nase. Zusätzlich gilt es zu protokollieren, wie sich ihre Kopfschmerzhäufigkeit und -intensität entwickelt. Auch Effekte auf die Schlafgewohnheiten und Lebensqualität werden erfasst. Nach drei Monaten wird die elektrische Schmerzwahrnehmungsschwelle erneut ermittelt. Nach Auswertung der Ergebnisse könnte feststehen, ob sich Düfte als Therapie bei Migränepatienten eignen. (jam)

Kontakt und Anmeldung unter: [email protected]

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