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Nach Affenhaus-Brand: Doch kein Prozess

Knapp ein Jahr nach dem Brand des Affenhauses im Krefelder Zoo ist der Fall juristisch praktisch abgeschlossen. Die beschuldigten Frauen haben eingelenkt.

Feuerwehrleute stehen nach Löscharbeiten in der Silvesternacht vor dem Affenhaus im Krefelder Zoo.
Feuerwehrleute stehen nach Löscharbeiten in der Silvesternacht vor dem Affenhaus im Krefelder Zoo. © Andreas Drabben/dpa

Krefeld. Nach dem verheerenden Brand im Affenhaus im Krefelder Zoo wird es laut Gericht nun doch zu keiner Hauptverhandlung kommen. Zwei der drei Angeklagten hätten ihren Einspruch gegen ihre Strafbefehle zurückgenommen, die dritte Frau gehe nur noch gegen die Höhe der Tagessätze vor. Damit seien alle Strafbefehle rechtskräftig, teilte das Amtsgericht Krefeld am Montag mit. "Bild.de" hatte zuvor berichtet.

Die drei beschuldigten Frauen hatten im Sommer Strafbefehle wegen fahrlässiger Brandstiftung über jeweils 180 Tagessätze bekommen. Eine sollte damit 1.800 Euro zahlen, die beiden anderen jeweils 9.000 Euro. Alle hatten gegen die Strafbefehle Einspruch eingelegt - wodurch es zu einem Prozess kommen sollte, der aber noch nicht terminiert war.

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Den Frauen wird zur Last gelegt, in der letzten Silvesternacht Himmelslaternen steigen gelassen zu haben, die das Affenhaus anzündeten. Es wurde komplett zerstört, rund 50 Tiere starben - darunter acht Menschenaffen.

"Artenschutzzentrum Affenpark" geplant

Anwalt Oliver Allesch, der eine der Frauen vertritt, sagte "Bild.de": "Die Einsprüche wurden in erster Linie zurückgenommen, weil alle drei keine Hauptverhandlung über sich ergehen und somit in die Öffentlichkeit treten wollten." In der Sache selbst sei die Verteidigung der Ansicht, "dass eine Ursächlichkeit der gestarteten Himmelslaternen für dieses Brandereignis keinesfalls abschließend bewiesen ist".

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Laut Ermittlungen war am Affenhaus baurechtlich zumindest alles in Ordnung, wie die Staatsanwaltschaft zu einem früheren Zeitpunkt mitgeteilt hatte. Konkret ging es dabei um Kunststoffscheiben, die nach einem Unwetter vor einigen Jahren eingebaut worden waren. Es stand die Frage im Raum, ob diese Scheiben vielleicht unerlaubterweise verwendet wurden - und das Feuer beschleunigt haben könnten.

Im Krefelder Zoo soll unterdessen ein neues "Artenschutzzentrum Affenpark" entstehen, für das der Zoo um eine Fläche von 4.000 Quadratmetern vergrößert werden soll. Die letzten Reste des abgebrannten Affenhauses werden zurzeit abgerissen. (dpa)

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