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Deutschland & Welt

Ein Ortsname unter Rassismusverdacht

In Schleswig-Holstein gibt es eine kleine Gemeinde namens Negernbötel. Der Ortsname gefällt der Grünen Jugend gar nicht. Sie fodern eine Umbenennung.

Das Ortsschild des Ortes Negernbötel im Landkreis Segeberg. Die Grüne Jugend Segeberg möchte den Namen des Dorfes ändern.
Das Ortsschild des Ortes Negernbötel im Landkreis Segeberg. Die Grüne Jugend Segeberg möchte den Namen des Dorfes ändern. © dpa

Negernbötel/Kiel. Die Grüne Jugend Segeberg in Schleswig-Holstein hat den plattdeutschen Namen der kleinen Gemeinde Negernbötel unter Rassismusverdacht gestellt und fordert eine Umbenennung.

Der Parteinachwuchs der Grünen weist auf Instagram allerdings selbst auf den Ursprung des Ortsnamens aus dem 14. Jahrhundert hin, der so viel bedeutet wie nähere Siedlung. Gemeint ist näher bei Segeberg als der ferner gelegene Ort Fehrenbötel.

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Die Grüne Jugend argumentiert, die meisten Menschen assoziierten den Namen jedoch nicht mit der plattdeutschen Sprache.

Marco Timme, Bürgermeister des Ortes Negernbötel im Landkreis Segeberg.
Marco Timme, Bürgermeister des Ortes Negernbötel im Landkreis Segeberg. © dpa

Der Negernböteler Bürgermeister Marco Timme sagte am Freitag, er schätze das politische Engagement der jungen Leute. Es wäre aber besser gewesen, sich an die Gemeindevertretung zu wenden, denn nur dieses Gremium könne den Ortsnamen ändern. Das Thema komme alle paar Jahre wieder hoch, habe ihn schon sein Vorgänger im Amt gewarnt. Diesmal sei es aber "echt schwierig, weil es uns in der Arbeit behindert", sagte Timme. Das Thema sei in der Gemeinde längst diskutiert und es bestehe kein Wunsch nach Namensänderung.

Der Landesvorsitzende der Grünen, Steffen Regis, bremste den Parteinachwuchs. Es gebe keinen Anlass, dem Ortsnamen oder gar den Einwohnern rassistische Motive zu unterstellen. "Eine Umbenennung des Ortes steht für uns nicht zur Debatte." (dpa)

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