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Deutschland & Welt

Ost-Abwanderung laut Studie gebremst

Weniger junge Ostdeutsche ziehen in den Westen. Beim Thema Bildung sind die Unterschiede jedoch noch immer groß.

Noch immer verlassen junge Ostdeutsche ihre Heimat gen Westen - doch deutlich weniger als früher.
Noch immer verlassen junge Ostdeutsche ihre Heimat gen Westen - doch deutlich weniger als früher. © Robert Michael/dpa

Wiesbaden. Rund 30 Jahre nach der Deutschen Wiedervereinigung ziehen einer Studie zufolge inzwischen genau so viele Menschen in die ostdeutschen Flächenländer wie von dort in westdeutsche Länder. Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung teilte am Mittwoch in Wiesbaden mit, dass inzwischen insbesondere weniger junge Erwachsene aus dem Osten abwanderten. 2001 seien noch 60.000 Menschen im Alter zwischen 18 und 24 in Richtung Westen gegangen, im Jahr 2018 sei diese Zahl auf 20.000 gesunken.

Ein Grund dafür sei unter anderem, dass eine Reihe von Städten im Osten zunehmend für gutqualifizierte Arbeitnehmer attraktiver geworden sei. «Der Anreiz, in den Westen zu gehen, ist heute deutlich geringer als noch vor einigen Jahren», sagte die Geografin
Nikola Sander.

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Inzwischen ausgeglichen - ohne Berlin

Nach wie vor ziehen der Untersuchung zufolge aber deutlich mehr 18- bis 29-Jährige wegen besserer Berufschancen aus dem Osten in Richtung Westen als umgekehrt. Bei der Gruppe der 30- bis 49-Jährigen verzeichneten die Ost-Länder dagegen mehr Zuzüge als Weggänge. "Einen Teil dieser Zuzüge machen sicherlich Menschen aus, die einst vom Osten in den Westen gegangen sind und nun wieder zurückkehren", erläuterte das Bundesinstitut.

Insgesamt sei die Ost-West-Wanderung inzwischen nahezu ausgeglichen, die Hauptstadt Berlin ist dabei ausgenommen. Eine Abwanderungswelle nach dem Fall der Mauer habe die Bevölkerungszahl im Osten bis zum Jahr 2018 um mehr als 1,2 Millionen sinken lassen. 2017 seien erstmals mehr wieder Menschen in den Osten gezogen als von dort in den Westen. (dpa)

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