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Politik

Ostsee: Hunderte Schweinswale gestrandet

Die Ostsee spülte 2019 fast 300 tote Meeressäuger an die Strände. Die Grünen machen Fischer dafür verantwortlich und fordern eine andere Meerespolitik.

Ein toter Schweinswal liegt auf dem Gelände des Meeresmuseums Stralsund. Auch 2019 gab es wieder viele Totfunde an der Ostseeküste.
Ein toter Schweinswal liegt auf dem Gelände des Meeresmuseums Stralsund. Auch 2019 gab es wieder viele Totfunde an der Ostseeküste. © Stefan Sauer/dpa

Berlin/Kiel/Schwerin. An der deutschen Ostseeküste sind im vergangenen Jahr mindestens 180 tote Schweinswale gefunden worden. In Schleswig-Holstein waren es 133 Tiere und in Mecklenburg-Vorpommern 47. Das geht aus der Antwort des Bundesumweltministeriums auf eine schriftliche Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Steffi Lemke hervor. "Diese toten Tiere sind die direkte Folge einer verfehlten Meerespolitik", erklärte Lemke. So gebe es weiterhin keine wirksamen Meeresschutzgebiete in Deutschland. "Es ist ein politischer Skandal, dass in diesen Schutzgebieten sogar intensiver gefischt wird als außerhalb."

Der Ostsee-Schweinswal sei vom Aussterben bedroht, mahnte Lemke. "Jedes Jahr werden Hunderte tote Meeressäuger an den Küsten von Nord- und Ostsee angespült." Lemke forderte wirksame Rückzugsorte und verbindliche Regeln für den Meeresschutz in Deutschland. "Dafür braucht es dringend Nullnutzungszonen in der Nord- und Ostsee, in denen Schweinswale, Robben und andere Tiere Schutz finden."

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Die Zahl der toten Schweinswale in der Ostsee war 2019 die dritthöchste nach 2016 (221) und 2018 (203). Die Zahlen für 2019 sind laut Bundesumweltministerium vorläufig, weil sich Untersuchungen auch aufgrund der Corona-Pandemie verzögert hätten.

Aus der Antwort an Lemke geht zudem hervor, dass an den Stränden der Ostsee nach derzeitigen Daten auch 71 tote Kegelrobben (Schleswig-Holstein: 7, Mecklenburg-Vorpommern: 64) und 28 tote Seehunde (Schleswig-Holstein: 20, Mecklenburg-Vorpommern: 8) gefunden wurden. (dpa)

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