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Papst nimmt Rücktritt von Hamburgs Erzbischof nicht an

Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße wollte im Zusammenhang mit Missbrauchsfällen in Köln zurücktreten. Doch Papst Franziskus lehnt das ab.

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Stefan Heße, katholischer Erzbischof von Hamburg.
Stefan Heße, katholischer Erzbischof von Hamburg. © dpa

Hamburg/Rom. Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße bleibt im Amt. Papst Franziskus habe entschieden, das Rücktrittsgesuch Heßes im Zusammenhang mit Missbrauchsfällen im Erzbistum Köln nicht anzunehmen, teilte die Apostolische Nuntiatur am Mittwoch in Berlin mit. Heße war bis 2015 in Köln tätig, bevor er nach Hamburg berufen wurde.

Nach eingehender Prüfung habe der Heilige Stuhl für den fraglichen Zeitraum Mängel in der Organisation und Arbeitsweise des Erzbischöflichen Generalvikariats sowie persönliche Verfahrensfehler Heßes festgestellt, heißt es in der Mitteilung der Nuntiatur. Die Visitation im Auftrag des Papstes im Juni im Erzbistum Köln habe "jedoch nicht gezeigt, dass diese mit der Absicht begangen wurden, Fälle sexuellen Missbrauchs zu vertuschen". "Das Grundproblem bestand, im größeren Kontext der Verwaltung der Erzdiözese, im Mangel an Aufmerksamkeit und Sensibilität den von Missbrauch Betroffenen gegenüber", heißt es weiter.

Heße erklärte in einem Brief an die Gläubigen im Erzbistum Hamburg, die ihm gewährte Auszeit sei beendet und er übernehme nun nach dem Willen des Papstes ausdrücklich wieder Verantwortung als Erzbischof im Norden. "Dabei bin ich mir durchaus bewusst, dass es nicht unbedingt leicht sein wird, meinen Dienst wieder aufzunehmen", fügte er hinzu.

Heße hatte Papst Franziskus am 18. März seinen Amtsverzicht angeboten und damit auf ein Rechtsgutachten zum Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs im Erzbistum Köln reagiert. In der Studie waren dem 55-Jährigen Pflichtverletzungen während dessen Zeit als Hauptabteilungsleiter Personalseelsorge (2006-2012) und Generalvikar (bis 2015) im Erzbistum Köln vorgeworfen worden. "Ich habe mich nie an Vertuschung beteiligt", sagte er damals. (epd)