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Trier: Weitere Verletzte nach Amokfahrt

Nach der Amokfahrt am Dienstag in Trier mit fünf Toten steigt die Zahl der Verletzten weiter. Unterdessen werden beunruhigende Details zur Tat bekannt.

Bei der Amokfahrt eines 51-Jährigen in einem Geländewagen waren am Dienstag in der Trierer Fußgängerzone fünf Menschen getötet und zahlreiche Verletzt worden.
Bei der Amokfahrt eines 51-Jährigen in einem Geländewagen waren am Dienstag in der Trierer Fußgängerzone fünf Menschen getötet und zahlreiche Verletzt worden. © Harald Tittel/dpa

Nach der tödlichen Amokfahrt mit einem Auto in der Trierer Innenstadt am Dienstag hat sich die Zahl der Verletzten auf 24 erhöht. "Es haben sich nachträglich noch Leute gemeldet", sagte ein Sprecher der Polizei am Freitag in Trier. Dabei handele es sich um Menschen, die nach der Tat nicht in einem Krankenhaus waren und erst später zum Arzt gegangen seien. Die Zahl der Schwerverletzten darunter sei bei sechs geblieben. Zudem gebe es weiterhin fünf Todesopfer, sagte der Sprecher.

Zuletzt war von insgesamt 18 Verletzten die Rede gewesen. Die Polizei bittet mögliche weitere Verletzte, sich zu melden. "Es kann sein, dass es noch mehr werden", sagte der Sprecher. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) hatte am Freitag bei einer Sondersitzung des Landtagsinnenausschusses von 24 Verletzten gesprochen.

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Bei der Amokfahrt war ein 51 Jahre alter Tatverdächtiger mit einem Geländewagen in hoher Geschwindigkeit durch die Trierer Fußgängerzone gefahren. Nach bisherigen Erkenntnissen fuhr er Passanten gezielt an. Das Motiv ist noch unklar.

Nach der Amokfahrt hat der Täter nach Angaben der Polizei das Auto abgestellt und eine Zigarette geraucht. Polizisten hätten den 51-Jährigen stehend am Heck des Wagens angetroffen, berichtete der Polizeivizepräsident von Trier, Franz-Dieter Ankner, am Freitag in einer Sondersitzung des Innenausschusses des rheinland-pfälzischen Landtags. "Dort sah er den Einsatzkräften grinsend entgegen." Die Beamten hätten ihn dann überwältigt und festgenommen. Der Mann sitzt seit Mittwoch in Untersuchungshaft - unter anderem wegen fünffachen Mordes.

Munition, aber keine Waffe dabei

Unterdessen wurde bekannt, dass die Polizei in dem Auto scharfe Munition gefunden. Es sei aber bislang keine dazu passende Waffe entdeckt worden, berichtete der Polizeivizepräsident von Trier, Franz-Dieter Ankner, am Freitag in einer Sondersitzung des Innenausschusses des rheinland-pfälzischen Landtags in Mainz. Weil sich Kartons in dem Wagen befanden, seien Sprengstoffexperten eingeschaltet worden, die dann aber Entwarnung gegeben hätten. Es gebe weiterhin keine Hinweise auf Mittäter oder Unterstützer für die Tat.

Nach Ankners Worten gilt der in Trier geborene 51-Jährige als Einzelgänger. Er sei kinderlos und ledig. Der Deutsche sei nach den bisherigen Erkenntnissen arbeitslos und zuletzt auch ohne festen Wohnsitz gewesen. Er habe offenbar in dem Wagen übernachtet. Es habe keine Einträge in polizeiliche Register oder die des Staatsschutzes gegeben. Der Geländewagen, der für die Tat benutzt wurde, sei dem Mann von einem Bekannten aus Gefälligkeit überlassen worden, sagte der Polizeivizepräsident.

200 Hinweise bei der Polizei eingegangen

Nach der tödlichen Amokfahrt in Trier bittet die Polizei weiterhin alle möglichen Zeugen und Verletzte, sich zu melden. Bislang seien bei den Ermittlern mehr als 200 Hinweise zu der Tat am Dienstag eingegangen.

Die Polizei gehe davon aus, dass es noch viele weitere Zeugen und möglicherweise einige weitere verletzte Personen gebe. Es sei wichtig, dass diese sich meldeten, um Angaben zu den Geschehnissen zu machen. Jede Information bei der Aufklärung der schrecklichen Tat könne von Bedeutung sein, hieß es in einer Mitteilung.

Arbeitsgruppe zur Früherkennung angeregt

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) hat unterdessen eine bundesweite Arbeitsgruppe zur Früherkennung solcher Gefahren angeregt. Es gehe darum, Anhaltspunkte für eine Planung und Vorbereitung von Amokfahrten und Anschlägen früher wahrzunehmen, sagte er am Freitag in Mainz. "Ich habe diese Thematik zur Erörterung der Innenministerkonferenz nächste Woche eingebracht."

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Lewentz erinnerte an vergleichbare Gewalttaten in Münster, Bottrop und Volkmarsen. Vor diesem Hintergrund werde vermehrt hinterfragt, ob die Sicherheitsbehörden in der Lage sein müssten, solche Menschen mit einem erheblichen Gefahrenpotenzial frühzeitiger zu identifizieren.

Gleichzeitig sollte gesagt werden, dass "ein absoluter Schutz vor irrational handelnden Einzeltätern leider nicht möglich" sei. "So schwer es einem Innenminister fällt, so etwas sagen zu müssen." (dpa)

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