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Deutschland & Welt

Wiesnattentat: Söder entschuldigt sich

40 Jahre nach dem Attentat auf das Oktoberfest hat sich die Sicht darauf grundlegend gewandelt. Das Gedenken bekommt eine andere Bedeutung.

Blumen stecken an einem Denkmal, das an die Opfer des Attentats auf das Oktoberfest erinnert.
Blumen stecken an einem Denkmal, das an die Opfer des Attentats auf das Oktoberfest erinnert. © dpa

München. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich zum 40. Jahrestag des rechtsterroristischen Oktoberfestattentats für damalige Fehleinschätzungen und Versäumnisse entschuldigt. "Es tut mir leid und ich entschuldige mich für die Fehler, die in den Ermittlungen, aber auch in der Einschätzung zu der Tat gemacht wurden", sagte Söder am Samstag beim Gedenken auf der Theresienwiese. Er spreche damit als Ministerpräsident und Rechtsnachfolger aller anderen Ministerpräsidenten, aber auch als Verantwortlicher für den Freistaat.

"Wer Rechtsradikale unterschätzt, versündigt sich an der Demokratie", sagte Söder. Er gebe ein "Schutzversprechen" ab: "Wir werden nicht zulassen, dass Rechtsextremismus, Hass, Antisemitismus, Rassismus geduldet, akzeptiert oder irgendwie unterschätzt werden." Vielmehr werde sich der Freistaat mit ganzer Kraft dagegen stellen.

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Söder würdigte insbesondere die Opfer - die Angehörigen und Überlebenden. "Wir verneigen uns", sagte der Ministerpräsident. "Wir werden diesen Tag nie vergessen."

Musiker spielen auf der Gedenkfeier zum 40. Jahrestag des rechtsterroristischen Attentats auf das Oktoberfest an der Theresienwiese.
Musiker spielen auf der Gedenkfeier zum 40. Jahrestag des rechtsterroristischen Attentats auf das Oktoberfest an der Theresienwiese. © dpa

Bei dem schwersten rechtsextremen Anschlag in der Geschichte der Bundesrepublik hatte am 26. September 1980 eine Bombe zwölf Wiesnbesucher sowie den rechtsextremen Bombenleger Gundolf Köhler in den Tod gerissen. Mehr als 200 Menschen wurden verletzt.

Die Bundesanwaltschaft hatte nach neuen Ermittlungen festgestellt, dass Köhler aus rechtsextremistischer Motivation handelte. In den 1980er Jahren war der Anschlag offiziell als Tat eines Einzelnen aus persönlichem Frust dargestellt worden. (dpa)

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