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Deutschlandweit im Einsatz

Das Elektro Zentrum Großenhain feiert am Sonnabend seinen 60. Der Jahresumsatz ist beachtlich.

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© Anne Hübschmann

Von Manfred Müller

Großenhain. Wenn sich eine Firma über sechs Jahrzehnte erfolgreich in Mangelwirtschaft und Marktwirtschaft behauptet hat, darf schon mal auf die Pauke gehauen werden. Der Zabeltitzer Spielmannszug und seine Trommelshow liefern am Sonnabend die akustische Kulisse für die Jubiläumsfeier des Elektro Zentrums Großenhain (EZG). Bei einem Tag der offenen Tür können Geschäftspartner, Kunden und interessierte Bürger des Kreisgebietes sowie der Röderstadt ab 10 Uhr einen Blick hinter die Kulissen der traditionsreichen Handwerksgenossenschaft werfen.

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Die PGH „1. Mai Elektro-Radio-Fernsehen“ war 1956 von vier Meistern und fünf Gesellen aus der Rundfunk- und Elektrobranche gegründet worden. Zunächst als Handels- und Reparaturbetrieb am Steinweg ansässig, kaufte die Genossenschaft 1960 das Gelände des ehemaligen Landmaschinenhändlers Jobst an der Radeburger Straße 12, wo heute noch der Sitz ist. Das Firmenprofil machte im Laufe der Jahre etliche Wandlungen durch, wobei der Fachverkauf und die Instandsetzung von Rundfunk- und Haushaltgeräten sowie die Elektroinstallation immer eine Konstante blieben.

Heute ist das EZG eine moderne Dienstleistungsfirma mit vielen Tätigkeitsfeldern. Sie verfügt über eine Abteilung Elektromontage, die die komplette Ausrüstung privater und gewerblicher Objekte übernehmen kann. Die Elektrotechnik vieler öffentlicher Einrichtungen in Großenhain und Umgebung, zum Beispiel von Schulen und Kitas, wurde vom EZG installiert. Die Abteilung Energietechnik errichtet Schaltanlagen und Trafostationen für Energieunternehmen. Die Gebäudeautomation realisiert komplexe Steuerungssysteme für Heizungs-, Klima- und Lüftungsanlagen. Die Schwachstromtechnik baut Brand- und Einbruchmeldeanlagen ein und ist auf dem Gebiet der Kommunikations- und Datentechnik unterwegs. Außerdem verfügt das Elektro Zentrum Großenhain über eine Abteilung Photovoltaik, einem Reparaturbereich für Elektrowerkzeuge und eine modern eingerichtete Lehrwerkstatt.

Interessenten standen Schlange

Die Berufsausbildung zum Elektroinstallateur hat in der Firma eine lange Tradition. Zu DDR-Zeiten war die damalige PGH „1. Mai“ zentrale Ausbildungsstätte für viele Betriebe aus der Region. Davon profitierte natürlich auch die Genossenschaft selbst – vier Fünftel der derzeit etwa 100 Mitarbeiter haben ihre Lehre direkt im Betrieb absolviert. „Nach der Wende standen die Interessenten bei uns Schlange“, erinnert sich Dorothea Böhme, Vorstandsvorsitzende seit 27 Jahren: „Wir hatten zeitweise 30 junge Leute in Ausbildung und mussten deshalb streng nach Notendurchschnitt auswählen.“

Mittlerweile bildet das EZG immerhin noch 17 Lehrlinge in dreieinhalb Lehrjahren aus – das liegt weit über den Durchschnitt des hiesigen Handwerks. Über Schülerpraktika und Ferienarbeit akquiriert das EZG stetig neue Bewerber, und der kompetente, fast familiäre Ausbildungsbetrieb sorgt dafür, dass die jungen Leute auch bleiben. Da interessierte und motivierte Lehrlinge nicht vom Himmel fallen, lässt sich die Genossenschaft die Sache auch etwas kosten: Bei guten Leistungen im zweiten Lehrjahr finanziert das Unternehmen den Pkw-Führerschein. „Was uns von anderen Firmen in der Branche unterscheidet“, erklärt Dorothea Böhme, „ist das Bewusstsein, dass man hier nicht für die Chefetage arbeitet, sondern für sich als Genossenschaftsmitglied selbst.“ Zwar sei es nicht ganz einfach, den Genossenschaftsgedanken immer wach zu halten, aber im Großen und Ganzen fahre das Elektro Zentrum gut damit.

Das hohe Ausbildungsniveau der Mitarbeiter, eine fundierte Buchhaltung und der persönliche Einsatz der Mitglieder und Mitarbeiter haben dem Unternehmen geholfen auch schwierige Zeiten zu überstehen. Heute ist die Großenhainer Genossenschaft – die zweitälteste in der Region – ein achtbarer mittelständischer Betrieb mit einem Jahresumsatz von etwa zehn Millionen Euro. Ihre Mitarbeiter sind deutschlandweit im Einsatz, und auch in Österreich, der Schweiz, in Tschechien und Rumänien ausführendes Unternehmen.