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Deutschlands Frauen feiern Auftaktsieg

Es war ein zittriger Start in die WM für die Nationalmannschaft - und einer mit vielen Tritten. Die Bundestrainerin beklagt danach die Spielweise des Gegners.

Die deutschen Spielerinnen jubeln nach dem Tor zum 1:0 von Giulia Gwinn (2.v.l).
Die deutschen Spielerinnen jubeln nach dem Tor zum 1:0 von Giulia Gwinn (2.v.l). © Sebastian Gollnow/dpa

Rennes. Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft ist mit dem erhofften Sieg in die Fußball-Weltmeisterschaft gestartet. Der 19 Jahre alten Giulia Gwinn vom SC Freiburg gelang am Samstagnachmittag in Rennes in der 66. Minute der Siegtreffer zum verdienten 1:0-Erfolg gegen China. Vor 15.238 Zuschauern im Roahzon Park war die Mannschaft von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg zwar dominant, vergab aber zahlreiche Tormöglichkeiten, ehe Gwinn den zweimaligen Weltmeister mit ihren zweiten Tor im neunten Länderspiel erlöste.

"Wir haben uns durch verschiedene Dinge aus dem Rhythmus bringen lassen", kritisierte Bundestrainer Voss-Tecklenburg danach. "Das war nicht schön, aber wir haben uns durchgebissen", sagte sie und beklagte, dass sich mehrere Spielerinnen verletzt haben. "Es sieht bei einigen nicht gut aus." Kapitän Alexandra Popp zeigte sich hingegen einfach nur "überglücklich. Wir sind jetzt im Turnier drin", sagte die Stürmerin. Doch auch sie bemängelte die harte Gangart der Gegnerinnen. "Die Chinesinnen kamen zu spät und haben immer unsere Füße getroffen." 

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Am Mittwoch (18 Uhr/ZDF) trifft die deutsche Mannschaft in Valenciennes im zweiten Spiel der Gruppe B auf Spanien, das sich zu einem 3:1 gegen Südafrika mühte, und kann einen großen Schritt Richtung Achtelfinale tun. "Wir müssen jetzt erst mal sehen, wer dann spielfähig ist", gab sich Voss-Tecklenburg noch skeptisch.

Deutschland begann die WM mit der erwarteten Startelf. Im Vergleich zum 2:0 gegen Chile bei der WM-Generalprobe in Regensburg nahm Voss-Tecklenburg nur eine Änderung vor. Lea Schüller musste weichen und wurde durch die erfahrenere Kathrin Hendrich ersetzt. Die Bayern-Spielerin verteidigte rechts in der Vierer-Abwehrkette, dafür rückte Giulia Gwinn nach vorn auf den rechten Flügel. Svenja Huth übernahm Schüllers Position auf der linken Offensivseite.

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Martina Voss-Tecklenburg, Trainerin der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft © Sebastian Gollnow/dpa

Die deutsche Mannschaft begann engagiert und zielstrebig. Bei einer scharfen Hereingabe von Spielführerin Alexandra Popp wäre Huth fast zur Stelle gewesen, doch Chinas Torfrau Shimeng Peng war noch mit einer Hand dazwischen (2.). Kurz darauf zischte ein Distanzschuss von Sara Däbritz (4.) hauchdünn am Pfosten vorbei. Ein haarsträubender Fehlpass im Mittelfeld von Sara Doorsoun hätte Deutschland dann fast in Rückstand gebracht. Blitzschnell konterten die Asiatinnen. Shanshan Wang legte im Strafraum noch einmal quer zu Li Yang. Doch die Angreiferin zögerte zu lange mit dem Abschluss, so dass die zurückgeeilte Doorsoun ihren Fauxpas gerade noch ausbügeln konnte.

Pech hatte die DFB-Elf bei einer zu langgeratenen Flanke von Carolin Simon, die nur an die Latte klatschte (17.). Dann eine Schrecksekunde für die DFB-Auswahl. Nach einem Kopfball knapp über das chinesische Tor verletzt sich Popp im Zurückfallen am Fuß (21.) und musste minutenlang behandelt werden. 

 Deutschlands Alexandra Popp (l) im Zweikampf mit Chinas Haiyan Wu. 
 Deutschlands Alexandra Popp (l) im Zweikampf mit Chinas Haiyan Wu.  © Sebastian Gollnow/dpa

Die 28-Jährige konnte dann jedoch weitermachen. Die Chinesinnen beschränkten sich im Wesentlichen darauf, die Angriffe der spielerisch überlegenen Deutschen mit großer Härte und zum Teil unfairen Mitteln zu unterbinden. Eine zweite Großchance, wieder eingeleitet durch einen unnötigen Querpass von Doorsoun, vergab Stürmerin Li Yang mit einem Pfostenschuss kurz vor der Pause.

Nach dem Wechsel besann sich die deutsche Elf, die sich etwas den Schneid hatte abkaufen lassen, wieder auf ihre Stärken. Zudem feierte Lena Oberdorf ihr Debüt und ist mit 17 Jahren, fünf Monaten und 20 Tagen nun die jüngste deutsche WM-Spielerin der Historie. Die Gymnasiastin aus Gevelsberg löste Rekordnationalspielerin Birgit Prinz ab, die bei ihrem WM-Debüt 1995 fast zwei Monate älter war.

Trotz des verstärkten Drucks dauerte es bis zur 66. Minute, ehe Deutschland in Führung ging. Gwinn fasste sich nach einer zunächst abgewehrten Ecken ein Herz und versenkte den Ball durch viele chinesische Abwehrbeine hindurch zur überfälligen Führung. Danach kontrollierte die DFB-Auswahl das Geschehen, ließ aber weitere Chancen ungenutzt. Umso größer war am Ende die Erleichterung über den den siebenten Sieg im achten WM-Auftaktspiel der DFB-Geschichte. (dpa)