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Sport

Zwei Bundesligisten fliegen raus

Dass der Pokal eigene Gesetze hat, erleben zwei etablierte Erstliga-Vereine. Einmal triumphiert ein Viertligist, einmal ist ein Verein aus Liga drei besser.

Ron Schallenberg vom SC Verl hebt nach seinem vorentscheidenden Treffer zum 2:0 gegen Augsburg ab. © dpa/Friso Gentsch

Verl/Kaiserslautern. Kein System, kein Kampf, keine Moral: Fußball-Bundesligist FC Augsburg ist nach einer schwachen Vorstellung in der ersten Runde des DFB-Pokals ausgeschieden. Die Mannschaft von Trainer Martin Schmidt, die bereits zum dritten Mal in den vergangenen sechs Jahren an der Auftakthürde scheiterte, unterlag beim Regionalligisten SC Verl verdient 1:2 (0:2) und hat eine Woche vor dem Bundesliga-Auftakt gegen Vizemeister Borussia Dortmund noch einen Berg an Arbeit vor sich.

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Die Pokalsensation für die Hausherren begann durch ein Eigentor von Augsburgs Neuzugang Marek Suchy (9.). Vor der Pause erhöhte Ron Schallenberg (23.) für die Ostwestfalen, die sich zum ersten Mal seit 2010 und zum insgesamt sechsten Mal für den DFB-Pokal qualifiziert hatten. Der Anschluss durch Andre Hahn (83.) per Foulelfmeter kam zu spät, erstmals in der Vereinsgeschichte schaltete Verl einen Erstligisten aus.

Vor 4.198 Zuschauern in der Sportclub Arena schenkte Schmidt in Florian Niederlechner, Carlos Gruezo, Mads Pedersen, Marek Suchy, Tim Rieder und dem tschechischen Nationaltorwart Tomas Koubek gleich sechs Neuverpflichtungen das Vertrauen in der Startelf.

"Wir müssen voll konzentriert an das Spiel rangehen und uns der Aufgabe annehmen", hatte Schmidt vor dem Spiel gefordert: "Für Verl wird das Spiel ein Highlight. Die Mannschaft wird höchst motiviert in die Partie starten und es uns auf keinen Fall leicht machen. Die Mentalität wird hier entscheidend sein." Und genau diese "Mentalität" fehlte den Schwaben. 

Kaiserslauterns Elfmeter-Torschütze Manfred Starke (M) jubelt mit Mannschaftskollegen über das Tor zum 1:0. Der Mainzer Ridle Baku ist fassungslos. © dpa/Uwe Anspach

Dem FSV Mainz erging es nicht besser. Seine bisher letzte Pleite zum Pokal-Auftakt hatten die 05er vor fünf Jahren beim Chemnitzer FC kassiert. Doch im Rheinland-Pfalz-Derby auf dem Betzenberg vergaben die Mainzer zahlreiche Chancen, ehe Manfred Starke (63.) per Foulelfmeter für den 1. FC Kaiserslautern traf. Florian Pick (90.) sorgte für die Entscheidung.

Nach der Blamage machten sich die Mainzer Spieler auf den Weg zu den Fans, doch nach wenigen Schritten drehten sie um. Kapitän Danny Latza und Co. beschlich nach dem enttäuschenden Ergebnis im brisanten Derby beim Drittligisten ein mulmiges Gefühl, die 6.000 mitgereisten Anhänger hatten sich schließlich schon während des Spiels völlig danebenbenommen. Sicherheitsabstand statt Versöhnung lautete das Motto.

"Das gehört nicht auf den Fußballplatz. Da hätte noch viel mehr passieren können", sagte Latza. Immer wieder zündeten die Mainzer Fans Pyrotechnik, ein Banner brannte ab. Die Polizei marschierte auf, die Feuerwehr war im Einsatz. "Das darf nicht sein", sagte Latza.

Schalke-Fans protestieren gegen den Klubboss

Bayer Leverkusen und der durch die Tönnies-Affäre belastete FC Schalke 04 haben sich dagegen schadlos gehalten. 

Die Königsblauen agierten beim standesgemäßen 5:0 (1:0) beim Regionalligisten SV Drochtersen/Assel, der in ersten Pokalrunden zuvor dem FC Bayern München und Borussia Mönchengladbach das Leben schwer gemacht hatte, zunächst behäbig. Steven Skrzybski (44.), Guido Burgstaller (61./83.), Daniel Caligiuri (65./Foulelfmeter) und Münir Mercan (73.) sorgten am Ende aber für mehr Ruhe im Verein. 

Teile der Fans hatten die Pokal-Partie genutzt, um vor dem Anpfiff gegen Aufsichtsratschef Clemens Tönnies nach dessen umstrittenen Aussagen über Afrika zu protestieren. Sie zeigten ihm etliche übergroße Rote Karten.

Bayer Leverkusen hatte bei Alemannia Aachen (Regionalliga) weniger Mühe und gewann 4:1 (2:0). Bayer ging durch ein Eigentor von Peter Hackenberg (19.) in Führung, Kevin Volland (39.), der kurz zuvor eingewechselte Leon Bailey (72.) und Kai Havertz (88.) legten nach. Stipe Batarilo-Cerdic (56.) gelang nur der zwischenzeitliche Anschlusstreffer. 

Düsseldorf und Freiburg müssen nachsitzen

Dagegen ist Fortuna Düsseldorf nach einer vielversprechenden Vorbereitung nur mit viel Mühe in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen. Die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel quälte sich beim Oberligisten FC Villingen zu einem 3:1 (1:1, 0:1) nach Verlängerung - aufgrund der guten Testspiele war ein deutlich lockerer Auftakt in die Pflichtspielsaison erwartet worden.

Steven Ukoh (42./Foulelfmeter) brachte den krassen Außenseiter überraschend in Führung. Im zweiten Durchgang gelang Nana Ampomah (56.) der zwischenzeitliche Ausgleich, ehe der 18-jährige Kelvin Ofori (102.) und Rouwen Hennings (117.) die Partie in der Verlängerung noch zugunsten des Fußball-Bundesligisten drehten.

Der SC Freiburg wurde durch ein Tor von Shootingstar Luca Waldschmidt vor dem frühen Aus im DFB-Pokal bewahrt. Der Torschützenkönig der U21-EM erlöste die schwachen Breisgauer beim 1:0 (0:0) nach Verlängerung beim Drittligisten 1. FC Magdeburg mit dem späten Führungstreffer (93.).

Das Team von Trainer Christian Streich offenbarte eine Woche vor dem Bundesligastart trotz des Einzugs in die zweite Runde aber noch einige Defizite. Für den dreimaligen DDR-Meister Magdeburg ist erneut zum frühstmöglichen Zeitpunkt Schluss im Pokal. (dpa)

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