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DFB weist Özils Vorwürfe zurück

Der DFB hat sein Schweigen gebrochen und mit einer Erklärung auf den Rücktritt von Mesut Özil und dessen schwere Vorwürfe reagiert.

© Christian Charisius / dpa

Frankfurt/Main. Der DFB hat die Rassismus-Vorwürfe von Mesut Özil in einer Erklärung zurückgewiesen, aber die Attacken des Fußballers gegen Verband und Präsident Reinhard Grindel weitgehend ausgeklammert.

Zugleich bedauerte der Deutsche Fußball-Bund in seiner Erklärung am Montag den Rücktritt des 92-maligen Nationalspielers. Der DFB sei Özil für seine „herausragenden Leistungen“, im Trikot des deutschen National-Teams sehr dankbar.

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Der DFB respektiere den Rückzug betonte aber, dass es „für uns als Verband auch zum respektvollen Umgang mit einem verdienten Nationalspieler“ gehöre, dass manche „für uns in Ton und Inhalt nicht nachvollziehbare Aussagen in der Öffentlichkeit“ unkommentiert bleiben. „Dass der DFB mit Rassismus in Verbindung gebracht wird, weisen wir aber mit Blick auf seine Repräsentanten, Mitarbeiter, die Vereine, die Leistungen der Millionen Ehrenamtlichen an der Basis in aller Deutlichkeit zurück“, erklärte der DFB.

Ex-Weltmeister Özil hatte am Sonntag seinen Rücktritt aus dem DFB-Team bekanntgegeben und über soziale Medien in einer dreiteiligen Erklärung harsche Anschuldigungen gegen Grindel und den Verband erhoben. Dem DFB-Chef warf er vor, ihn als Sündenbock für „seine Inkompetenz und seine Unfähigkeit, seinen Job ordentlich zu erledigen“ gemacht zu haben. Zudem will Özil, im DFB „fremdenfeindliche Tendenzen“ erkannt haben.

Auslöser der Affäre waren Fotos, die Özil und sein ehemaliger DFB-Teamkollege Ilkay Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vor dessen Wiederwahl gemacht hat. Özil hatte sich im Gegensatz zu Gündogan vor der WM in Russland überhaupt nicht zu dem umstrittenen Fototermin geäußert. In der Erklärung vom Sonntag verteidigte er, die Bilder gemacht zu haben.

„Von der Kreisklasse bis in die Nationalmannschaften gehören Spielerinnen und Spieler mit Migrationshintergrund zum DFB“, hieß es in der am Montag veröffentlichten Erklärung weiter. „Was uns alle dabei auf und neben dem Platz verbinden muss, ist die Beachtung der im Grundgesetz verankerten Menschenrechte, das Eintreten für Meinungs- und Pressefreiheit sowie Respekt, Toleranz und Fair Play.“ Ein Bekenntnis zu diesen Grundwerten sei für alle erforderlich, die für Deutschland Fußball spielen.

„Die Bilder mit dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan haben deshalb bei vielen Menschen in Deutschland Fragen aufgeworfen. Dass der DFB im Umgang mit dem Thema dazu auch einen Beitrag geleistet hat, räumen wir selbstkritisch ein“, schreibt der DFB. „Und dass Mesut Özil das Gefühl hatte, als Ziel rassistischer Parolen gegen seine Person nicht ausreichend geschützt worden zu sein, wie es bei Jérôme Boateng der Fall war, bedauern wir.“ Der Bayern-Profi Boateng war im Jahr 2016 gegen Angriffe der AfD in Schutz genommen worden.

Es sei aber wichtig, dass Mesut Özil, wie vor ihm bereits Ilkay Gündogan, mit Blick auf dieses Foto Antworten gibt, unabhängig vom sportlichen Ausgang des Turniers in Russland“, hieß es in der Mitteilung. „Im DFB gewinnen und verlieren wir zusammen, alle, als ein Team.“ Damit wird indirekt auf Özils Vorwurf eingegangen nach dem WM-Aus in der Vorrunde als Sündenbock missbraucht worden zu sein. (dpa)