merken

Di Maio und die sieben Zwerge

Italiens Fünf-Sterne-Bewegung kürt ihren Spitzenkandidaten für die nächsten Wahlen. Der Sieger steht schon fest.

© dpa

Von Almut Siefert, SZ-Korrespondentin in Rom

Luigi Di Maio wird am Samstagabend in Rimini bei der dreitägigen Versammlung der 5-Sterne-Bewegung zum Spitzenkandidaten für die kommenden Wahlen gekürt, die spätestens im Frühjahr 2018 stattfinden werden. Der 31-Jährige gilt quasi als gesetzt. Außer ihm stehen noch sieben andere aus der Bewegung zur Wahl – allerdings keiner aus der vordersten Reihe. Der Autor und Sozialdemokrat Gero Grassi kommentierte süffisant: „Es sind sieben. Wie die Zwerge von Schneewittchen.“

Elbgalerie Riesa
Gesicherte Nahversorgung in der Elbgalerie
Gesicherte Nahversorgung in der Elbgalerie

Die Apotheke, Drogerie und der Lebensmittelhandel haben in der Elbgalerie weiterhin für Sie geöffnet und freuen sich auf Ihren Besuch.

Auch viele Mitglieder der Fünf Sterne haben bereits über Facebook ihrem Unmut über die aktuelle Abstimmung Luft gemacht. Von einer Wahl wie in Nordkorea ist unter anderem die Rede. Dass die Bewegung und damit Chef Beppe Grillo den jungen Di Maio ins Rennen schicken wird, wird schon lange vermutet. Grillo selbst darf nicht für ein politisches Amt kandidieren – er ist wegen fahrlässiger Tötung vorbestraft. Dabei könnten sich der Komiker und der Spitzenkandidat kaum mehr unterscheiden. Der 69-jährige Kopf der Bewegung fällt gerne durch lautes Gezeter und zugespitzte Äußerungen auf. Di Maio hingegen tritt konservativ und bieder auf, wirkt gut erzogen und bleibt in seiner Argumentation ruhig und besonnen. Er stammt aus Neapel, hat sein Jurastudium nie abgeschlossen und zog 2013 für die Fünf-Sterne-Bewegung ins Parlament ein, dem er nun als Vizepräsident vorsitzt – der jüngste auf diesem Posten in der Geschichte der Italienischen Republik.

Die Fünf-Sterne-Bewegung bedient Themen sowohl aus dem linken als auch aus dem rechten Spektrum. Sie fordert einerseits ein bedingungsloses Grundeinkommen, hetzt andererseits gegen Flüchtlinge und Migranten. In Umfragen liegt die Bewegung seit Monaten konstant bei fast 30 Prozent und ist somit die stärkste politische Kraft. Allerdings möchte derzeit keine Partei mit ihr zusammenarbeiten.