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Diakonenhaus plant Fachschule

Eine evangelische Hochschule gibt es im Ort bereits. Nun soll der Bildungsstandort erweitert werden. Ziel für den Start der neuen Schule ist 2019.

© Norbert Millauer

Von Sven Görner

Moritzburg. Das Vorhaben steht erst am Anfang. Vieles muss in den nächsten Monaten noch geklärt werden. Doch durch eine Bauvoranfrage im Technischen Ausschuss des Moritzburger Gemeinderates wurde bekannt, dass das Evangelisch-Lutherische Diakonenhaus Moritzburg sein pädagogisches Ausbildungsangebot im Ort erweitern will. Eine evangelische Hochschule betreibt das Diakonenhaus bereits seit mehreren Jahren. „Jetzt wollen wir eine evangelische Fach- und Berufsfachschule errichten, in der staatlich anerkannte Erzieherinnen und Erzieher sowie Sozialassistentinnen und -assistenten ausgebildet werden“, sagt Prof. Thomas Knittel, der Vorsteher des Diakonenhauses.

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Dresden, 18. Februar 2019. Mariame Clément hat für die Semperoper Dresden Bedřich Smetanas Oper »Die verkaufte Braut« kräftig ausgelüftet. 

Drei Gebäude auf dem weitläufigen Gelände des Diakonenhauses – das Areal Am Knabenberg 9 bis 13 – sollen dafür hergerichtet werden. Diese befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft des jetzt leerstehenden Asylheims. In dem mittleren Gebäude, dem Roland-Adolph-Haus, ist geplant, die Schulräume für insgesamt fünf Klassen unterzubringen. Die beiden seitlichen Gebäude sollen als Wohnheim beziehungsweise zur Unterbringung von Büros dienen.

Der größte Umbaubedarf besteht beim rechten Gebäude. Die beiden anderen Häuser waren in den vergangenen Jahren bereits saniert und als Drogenklinik beziehungsweise zuletzt von den Fachkliniken Heidehof genutzt worden. Derzeit ist noch ein Teil durch die Produktionsschule Moritzburg belegt, so Prof. Thomas Knittel.

Den Plänen für die neue Fach- und Berufsfachschule – dabei handelt es sich um eine Schule mit zwei Schultypen – liegen Einschätzungen zugrunde, welche die Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens in dem Konzeptpapier „Wo christlicher Glaube wächst“ 2015 vorgelegt hat. „Darin wird mit einem steigenden Bedarf an evangelischen und religionspädagogisch kompetenten Erzieherinnen und Erzieher gerechnet, welcher durch die bestehenden Ausbildungskapazitäten in Kirche und Diakonie nicht gedeckt ist“, sagt der Vorsteher des Diakonenhauses. „Ein besonderes Profilmerkmal der geplanten Schule soll daher in der Ausbildung religionspädagogischer Kenntnisse und Kompetenzen bestehen, welche gesamtgesellschaftlich zunehmend wichtiger werden.“

Arbeiten könnten die in Moritzburg ausgebildeten Erzieher und Sozialassistenten generell in allen Kitas, Horten sowie in der Jugendhilfe. Also nicht nur in Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft.

Pro Jahrgang und Schultyp soll es eine Klasse geben. Wobei die Ausbildung zum Erzieher drei Jahre und zum Sozialassistenten zwei Jahre dauert.

Die Errichtung einer solchen Schule in freier Trägerschaft erfordert ein umfangreiches Genehmigungsverfahren. „Wir hoffen, dass dieses bis 2019 abgeschlossen ist.“ Ziel sei es, mit der Ausbildung im August nächsten Jahres zu starten.

Im Technischen Ausschuss gab es Zustimmung für die Umnutzung. Allerdings gibt es aus Sicht der Gemeinde im weiteren Baugenehmigungsverfahren noch einiges zu klären. Das betrifft beispielsweise Parkplätze, die Versorgung mit Trink- und Löschwasser, die Abwasserentsorgung, aber auch den Winterdienst und die Zufahrt für die Feuerwehr. Denn die Straße Am Knabenberg ist nicht nur sehr schmal, sondern auch nicht öffentlich gewidmet. Sie ist Eigentum des Diakonenhauses.