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Diakonie schafft Platz für Hospizdienst

An der Bautzener Karl-Liebknecht-Straße wird jetzt ein Haus saniert, das 15 Jahre leer stand. Große Anstrengungen erfordert vor allem der Denkmalschutz.

© Carmen Schumann

Von Carmen Schumann

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Bautzen. Der Erhalt der hölzernen Veranden ist knifflig. Doch sie prägen das Gesicht des Gebäudes Karl-Liebknecht-Straße 7 und müssen deshalb erhalten werden. Gerd Lehmann, dem geschäftsführenden Vorstand der Bautzener Diakonie, bereiten die Anforderungen der Denkmalpflege schon einige Kopfschmerzen. Denn sie gehen ins Geld. Deshalb habe sich die Diakonie auch schwergetan, das Sanierungsvorhaben überhaupt in Angriff zu nehmen. Den Ausschlag, es dann doch zu tun, gab eine Anfrage des Kirchenbezirks Bautzen-Kamenz, der dringenden Platzbedarf hat.

Das Backsteingebäude, das um die Jahrhundertwende im sogenannten Heimatstil erbaut wurde, ist schon seit längerem im Besitz der Diakonie. Das Diakonische Werk bewirtschaftet an der Karl-Liebknecht-Straße die Häuser Nummer 7, 14 und 16. Bis zum Jahr 2000 diente die Nummer 7 als Pflegeheim. Dann zogen die Bewohner in den Neubau an der Erich-Pfaff-Straße um. Später wurde das Haus noch einmal übergangsweise genutzt, als das Gebäude Nummer 14 saniert wurde. Seit 2002 stand es leer. Obwohl viele Interessenten vorstellig wurden, die das Haus kaufen wollten, entschloss sich die Diakonie – vor allem wegen der räumlichen Nähe zu den anderen beiden Gebäuden –, es zu behalten.

Büros für den Kirchenbezirk
Im vergangenen Jahr gab es dann die Anfrage des Kirchenbezirks, der einen Teil der Räume nutzen will. Im Lutherhaus auf der Goschwitzstraße seien die Räumlichkeiten nämlich inzwischen sehr beengt, weil im Zuge der Einrichtung zentraler Kassenverwaltungen die Bautzener diese Aufgabe auch für den Kirchenbezirk Löbau-Zittau erledigen. Deshalb wird das Gebäude nun so hergerichtet, dass im ersten und zweiten Obergeschoss die Kassenverwaltung für beide Kirchenbezirke eingerichtet werden kann. Im Erdgeschoss wird ein Anlaufpunkt für den ambulanten Hospizdienst entstehen. Der befindet sich zurzeit noch – sehr beengt – im Haus der Diakonie im Gebäude Nummer 16. Künftig gibt es dann mehr Platz, um die rund 90 ehrenamtlichen Hospiz-Helfer anzuleiten und weiterzubilden. Die Räume im Erdgeschoss werden behindertengerecht gestaltet. Der Keller wird als Archiv hergerichtet. Die Sanierung des markanten Backsteingebäudes begann im September mit dem Trockenlegen der Grundmauern. Die Anschlüsse für Strom, Trink- und Abwasser wurden auf den neuesten Stand gebracht. Noch erfolgen muss der Anschluss an das zentrale Datensystem der Nummer 14. Um den Platzbedarf der Kirchenbezirks-Mitarbeiter zu decken, wird der Anbau auf der Rückseite des Gebäudes, der sich bislang nur am Erdgeschoss befindet, um zwei Etagen aufgestockt. Die Heizungsanlage wird von Öl auf Gas umgestellt. Die Metallfenster, die Anfang der 1990er-Jahre eingebaut wurden, bleiben erhalten. Die schönen alten Holztüren sollen aufgearbeitet werden.

Die Holzelemente der Veranden, die irgendwann mal zugenagelt und jetzt wieder freigelegt wurden, werden eisgestrahlt – ein sehr aufwendiges Verfahren, bei dem gefrorenes Kohlendioxid auf die Oberfläche geschossen wird. Die Klinkersteine der Fassade werden durch Abkärchern gesäubert. Die 1,3 Millionen Euro teure Sanierung soll im Mai abgeschlossen werden.