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Dickes Fell gegen Frost

Tierpark im Winter ist alles andere als langweilig. Viele Bewohner freuen sich sogar über die Kälte.

Von Matthias Klaus

Für den Manulkater im Tierpark wird das Jahr 2015 wahrscheinlich ein sehr einsames. Zwar ist eine Katzendame in Aussicht, gleichzeitig ist sie aber noch in weiter Ferne – im wahrsten Sinne des Wortes. „Wir bekommen die Katze aus England“, sagt Catrin Hammer. Aber, so die Tierpark-Kuratorin, die Reise der kleinen Jägerin ziehe sich hin. Die Bürokratie steht dem Liebesglück des künftigen Katzenpaars im Wege. „Es dauert lange, bis alle Papiere ausgestellt sind“, schildert Catrin Hammer. Deshalb, schätzt sie, wird der Manulkater vermutlich erst im kommenden Jahr mit weiblicher Gesellschaft rechnen dürfen.

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Manule stammen ursprünglich aus Zentralasien, gehen etwa im Himalaja auf die Pirsch. Kälte macht ihnen nichts aus, im Gegenteil, sie fühlen sich damit wohl. Überhaupt, Winter im Tierpark, eine gute Gelegenheit, die Bewohner zu beobachten, findet Catrin Hammer. „Viele der Tiere kommen aus dem asiatischen Raum, vertragen Kälte gut, Nässe dagegen nicht so sehr“, sagt sie. Zudem kommt bei so manchem Tierpark-Bewohner derzeit eh innerliche Hitze auf. Die Paarungszeit hat begonnen. Dieses Jahr soll es etwa bei den Pandas wieder mit dem Nachwuchs klappen – nach der Zwillingsgeburt 2014. Die erwies sich für Herrn Panda damals allerdings als wenig ersprießlich. Er wurde von der Gattin regelrecht des Geheges verwiesen und fand in einer Uhu-Voliere Asyl. Erst nachdem die Kinder raus waren, durfte er wieder zu seiner Frau. Nun warten die Tierparkmitarbeiter gespannt darauf, ob es in diesem Jahr wieder kleine Pandas zu bestaunen gibt. „Auf jeden Fall sind die Pandas in dieser Jahreszeit sehr gut zu beobachten“, sagt Catrin Hammer.

Wenig Überraschung bieten in dieser Hinsicht die Tibetschweine. Mit 52 Ferkeln stehen sie auf Platz eins der Fruchtbarkeitsliste. Und Tibetschweine werden geschlachtet. „Dazu stehen wir“, so die Tierpark-Kuratorin. Die Einrichtung benötige das Fleisch als Futter für die Geier. Diese wiederum, die Gänsegeier, befinden sich auch schon in Paarungslaune. 546 Tiere in 107 unterschiedlichen Arten beherbergt der Görlitzer Tierpark. Das ergab die jüngste Inventur. Das sind weniger Arten als 2013, aber rund 50 Einzeltiere mehr. Der Bestand blieb damit relativ gleich, schätzt die Tierpark-Kuratorin ein. Die Bewohner verdrückten im vergangenen Jahr unter anderem 36 Tonnen Heu, neun Tonnen Obst und Gemüse, drei Tonnen Fisch und Fleisch

Um die Tiere auch bei starkem Schneefall anschauen zu können, setzt die Tierparkspitze auf einen kleinen Traktor und Schneeschippen. „Die Wege müssen natürlich für die Besucher freigeräumt werden“, so Catrin Hammer. Gefährlich werde es, wenn sehr nasser Schnee gen Erde trudelt. „Dann sind die Netze der Volieren in Gefahr. Sie könnten reißen, wenn zu viel Schnee darauf liegt“, erläutert die Kuratorin. In den vergangenen Jahren kam es dazu zwar nicht, aber die Einrichtung ist auf diesen Fall vorbereitet. „Dann hilft nur: Früh als Erstes den Schnee von den Netzen räumen und das Gleiche noch einmal am Nachmittag“, sagt Frau Hammer. Die Besucherzahl im Tierpark ist im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2013 gestiegen, gerade auch die polnischer Gäste. Sie stieg von drei auf sieben Prozent. Catrin Hammer sieht das Ergebnis als ein gutes Zusammenspiel von Wetter, Produkt und Werbung.

Damit das Produkt Tierpark weiterhin attraktiv für die Besucher bleibt, sind in diesem Jahr Veränderungen geplant. Zu Ostern etwa öffnet die Kaninchenerlebniswelt. „Die alten Kaninchenkästen verschwinden, die Erlebniswelt wird zum Teil begehbar sein“, erzählt Catrin Hammer. Im Frühjahr soll dann auch die neugestaltete Tibetvoliere zu sehen sein. Die Bambushühner, die sie mit weiteren Neuzugängen beziehen sollen, sind schon in Görlitz – allerdings noch hinter den Kulissen. An diesem Sonntag wird erst einmal der neue Heuschober im Tibetdorf eröffnet.

Die Eröffnung des Heuschobers im Tibetdorf findet am 8. Februar, 14 bis 17 Uhr statt. Besucher können dort den Trampeltieren ganznahe kommen und sie mit Heu füttern. Wärmende Getränke gibt es zur Eröffnung für die Gäste.

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