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Die 8 Wünsche der Leisniger Jugend

Während ihres Stadtrates haben die Schüler zahlreiche Probleme angesprochen. Aber nicht für alle ist die Verwaltung zuständig.

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© Symbolfoto

Von Cathrin Reichelt

Leisnig. Für den Jugendstadtrat haben sich die Zehntklässler der Peter-Apian-Oberschule über die Stadt und ihr Schülerleben Gedanken gemacht. Die Folge waren teils kritische Fragen an Bürgermeister Tobias Goth (CDU) und die Mitarbeiter der Verwaltung.

1. Eine Lüftung für die Umkleide auf dem Sportplatz an der Linde

Die Jugendlichen fragen sich, weshalb in den Duschen des neu gebauten Sozialtraktes die Duschköpfe fehlen und sie fordern zeitnah eine Zwangsdurchlüftung. Tobias Goth zeigte sich entsetzt darüber, dass die Duschköpfe ebenso wie die Elektrik der Waschbecken gestohlen wurden. Sie sollen ersetzt werden. Auch für die Lüftung wird nach einer Lösung gesucht. Der Sozialtrakt wurde als Kaltgebäude gebaut, weil längstens bis September oder Oktober auf dem Platz der Schulsport erfolgt. Allerdings habe sich durch das Duschen und unzureichendes Lüften Schimmel gebildet. „Als erste Maßnahme bleiben die kleinen Fenster auf der Westseite der Halle dauerhaft geöffnet“, so Goth. Zurzeit stehen zwei Varianten zur Wahl, „um der misslichen Lage Herr zu werden“: entweder der Einbau einer Lüftung über der Tür oder der Einbau eines Hydrostates, das die Luftfeuchtigkeit misst und die Belüftung automatisch regelt. Die Kosten entscheiden darüber, welche Variante infrage kommt.

2. Die Änderung des Fahrplans der Buslinien 895, 901 und 902.

Die Busse der Linien 895, 901 und 902 sind zwischen Leisnig und Döbeln, Marschwitz sowie Kleinpelsen unterwegs. Allerdings haben die Schüler, die um 12 und 15 Uhr Schulschluss haben, längere Wartezeiten. Das würden sie gern ändern. Die Chance dafür ist aber gering. „Die Fahrzeiten der Busse sind mit der Schule abgestimmt“, sagt Hauptamtsleiterin Sonja Heier. „Und wenn sich im zweiten Halbjahr der Stundenplan ändert, ändert sich nicht automatisch der Fahrplan.“ Auf den habe die Stadt ohnehin keinen Einfluss. Die Schüler müssten sich mit ihrem Anliegen direkt an Regiobus wenden.

3. Ein schnelleres Ende der Sanierung des Schulhofes

Die Idee für die Sanierung des Schulhofes wurde im Schülerstadtrat vor drei Jahren geboren. Auch am Entwurf für die Gestaltung durften die jungen Leute mitarbeiten. Dafür sind sie dankbar. Aber die Sanierung selbst dauert ihnen zu lange. Eigentlich sollte das Areal innerhalb der Sommerferien neu gestaltet werden. Aber aufgrund verschiedener Änderungen sei das nicht komplett gelungen, sagt Tobias Goth. Er sei froh, dass zumindest die Bauzeit für den Hof der Grundschule eingehalten werden konnte. Das grüne Klassenzimmer auf dem Gelände der Oberschule könne voraussichtlich in zwei Wochen übergeben werden. Das Setzen des pneumatischen Tors zwischen Grund- und Oberschule sowie des Zaunes seien dann die letzten Arbeiten, die etwa Mitte Oktober beendet sein sollen.

4. Einen Getränkeautomaten und eine Sitzecke fürs Foyer der Oberschule

Die Thermosflasche im Rucksack sei nicht die ideale Lösung und der Schulklub habe meist geschlossen, wenn die Schüler auf den Bus warten. Das sind die Gründe, weshalb sie sich im Foyer der Schule einen Getränkeautomaten und eine Sitzecke wünschen. Wegen des Automaten müssten sich die Schüler direkt an einen entsprechenden Betreiber wenden, erklärt die Hauptamtsleiterin. Darüber, dass der Schulklub geschlossen habe, wenn die Schüler auf den Bus warten, ist Sonja Heier sehr verwundert. Denn der Klub sei schließlich dafür da, damit die Jugendlichen die Wartezeiten überbrücken können. Und dort stünden auch Getränke zur Verfügung.

5. Möglichst 24 überdachte Stellplätze für die Mopeds der Schüler

Die jungen Leute, die mit dem Moped zur Schule kommen, hören immer wieder Beschwerden von Anwohnern, aus dem Ärztehaus oder der Grundschule, weil sie in Einfahrten parken oder anderen Kraftfahrern die Parkplätze „wegnehmen“. Deshalb wünschen sie sich auf dem Schulgelände eine überdachte Unterstellmöglichkeit mit 24 Plätzen. Auf dem Areal, das gerade neu gestaltet wird, ist ein solcher Parkplatz allerdings nicht vorgesehen. Doch Goth macht einen Vorschlag: 2019 soll der Lindenplatz grundhaft saniert und dabei der Platz für die Glascontainer verlegt werden. An deren Stelle könnten Stellflächen für Mopeds eingeplant werden.

6. Die Neugestaltung der Turnhalle für den Schulsport

Der Fußboden knackt und splittert und der Sanitärbereich ist veraltet. Auch die Energieeffizienz der Sporthalle an der Oberschule müsste geprüft werden. Die Stadt hat bereits Pläne: 2018 soll ein neuer Fußbodenaufbau erfolgen. „Damit verbessern wir die Qualität der Halle und sorgen dafür, dass die Schüler unfallfrei Sport treiben können“, so Sonja Heier. 2019 werden die Sanitäranlagen in Ordnung gebracht. Außerdem denke die Verwaltung über einen Prallschutz und ein Geländer nach.

7. Die grundhafte Sanierung der Saxoniahalle

Es ist stickig, es schimmelt, die hygienischen Zustände in den Duschen sind ungenügend und in der Umkleideräumen fehlt die Privatsphäre. Deshalb fordern die Schüler eine Sanierung der Halle. „Wir wissen um den Zustand der Halle, die einen gewissen DDR-Charme hat“, so Tobias Goth. Insgesamt 83 000 Euro habe die Stadt bereits für neue Fenster und ein neues Dach ausgegeben. Zwischen 2018 und 2020 seien weitere 475 0000 Euro eingeplant, unter anderem für neue Heizungen, Sanitäreinrichtungen, einen modernen Sportboden und das Außengelände.

8. Eine Aussage über die finanzielle Lage der Stadt und die Schulden

„Alle wissen, dass wir nicht auf Rosen gebettet sind und eine schwierige Haushaltssituation haben“, antwortet der Bürgermeister. Erstmals habe die Stadt einen Doppelhaushalt beschlossen und sie befinde sich seit fünf Jahren in einer Haushaltskonsolidierung. „Das heißt, wir haben weniger Einnahmen als Ausgaben“, so Goth. Seit vielen Jahren habe die Stadt keinen Kredit aufgenommen. 2017 gab es eine Ausnahme für die Anschaffung eines neuen Fahrzeuges für den Bauhof. „Wir hatten keine andere Möglichkeit“, meint Goth. Zum 1.  Januar 2017 hatte Leisnig 4,9 Millionen Euro Verbindlichkeiten aus Investitionskrediten. Zum Jahresende sollen es 200 000  Euro weniger sein.