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Die Allee bleibt trotz Kreisverkehr

Im Frühjahr soll der Löbauer Kreiselbau starten. Die Bäume am Promenadenring bleiben stehen. Woanders wird gefällt.

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© Rafael Sampedro

Von Marcus Scholz

Einige stattliche und viele zierliche Bäume säumen den Fußweg entlang des Löbauer Promenadenrings und trennen optisch den Gehweg von Straße und Gerichtswiese. In den vergangenen Monaten sind die Bäume vor allem wegen lärmenden und darin nistenden Krähen in die Schlagzeilen geraten. Zuletzt aber sind sie in einem Atemzug mit Löbaus Großprojekt „Kreisverkehr“ genannt worden. Zwei Kreisel sollen bekanntlich in der Innenstadt entstehen: einer davon am Neumarkt, ein anderer zwischen Bergquellklause und Promenadenring. Letztgenannter Standort hat für Unmut gesorgt. Denn immer wieder ist die Angst durch die Stadt gegeistert, dass die Bäume am Promenadenring dem Bau des Kreisverkehrs zum Opfer fallen könnten. Immerhin symbolisieren sie einen Teil der alten Löbauer Stadtmauer und damit auch ein Stückchen Stadtgeschichte. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr kann nun aber beruhigen. „Die Auflagen in Sachen Denkmalschutz sind geklärt und die Bäume am Promenadenring bleiben erhalten“, teilt Isabel Siebert, Sprecherin des Landesamtes, mit. Ganz ohne Einschnitt in die Begrünung geht der Kreiselbau dann aber doch nicht. „Es werden Bäume im Bereich der Poststraße gefällt“, sagt Frau Siebert. Als Ausgleich dazu werde aber neues Grün am Promenadenring gepflanzt, so die Pressesprecherin.

Wann und wo der erste Spatenstich für den Bau der beiden Kreisverkehre erfolgen soll ist derweil noch nicht endgültig spruchreif. Derzeit werden laut Isabel Siebert die Bauablaufpläne zu möglichen Bauabschnitten erstellt. Außerdem sei in Sachen Kostenbeteiligungen von Landkreis und Stadt noch nicht alles geklärt. Dadurch sei noch kein endgültiges Baurecht erlangt worden. „Wir gehen aber davon aus, dass im Frühjahr alles vorliegt“, sagt Frau Siebert. Dann könne auch das Ausschreiben des Bauvorhabens beginnen. Das würde dann auch höchste Zeit. Denn das erklärte Ziel von Löbaus Oberbürgermeister Dietmar Buchholz (parteilos) ist es, dass bis zum Tag der Sachsen im Jahr 2017 alles fertiggestellt ist. „Dann ist Löbau frei von Baustellen“, sagte er in einem SZ-Interview im September. Allerdings mit der Einschränkung, dass dafür spätestens in diesem Frühjahr der Baustart erfolgen müsse.

Neben den zwei großen Kreisverkehren an Neumarkt und Bergquellklause werden rings um die Kreisel herum die Gehwege, sowie vorhandene Medien, wie etwa Trink- und Abwasserleitungen, Gas-, Fernwärme- und Telefonleitungen erneuert. Die Kosten für das Gesamtprojekt belaufen sich auf ungefähr 1,8 Millionen Euro. Ein Großteil davon wird vom Freistaat Sachsen finanziert. Die Stadt Löbau trägt nur einen kleinen Teil selbst. Das Geld dafür soll voraussichtlich aus einem Pool von rund 450 000 Euro entnommen werden, den Löbau vom Freistaat für die Ausrichtung zum Tag der Sachen bereitgestellt bekommt.

Die Kreisverkehridee schwebt schon seit gut 20 Jahren durch die Stadt. 2008 sind dazu schließlich erstmals Konzepte präsentiert worden. Erst im Jahr 2012 hat der Löbauer Stadtrat einstimmig positiv über das Projekt abgestimmt und damit den Weg für den anstehenden Bau geebnet. Mit den neuen Kreiseln wird Löbaus Verkehrskonzept völlig neu ausgerichtet. Denn, wer künftig durch die Stadt fahren will, kann von der Weißenberger direkt über die Poststraße geradeaus in den Promenadenring einbiegen, den Neumarkt überqueren und in Richtung Süden der Stadt fahren. Damit ist das umständliche Herumkurven über August-Bebel-Straße und Äußere Bautzner Straße beendet.