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„Die Arena legt wieder ein Rekordergebnis hin“

In einem aktuellen Ranking deutscher Hallen schneidet Riesa gut ab. Die SZ sprach dazu mit OB Müller.

© Sebastian Schultz

Riesa. Bonn, Bielefeld, Bayreuth: Riesa hat sie alle hinter sich gelassen. Zumindest in der Statistik, die deutschlandweit die Besucherzahlen der großen Veranstaltungshallen auswertet. Und da erreichte die Sachsenarena im vergangenen Jahr schon verdächtig nahe die 200 000er-Marke: Mehr als 197 000 Besucher kamen 2017 zu den Veranstaltungen – ein deutliches Plus zum Jahr davor (SZ berichtete).

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Marco Müller (CDU) ist Oberbürgermeister von Riesa. Der 42-Jährige ist gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender des Arenabetreibers FVG. © Sebastian Schultz

Die SZ sprach dazu mit OB Marco Müller (CDU), dem Aufsichtsratsvorsitzendem des städtischen Hallenbetreibers FVG.

Herr Müller, vor einem Jahr hat der damalige FVG-Prokurist Reiner Striegler im SZ-Interview den Wunsch geäußert, beim Arena-Ranking vor Chemnitz zu landen. Das hat nur fast geklappt. Sind Sie enttäuscht?

Im Gegenteil. Die Arena hat 2017 schon wiederholt ein Rekordergebnis bei den Besucherzahlen hingelegt. Darauf sind wir in Riesa alle stolz – und wollen daran anknüpfen. Chemnitz liegt wegen guter Messe-Zahlen noch vor uns, die Dresdner Messehalle liegt hinter Riesa. Das zeigt, was das FVG-Team geleistet hat. Das Ziel ist es, die 200 000 zu knacken.

Was werden aus Ihrer Sicht die Höhepunkte 2018?

Wir haben ja mit der Enduro-WM, den Kellys und Santiano schon sehr gut angefangen. Wir hoffen nun auf die Cheerleader-Regionalmeisterschaft – und natürlich auf Freiwild im April. Das Konzert wird wohl mit fast 10 000 Karten ausverkauft sein. Auch mit dem Traktorpulling, dem Auftritt der Dartprofis und den Tanzwochen sind wir sehr gut aufgestellt. Und ich bin mir absolut sicher, dass noch das eine oder andere Event dazukommt. Dabei hatten wir schon im vergangenen Jahr 30 Prozent mehr Besucher im Bereich Show/Entertainment/Kultur.

Im Bereich Sport dagegen könnte ein wichtiger Besuchermagnet wegfallen: Wie geht es künftig mit den Tanzwochen weiter? 2018 wird doch nur noch eine von zwei Meisterschaften in Riesa stattfinden. Wie geht es in den Folgejahren weiter?

Es wird in diesem Jahr neben der Stepptanz-WM auch eine große Showtanz-Veranstaltung geben. 2019 erleben wir erneut das volle Programm mit zwei Weltmeisterschaften. Für die Zeit danach werden wir uns wieder bewerben, aber eventuell auch Alternativen suchen. Wir haben mit der Arena, dem FVG-Team und unserer Erfahrung ein gutes Standing beim internationalen Tanzverband IDO. Einen Ersatz in dieser Größenordnung zu gewinnen, wäre sicher nicht leicht: Da müsste man schauen, was sich realistisch darstellen ließe.

Was haben Sie sich eigentlich persönlich in der Arena im vergangenen Jahr angeschaut?

Ich war bei den Tanzwochen regelmäßig dabei, bei der Motorrad-WM – und natürlich bei der Reihe Live vom Balkon.

Die läuft ja schon seit fast 15 Jahren konstant gut – aber wohl mehr oder weniger mit dem gleichen Publikum. Wird es dort auch mal Musik für jüngere Zuhörer geben?

Der Anspruch von Live vom Balkon ist, keine Mainstream-Musik zu machen. Dirk Mühlstädt von der FVG richtet die Reihe mit viel Herzblut aus. Und er hat natürlich das Ziel, auch ein jüngeres Publikum zu erreichen: Die Frage ist, wo es tatsächlich eine Nachfrage gibt. In die Arena holen wir mit Freiwild, Santiano oder Stahlzeit durchaus viele Besucher aus der jüngeren Generation. Und den vielen Junggebliebenen in Riesa machen wir etwa mit den Kellys und Roland Kaiser tolle Angebote.

Bei Großveranstaltungen in der Arena ist immer mal wieder die Parksituation im Umfeld ein Thema ...

Das haben wir mit dem Ordnungsamt und der Polizei mittlerweile gut im Griff. Ich schaue mir die Situation auch selbst an. Dass mal jemand falsch parkt, kommt bei solchen Veranstaltungen natürlich vor. Aber bei Feuerwehrzufahrten, Einfahrten von Nachbarn oder Behindertenparkplätzen schauen wir ganz genau hin.

Arena-Veranstaltungen füllen nicht nur die Parkplätze. Merkt man die auch in den Gaststätten und Hotels ringsum?

Absolut. Die Arena ist ein richtiger Frequenzbringer. Nicht nur für die Händler auf der Hauptstraße, sondern beispielsweise auch für Busunternehmen. Bei manchen Veranstaltungen sind die Macher tagelang für die Vorbereitung in Riesa, füllen die Hotels und lassen Umsätze da. Die Arena ist wichtig für Riesa und die Region.

Gerade hat das Traditionshotel Sachsenhof geschlossen. Reichen denn Riesas Übernachtungskapazitäten für Veranstaltungen in der Arena noch aus?

Grundsätzlich sind wir in der Stadt hotelmäßig gut aufgestellt. Bei Großveranstaltungen bieten wir einen Shuttle an – von Döbeln bis Radebeul. Das Angebot an Übernachtungsplätzen ist unserem Bedarf angemessen. Es muss schließlich nachhaltig sein.

Helene Fischer hat ja ihren Durchbruch quasi im Sommer 2006 in Koselitz erzielt und ist später auch mehrfach in Riesa aufgetreten. Kommt sie noch mal in die Arena?

Von mir aus gern. Aber die Bühnenkonstruktionen solcher Stars sind heutzutage so groß geworden, dass unsere Arena an Grenzen stößt. Dafür müssten wir schon anbauen.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten: Welchen Star würden Sie persönlich gern in Riesa hören?

Robbie Williams wäre toll, den habe ich in Hannover gesehen: ein richtig guter Entertainer. Andreas Gabalier wäre auch schön. Und warum nicht Eric Clapton?

Das Gespräch führte Christoph Scharf.