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„Die Bauarbeiter“ kehren zurück

Die nach der Wende verschollene Skulptur ist bald wieder in Gorbitz zu sehen.

Von Daniel Krüger

In der DDR gehörte sie zum festen Ortsbild im sozialistischen Vorzeigestadtteil Gorbitz: Die Aktplastik „Die Bauarbeiter“ von Miroslav Klimes. Doch in der Nachwendezeit der 90er-Jahre versuchte der Dresdner Stadtrat Kunstwerke, die als politische Symbolik der DDR-Führung galten, aus dem öffentlichen Stadtbild zu verbannen. So verschwand nicht nur der „Platz der Bauarbeiter“; auch die Skulptur sollte zerstört werden. Doch diese Vernichtung fand nie statt.

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Der stellvertretende SPD-Stadtbezirksbeirat Mathias Körner forschte lange zur Gorbitzer Geschichte. Im Zuge von Buchrecherchen fand er heraus, dass gewitzte Bürger die Statue über Jahre am alten Löbtauer Bahnhof versteckten. Damit die Stadt ihrem Plan nicht auf die Schliche kam, fälschten sie Rechnungen über die angebliche Zerstörung der Statue und schickten diese an die Verwaltung.

2013 bekam Körner dann einen Tipp und fand die Bauarbeiter auf dem Omsewitzer Bauhof – neben Resten der Frauenkirche und alten städtischen Sitzbänken. Der 40-Jährige kontaktierte den damaligen Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos), der die Plastik schließlich im Dresdner Lapidarium unterbringen ließ. Weil sich viele Gorbitzer in den vergangenen Jahren immer wieder an Körner wandten, um nach der Zukunft der Bauarbeiter zu fragen, entschloss sich der Rettungssanitäter, das Thema in die Politik zu bringen.

Er initiierte einen Antrag der SPD-Stadtratsfraktion, der vorsah, die Bauarbeiter wieder am Amalie-Dietrich-Platz aufzustellen. Der Kulturausschuss stimmte dem Vorhaben am 6. November zu. Ende 2019 ist es soweit. Zusammen mit den Bauarbeitern soll dann auch ein zweites Werk wieder an seinen alten Platz finden: „Das kleine Zeichen“ der Dresdner Bildhauerin Charlotte Landgraf-Sommer.