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Die Dohna aufs Dach steigen

Die vierte Dohnaer Hofnacht ist für die Bräunigs die dritte und noch lange nicht die letzte. Sie sanieren die Scheune Markt 17.

© Daniel Schäfer

Von Heike Sabel

Dohna. Von wegen aller guten Dinge sind drei. Bei Corinna und Jörg Bräunig sollen es mindestens vier, eher noch viel mehr werden. Am Freitag sind sie das dritte Mal bei der Dohnaer Hofnacht dabei. Viel ist seit dem ersten Mal geschehen. Damals hatten sie den Markt 17 mit der 1555 erstmals erwähnten Scheune gerade gekauft. Der Zustand: sehr traurig bis hoffnungslos. Manche nannte die Bräunigs damals verrückt.

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Die Stadt hatte die einsturzgefährdete Scheune, die zum Teil vom Bauhof genutzt worden war, notdürftig gesichert. Für mehr reichte das Geld nicht. Schiefe Wände und Mauern, das Unkraut wuchs aus den Fenstern, vom Dach fielen die Schindeln. Wer die Bilder von damals vor Augen hat, staunt heute, zwei Jahre danach.

Die kleinen Dachgauben vorn und die eine große hinten sind fast fertig. Unten gibt es ebenerdig – schon das war vor zwei Jahren unmöglich –  einen großen Raum. Hier soll die Vinothek, das Herzstück der Scheune, entstehen. Zwei große Öffnungen lassen den Ausgang auf die Terrasse erahnen.

Die Musik der Höfe

Ratskeller: Jazz, Swing, Latin

Museumshof: Keltische Harfe

Marktplatz: Electronic, Acustic, Latin

Leschestraße 3: Songmix

Leschestraße 8: Liedermacher

Markt 6: Klezmer und Balkan-Folk

Markt 8: Akustik Pop

Markt 10/11: Blues, Country

Pfarrhof: Jazz, Swing, Latin

Markt 14: Pop und Oldies, in der Buchdruckerei Märchen

Markt 15: Country

Markt 17: Violinenklänge

Sperren und Parken
Die Straßen um den Markt sind gesperrt. Eine Parkempfehlung der Stadt gibt es jedoch nicht.

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Oben liegen zwar noch Bretter als Fußboden, aber auch hier ist schon vorstellbar, was die Bräunigs wollen: Zwei Ferienwohnungen mit einem fantastischen Blick auf die Streuobstwiese und weiter bis auf die Gamiger Höhen. Der Blick war von Anfang an da, aber da hatten die Bräunigs kaum einen Blick dafür. Wegen des Unkrauts und der Zeit. Langeweile kennen sie auch heute noch nicht, aber ab und zu gönnen sie sich den Blick. Am Freitag ist er auch den Besuchern der Hofnacht möglich. Zwar wird da einiges abgesperrt, es soll ja auch niemand zu Schaden kommen. Aber einen Eindruck von dem, was sie getan hat und noch tun soll, kann man schon bekommen.

Zeit zum Denken, Zählen, Pflanzen

Bereits bei Bräunigs zweiter Hofnacht voriges Jahr waren die ersten Fortschritte sichtbar. Der größte aber war ein Papier: Die denkmalschutzrechtliche Genehmigung für die Notsicherung. Kurz darauf kam der Torbogen weg, um Baufreiheit zu schaffen und ihn bei der Gelegenheit gleich zu sanieren. Bei perfektem Bauablauf sollte er jetzt am Freitag wieder stehen. Doch bei einem so alten Gebäude ist das mit dem perfekt nicht so einfach.

Doch nun kann nichts mehr passieren, sagen die Bräunigs. Das Dach ist wieder in Ordnung, die Wände gerade und sicher. Ein Teil der Steine der abgetragenen Wände werden im Inneren wieder verbaut.

Als nächstes kommen die Fenster rein. Trotzdem wird es noch eine Weile dauern, bis alles fertig ist. Aber die Bräunigs haben es nicht eilig. „Wir lassen uns mit dem weiteren Ausbau Zeit, zum Nachdenken und auch zum Geld zählen.“ Und im Herbst zum Pflanzen von weiteren Bäumen auf der Streuobstwiese. Der Torbogen kommt zurück, sobald der Rohbau fertig ist. Bis dahin ist das Risiko zu groß, dass Laster oder andere Baufahrzeuge den Bogen beschädigen. Bis zur vierten Bräuniger Hofnacht, die für die Dohna die fünfte sein wird, soll es nicht dauern. Aber auch dann wird es wieder etwas am Markt 17 geben, was es jetzt noch nicht gibt. Die Dohnaer dürfen gespannt sein, die Bräunigs sind es auch. Als sie die Scheune kauften, wollten sie sie einfach erhalten. Nun staunen sie manchmal selbst.