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Meißen

Die Dunkelziffer ist hoch

Dominique Bielmeier über Ladendiebstähle und die Aussagekraft von Statistiken darüber. Ein Kommentar.

Dominique Bielmeier
Dominique Bielmeier ©  SZ-Fotomontage

Eine Bifi und ein paar Energydrinks, was macht das schon aus? Das mag mancher denken, der in einem Geschäft spontan zum Dieb wird. Die Waren sind dabei austauschbar. Vielleicht sind es ein paar Süßigkeiten, vielleicht ist es auch eine Uhr. Wie kann das dem Einzelhandel schaden bei seinem Milliardenumsatz?

Eine ganze Menge: Rund 3,75 Milliarden Euro entgingen ihm laut EHI-Studie allein im vergangenen Jahr. Eine Steigerung von rund sieben Prozent gegenüber 2017. Diebstähle durch Kunden machen allein fast 2,4 Milliarden Euro im Jahr aus. Das ist möglich, weil die Zahlen des schweren Ladendiebstahls nach Statistiken des BKA seit den 90er-Jahren kontinuierlich steigen und inzwischen bundesweit über 22.000 Fälle erreicht haben. Zum Vergleich: 1991 waren es erst gut 6.100. Und das, obwohl die Zahl der Ladendiebstähle insgesamt seit Jahren sinkt. 

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Der Handelsverband Deutschland hat außerdem eine etwas andere Einschätzung zur hohen Aufklärungsquote von über 90 Prozent, welche die Polizei angibt: Erwischte Ladendiebe würden den Beamten bei der Anzeigenerstattung meist gleich mitgeliefert. Wenn das dem Einzelhändler nicht möglich sei, verzichte er regelmäßig auf eine Strafanzeige, „da eine Ermittlungstätigkeit der Strafverfolgungsbehörden in der Realität ohnehin nicht stattfindet und die Anzeigenerstattung damit nur Bürokratie verursacht, aber keine Aussicht auf Erfolg bietet“. So nachzulesen auf Einzelhandel.de. Die Dunkelziffer der Ladendiebstähle liege deshalb sogar bei rund 98 Prozent.     

E-Mail an Dominique Bielmeier                     

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