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Geld und Recht

Die eigenen Finanzen meistern

Zum Jahreswechsel kommen auf Privathaushalte häufig große Ausgaben zu.

Die Ausgaben für den Haushalt lassen sich mit einigen Tricks leicht optimieren.
Die Ausgaben für den Haushalt lassen sich mit einigen Tricks leicht optimieren. © pixabay.com © Steve Buissinne (CCO Creative Common

Da wartet nicht nur Weihnachten auf den Einkauf der Geschenke, Steuer und Versicherungen werden oftmals zum Jahresbeginn fällig. Private Finanzen können an ihre Grenzen geraten. Einige Tipps helfen, diesen Zustand zu vermeiden.

Vermögensungleichheit in Deutschland

Laut einer Erhebung des DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) verfügen in Deutschland die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung über rund 56 Prozent des Privatvermögens. Aber wie sieht es bei den Familien aus, die nicht zu diesen zehn Prozent gehören? Das statistische Bundesamt veröffentlichte auf destatis.de aktuelle Zahlen zur Verschuldung der privaten Haushalte in Deutschland. Diese Zahlen zeigen:

• 58.000 Euro Bruttovermögen je Haushalt

• 163.000 Euro Nettogesamtvermögen je Haushalt

• 29.000 Euro durchschnittliche Verschuldung

Bei vielen Haushalten kommt es zu einer Verschuldung durch die Kosten des Alltags.

Teurer Alltag

Wird eine Verschuldung nicht durch für den Erwerb von Immobilien aufgenommen, geschieht sie oft schleichend im Alltag. Kurzfristige Notsituationen bringen etwa einen Abstieg in den Dispo des eigenen Kontos mit sich:

• eine kaputte Waschmaschine

• ein kaputter Trockner

• eine notwendige Zahnbehandlung

• eine Nachzahlung

Diese Situationen sollten jedoch nicht durch den Gang in das Dispo des Kontos aufgefangen werden. Denn ein Dispositionskredit, sprich die geduldete Überziehung des Kontos, ist stts die teuerste Variante. Sinnvoller ist es, hier einen geringen Sofort-Kredit aufzunehmen. Anbieter wie smava.de bieten online Sofort-Kredite zu guten Konditionen an, die ein kurzfristiges Loch in der Haushaltskasse schnell stopfen.

Tipp: Wer einen Sofort-Kredit aufnehmen möchte, sollte unbedingt auf die Seriosität bei den Angeboten achten.

Langfristig planen

Wer nun die kurzfristige Krise mit einem Sofort-Kredit bewältigt, steht trotzdem vor einer weiteren Aufgabe: sich finanziell besser aufstellen. Denn in den meisten Fällen lassen sich die privaten Finanzen optimieren. Das offizielle Existenzminimum wurde auf 9.168 Euro im Jahr festgelegt, wie auf juraforum.de nachzulesen ist. Als Existenzminimum wird jener Betrag bezeichnet, welcher jeder Mensch benötigt, um seinen grundlegenden Lebensunterhalt zu bezahlen. Zu den existenziellen Bereichen zählen:

• Nahrung

• Kleidung

• Wohnen

Tatsächlich ist dieser Betrag individuell sehr verschieden. Wer merkt, dass er seine Finanzen nicht dauerhaft gut im Griff hat, sollte für sich ein persönliches Existenzminimum errechnen. Durch einen klaren Blick auf die Ausgaben und die Bedürfnisse finden sich oft Einsparpotenziale. 

Bereich Nahrung

Um diesen Bereich genauer unter die Lupe zu nehmen, empfiehlt sich, ein klassisches Haushaltsbuch für einen Monat oder länger zu führen. In dieses Haushaltsbuch oder die entsprechende Excel-Tabelle werden alle Ausgaben wie Einkauf von Nahrungsmitteln, Essen gehen, Essen bestellen oder einen Kaffee trinken aufgeschrieben. Beim Kaufverhalten gibt es selbst im Supermarkt unterschiedliche Typen: die Impulskäufer und die gezielten Einkäufer. Letztere schneiden bei den Ausgaben besser ab. Daher empfiehlt es sich, klar nach Listen und gezielt einzukaufen. Wer sich einfach einen Kaffee für den Weg mitnimmt oder vorbereitetes Essen für die Pausen, spart somit viel Geld. Denn es sind oftmals die kleinen, aber regelmäßigen Ausgaben, die am Monatsende für ein Minus sorgen.

Tipp: Wer einen Essensplan für seine Woche macht, kann besser einkaufen. Hierdurch werden Spontankäufe überflüssig und weiteres Geld gespart.

Ist ein Besuch im Café Luxus oder wertvoll für das Wohlbefinden? Diese Frage lässt sich nur individuell beantworten. Bei vielen Menschen versteckt sich bei Cafébesuchen oder Restaurantbesuchen und der Freizeit großes Einsparpotenzial.
Ist ein Besuch im Café Luxus oder wertvoll für das Wohlbefinden? Diese Frage lässt sich nur individuell beantworten. Bei vielen Menschen versteckt sich bei Cafébesuchen oder Restaurantbesuchen und der Freizeit großes Einsparpotenzial. © pixabay.com © Free-Photos (CCO Creative Commons)

Bereich Kleidung

Ein Blick in die meisten Kleiderschränke zeigt eine schier unendliche Auswahl unterschiedlichster Kleidungsstücke. Dabei benutzen die meisten Menschen im Alltag nur wenige Kleidungsstücke. Und die wenigsten benötigen dauerhaft neue Sachen. Wer sich in diesem Bereich fragt, was er wirklich für sich braucht, stellt oftmals fest: So viel ist es nicht. Und vor allem, das meiste davon hat die Person bereits. Wer hier sein Leben vereinfacht und ausmistet, spart sowohl Raum als auch Geld. 

Bereich Wohnen

Miet- und Nebenkosten machen gerade bei den Stadtbewohnern in Deutschland einen großen Teil ihrer Alltagsausgaben aus. Wer merkt, dass die finanzielle Alltagsbelastung dauerhaft zu hoch ist, sollte an dieser Stelle kritisch schauen. Wird der Platz wirklich benötigt? Rechtfertigt die Lage die Höhe der Ausgaben? Mitunter lohnt sich der Blick auf alternative Wohnmodelle. Die Wohngemeinschaft ist beispielsweise schon lange nicht mehr ausschließlich ein Modell für Studierende, sondern für Menschen jeder Lebensphasen, die nicht allein leben möchten. Ob Alleinerziehende, Singles oder Rentner – die Landschaft der Wohngemeinschaften ist bunt. Und der Schritt in eine Wohngemeinschaft ist kostentechnisch interessant, da niemand höhere Ausgaben im Bereich Wohnen hat als Singles. Und passt die Wohngemeinschaft tatsächlich als Gemeinschaft, gewinnen die Bewohner viel mehr als nur günstiges Wohnen. 

Bereich Freizeit

Dieser Bereich wird beim offiziellen Existenzminimum nicht berücksichtigt und doch ist es ein wichtiger Bereich im Alltag von Menschen. Und die Freizeit ist ein entscheidender Kostenfaktor. Wer sparen möchte, schaut sich die folgenden Ausgaben an:

• Mitgliedschaften in Vereinen oder Fitnessstudios

• Abonnements

• Telefon

• Internet

Alles, was bereits seit einiger Zeit nicht genutzt wurde, wird gekündigt. Das kann das Abonnement einer Zeitschrift oder eines Streaming-Anbieters sein. Bei den Verträgen von Telefonen wird der reelle Bedarf überprüft und Verträge entsprechend gekündigt und/ oder gewechselt.

Bereich Pflege/Luxus

Ein weiterer Faktor bei den monatlichen Ausgaben ist die körperliche Hygiene. Auch hier gibt es Impulskäufer, für die sich ein gezieltes Einkaufen lohnt. Wer finanziell zu kämpfen hat, sollte bei den Produkten auf ein gutes Preis-Leistungsverhältnis achten. Außerdem gilt es, die Produkte aufzubrauchen und hierdurch zu sparen.   

Bereich Versicherungen

Bei den eigenen Ausgaben spielen unterschiedliche Versicherungen ebenfalls eine Rolle. Sie sollten unter die Lupe genommen und mit anderen Anbietern verglichen werden. Auch hier warten oftmals um die hundert Euro Einsparpotenzial. 

Rücklagen schaffen

Auch wenn es monatlich nur ein geringer Betrag ist, der auf ein Tagesgeldkonto geht – Rücklagen zahlen sich aus. Wer seine Ausgaben durchgeht, sollte einen Teil des eingesparten Geldes zurücklegen. Mit dieser Rücklage lassen sich künftig Notsituationen besser auffangen. Wer einen größeren Betrag im Monat zur Verfügung hat, sollte sich entsprechend beraten lassen, um Rücklagen zu schaffen.

Finanzen im Griff

Wer sein Leben genau unter die Lupe nimmt, wird in vielen Bereichen Verbesserungspotenzial bemerken. Finanzen sind keineswegs ein trockenes Thema. Gut geordnete Finanzen bringen für das Leben eine große Erleichterung mit sich und sorgen für Entspannung.     

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der externen Redakteurin G. Thiele.