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Weniger Einsätze, dafür dramatischer

Dresdens Feuerwehr hatte 2013 nicht so viel zu tun wie im Jahr davor. Dafür stieg laut Feuerwehr-Chef Andreas Rümpel die Zahl der Brandopfer.

© Roland Halkasch

Von Andreas Weller

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Runter vom Sofa, rein ins Leben!

Zu langes Sitzen erhöht das Risiko für Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes und andere Krankheiten.

Sie sind da, um Dresden zu schützen, waren während des Juni-Hochwassers rund um die Uhr im Einsatz und haben bei Bombenfunden im vergangenen Jahr etwa 10 000 Anwohner evakuiert: Die 485 Männer und Frauen der Berufsfeuerwehr und ihre 572 Kameraden der freiwilligen Wehren. Dresdens Brand- und Katastrophen-Chef Andreas Rümpel zog gestern Bilanz und kommt zu der Erkenntnis: „Das war das dritte Hochwasser, bei dem Katastrophenalarm ausgelöst werden musste, in nur elf Jahren. Vier große Bombenfunde hatten wir so auch noch nicht. Und die Brände in Dresden sind zwar weniger geworden, aber sie verliefen dramatischer.“

Die Zahl der Brände in der Stadt hat sich gegenüber 2012 um 86 auf 843 verringert. Das klingt zwar nach positiver Entwicklung, doch Rümpel ordnet es so ein: „Wir hatten vier Tote zu beklagen, sonst waren das ein oder zwei.“ Dabei hatten einige Dresdner, bei denen es in der Wohnung gebrannt hat, noch Glück. Einer konnte von der Feuerwehr aus seinem Bett gerettet werden, ein weiterer sprang in das Rettungstuch der Helfer. „Warum es dramatischer wird, weiß ich nicht“, so Rümpel.

Er und der zuständige Bürgermeister, Detlef Sittel (CDU), sehen die Feuerwehr gut aufgestellt. „Die neue Zentrale in Übigau ist in Betrieb gegangen“, so Sittel: „Wir haben viel investiert und bauen auch derzeit noch einiges aus. Insgesamt sind wir auf einem guten Stand.“ Die Zahl der Rettungseinsätze ist von 25 842 auf 29 424 deutlich gestiegen. Das ist für Rümpel normal in einer wachsenden und immer älter werdenden Stadt. Doch die Leitstelle, die für die gesamte Region zuständig ist, steht vor Herausforderungen. Ab März werden die Einsätze in Pirna mit koordiniert, vor dem Sommer folgen die aus Dippoldiswalde und später die aus Riesa und Meißen.

Sittel will noch vor dem Sommer den neuen Brandschutzbedarfsplan vorlegen. Der wird noch an die Erfahrungen aus dem heftigen Jahr 2013 angepasst. Er setzt vor allem auf die bereits geplanten Investitionen. „Neu darin wird wohl nur das zweite Baumodul für die Altstadtwache.“ Die Citywache bekommt ab 2018 ein Brandübungshaus für Lehrgänge. Das kostet etwa zwei Millionen Euro. „Ansonsten geht es um die Instandhaltung der Gebäude“, so Sittel. Große Investitionen, über die bekannten Projekte – beispielsweise das an der Magazinstraße – hinaus, sind nicht geplant.