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Die Entscheidung für „Historik Mobil“ war richtig

SOEG-Geschäftsführer Ingo Neidhardt spricht vor der 10. Veranstaltung „Historik Mobil“ über deren Entstehung, Schicksalsjahre und Ideen für Oybin.

© Matthias Weber

Von Mario Sefrin

Ein schönes Jubiläum steht am kommenden Wochenende im Zittauer Gebirge an: Zum 10. Mal sind Liebhaber historischer Fahrzeug-, Rennsport-, Eisenbahn- und Feuerwehrtechnik eingeladen, beim „Historik Mobil“-Festival ihrer Leidenschaft zu frönen. Das Technikfestival, das im Jahr 2007 zum ersten Mal im Zittauer Gebirge über die Bühne ging, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem echten Besuchermagneten entwickelt, der auch die Veranstalter überrascht hat.

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Einer der Macher hinter „Historik Mobil“ ist Ingo Neidhardt. Wahrscheinlich hätte es das Festival ohne den Geschäftsführer der Sächsisch-Oberlausitzer Eisenbahngesellschaft (SOEG) in dieser Form nie gegeben. Im Gespräch mit der Sächsischen Zeitung erzählt Ingo Neidhardt, wie das Festival einst entstanden ist, warum es einmal fast auf der Kippe stand und was für ihn persönlich der Höhepunkt in zehn Jahren „Historik Mobil“ war.

Herr Neidhardt, das Festival „Historik Mobil“ geht in diesem Jahr in seine zehnte Auflage. Können Sie sich noch an das erste Festival 2007 erinnern?

Natürlich. Das war gleich ein Knaller. Denn zur ersten „Historik Mobil“-Veranstaltung haben wir den Zittauer Schmalspurtriebwagen in Betrieb genommen. Dieser Wagen war jahrzehntelang ausgemustert gewesen und wurde – neu motorisiert und aufgearbeitet – zum „Historik Mobil“-Festival 2007 öffentlich präsentiert.

Im Jahr 2007 waren das ehemalige Schmalspurbahnfestival der SOEG, das Lückendorfer Bergrennen und die Jonsdorfer Oldtimer-Show zum ersten Mal bei einem Festival vereint. Wie kam es damals eigentlich dazu?

Dazu muss gesagt werden, dass ich in den Jahren zuvor fünf Festivals zum Jubiläum „125 Jahre sächsische Schmalspurbahnen“ mitorganisieren durfte. Diese Festivals haben 2006 bei mehreren Schmalspurbahnen in ganz Sachsen stattgefunden. Ausgehend von den Erfahrungen bei der Organisation dieser Festivals habe ich, nachdem ich 2005 SOEG-Geschäftsführer wurde, schnell erkannt, dass die hiesige Region eine überregionale Ausstrahlung braucht, dass man hier mit Klein-Klein nicht weiterkommt. Und da habe ich dann den Kontakt zu den Veranstaltern des Lückendorfer Bergrennens gesucht.

Um ein gemeinsames Festival auf die Beine zu stellen?

Richtig, es gab das sehr bekannte Lückendorfer Bergrennen, und es gab das Schmalspurbahnfestival der SOEG am Bahnhof Bertsdorf im Jahr 2006, zu dem wir etwa 8 000 Besucher begrüßen konnten. Warum also sollte man sich nicht zusammentun, eine große Veranstaltung ist schließlich besser als zwei kleinere. Mit den Organisatoren des Lückendorfer Bergrennens, dem Verein MC Robur Zittau, sind wir uns darüber damals schnell einig gewesen.

Gab es denn auf Seiten der Organisatoren des Lückendorfer Bergrennens keine Bedenken? Immerhin war das Rennen schon damals sehr erfolgreich.

Nein, denn es sind ja zwei selbstständige große Veranstaltungen geblieben – die aber unter der gemeinsamen Marke „Historik Mobil“ vermarktet werden. Damit wird keiner der beiden Veranstaltungen die Identität genommen. Außerdem konnten wir durch unser Zusammengehen unsere Stärken bündeln: Das Lückendorfer Bergrennen hat die größere Tradition, wir als SOEG die größeren Marketingmöglichkeiten. Mittlerweile sind wir jedenfalls nicht nur ein Festival für Oldtimerfreunde, sondern zu einem richtigen Familienfestival geworden, das für jeden etwas bietet.

Beim Festivalnamen soll es zuerst einen anderen Vorschlag gegeben haben ...

Das stimmt. Wir wollten das Festival zuerst „Classic Mobil“ nennen. Doch dieser Name war bereits geschützt, sodass wir uns dann auf „Historik Mobil“ verständigten.

Zum Festival gehören neben der Schmalspurbahn und dem Bergrennen auch die Jonsdorfer Oldtimertage. Wie ist dieser Festivalteil entstanden?

Beim ersten „Historik Mobil“-Festival gab es in Jonsdorf bereits eine Oldtimer-Show, die aber nicht richtig funktionierte. Danach hat sich Siegfried Hertrampf, der das jährliche Kfz-Veteranentreffen in Strahwalde mitorganisiert, um die Jonsdorfer Oldtimertage gekümmert. Und seitdem klappt es dort, wird am Bahnhof und mittlerweile auch am Gemeindeamt Klasse statt Masse gezeigt. Die Zusammenarbeit mit Herrn Hertrampf funktioniert wunderbar, wie auch mit allen anderen Verantwortlichen.

Warum gibt es zum Festival eigentlich keinen Höhepunkt in Oybin?

Weil es bisher keinen Macher gibt, der sich dort engagiert. Wir haben schon Ideen, was man in Oybin machen könnte. Zum Beispiel könnte man alte Militärtechnik zeigen, vielleicht sogar gemeinsam mit tschechischen Teilnehmern. Es riecht jedenfalls förmlich danach, Oybin neben den anderen Orten im Zittauer Gebirge bei dem Festival mit einzubeziehen.

Wie haben sich denn die Besucherzahlen in zehn Jahren „Historik Mobil“ entwickelt?

Die sind bis auf zwei Einbrüche in den Jahren 2010 und 2013 fast in jedem Jahr gestiegen. Die Einbrüche in den beiden genannten Jahren sind den Hochwasserereignissen geschuldet, die es in diesen Jahren in der Region gegeben hat. Im Jahr 2010 hat die SOEG nach der Absage des Lückendorfer Bergrennens im Herbst eine Benefizveranstaltung für das Rennen organisiert. Am Ende konnten wir dem MC Robur Zittau eine fünfstellige Summe übergeben.

Wird es für die Besucher zum diesjährigen Festival wieder ein besonderes Highlight geben?

Ja. Zum ersten Mal überhaupt wird im Rahmen des Festivals der IK-Zug präsentiert und auch fahren. Dieser Zug ist ein Gemeinschaftswerk der sächsischen Schmalspurbahnen, er wurde ohne öffentliche Mittel restauriert. Die Lok des Zuges haben wir bereits als Höhepunkt beim Festival im Jahr 2009 präsentiert. Nun sind auch die sieben Wagen des Zuges restauriert. Der Zug kann also mit den originalen Waggons aus dieser Zeitepoche fahren. Für die Sonderfahrten des Zuges bieten wir auch Mitfahrten an, viele Karten sind schon weg.

Gibt es eigentlich für Sie persönlich einen Höhepunkt in der nun zehnjährigen Geschichte des Festivals?

Das war zweifelsohne die 125-Jahrfeier im vergangenen Jahr mit elf historischen Schaubildern und unglaublich vielen Besuchern. Selbst Dresdner Freunde von mir sagen, so etwas hat es in ganz Sachsen noch nie gegeben.

Wohin soll sich das Historik Mobil“-Festival künftig entwickeln?

Zu Beginn war es unser Ziel, das Festival zu verstetigen. Das ist uns gelungen. Nun wollen wir es natürlich weiterführen. Thematisch haben wir bei der SOEG jedenfalls schon die nächsten zwei bis drei Jahre vorgeplant, aber es ist sicher zu verstehen, dass ich inhaltlich dazu noch nichts sagen möchte. Nur so viel: An Lokomotiven und Waggons wird es nur noch einzelne Neuheiten geben, wir werden uns auf touristische Highlights konzentrieren.

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  • Das ist das Festival „Historik Mobil“:
  • Das Festival „Historik Mobil“ findet vom 5. bis 7. August im Zittauer Gebirge statt. Es vereint drei große Veranstaltungen.
  • Schmalspurbahnfestival: Festveranstaltung am Freitag ab 17 Uhr am Bahnhof Bertsdorf mit Präsentation und Schnupperfahrten der VT 137322 und des IK-Zuges sowie Musik der TU Bigband Dresden; am Sonnabend und Sonntag verkehren Sonderzüge auf der SOEG-Strecke.
  • Lückendorfer Bergrennen: Über 250 Teilnehmer aus Europa starten mit knapp 300 Fahrzeugen bei diversen Wertungsläufen auf der Rennstrecke zwischen Eichgraben und Lückendorf; es gibt ein Fahrerlager bei Eichgraben und abends dort auch Musik.
  • Jonsdorfer Oldtimertage: Am Bahnhof und am Gemeindeamt gibt es historische Nutzkraftwagen und Feuerwehren zu sehen.
  • Zwischen allen Festivalorten verkehren an allen Tagen ständig Pendelbusse.