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Die Fassade bröckelt

Das Gemeindeamt in Höckendorf wird saniert. Doch nicht nur das Gebäude selbst soll eine Verschönerung bekommen.

© Karl-Ludwig Oberthür

Von Anja Ehrhartsmann

Höckendorf. An einigen Stellen hat sich der Putz der Außenfassade abgelöst. Auf dem Steinsockel wächst Moos. Die Treppe, die zum Eingang hinaufführt, ist schon an mehreren Stellen geflickt worden. Das Höckendorfer Gemeindeamt könnte optisch mal wieder auf Vordermann gebracht werden, und das soll nun auch passieren. Der Gemeinderat Klingenberg hat am Dienstag den Sanierungsplänen für das alte Schulgebäude mehrheitlich zugestimmt.

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Die umfangreichen Baumaßnahmen gliedern sich in zwei Teile: die Außensanierung des denkmalgeschützten Gebäudes und Neugestaltung der Außenanlagen. Die alte Treppe wird durch eine neue ersetzt. Außerdem sollen die Wege, die vom Parkplatz zum Gemeindeamt führen, anders werden. Nach Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde des Landkreises werden am Gebäude selbst der Natursteinsockel und die Sandsteingewände saniert. Die Fassade wird gereinigt, der teilweise lose Putz erneuert. Schließlich wird das Haus gestrichen und bekommt eine neue Eingangstür.

Nach der Ausschreibung der Bauleistungen muss mit Gesamtkosten von 159 500 Euro gerechnet werden. Damit wird die Baumaßnahme 16 000 Euro teurer, als ursprünglich im Fördermittelantrag angegeben war. Eine Nachförderung sei beim EU-Programm Leader generell nicht möglich, sagte Bürgermeister Torsten Schreckenbach (BfK). Die Verwaltung hatte sich diesbezüglich schon beim Landratsamt erkundigt. Deshalb bleiben die Mehrkosten bei der Gemeinde hängen. Der Anteil, den Klingenberg zuschießt, erhöht sich von rund 65 000 auf 81 000 Euro. Beinahe die Hälfte der Gesamtsumme kann aber mit Fördermitteln aus dem EU-Programm Leader bezahlt werden.

Diese Information ließ viele Gemeinderäte erst mal schlucken. „Die Baukostenentwicklung ist zurzeit schwierig. Aber der Zustand des Gebäudes wird nicht besser, wenn wir warten“, erklärte Torsten Schreckenbach. Das Haus wurde zuletzt 1992 nach einem Wasserschaden grundhaft saniert, sagte der Bürgermeister auf Nachfrage aus dem Gremium. „Wir haben die Möglichkeit, das in einem finanziell verträglichen Rahmen anzugehen und die Schäden am Gebäude in Ordnung zu bringen“

, so das Gemeindeoberhaupt. „Wenn wir es jetzt nicht machen, fallen die Fördermittel wieder weg.“

Ob statt der Eingangstreppen auch ein barrierefreier Zugang zum Gebäude möglich wäre, wollte einer der Gemeinderäte wissen. Um den Höhenunterschied zu überbrücken, müsste eine riesige Rampe gebaut werden, sagte Torsten Schreckenbach und verwies auf den behindertengerechten Eingang an der Seite des Gebäudes. So komme man zumindest ins Erdgeschoss zum Einwohnermeldeamt, dorthin müssten die meisten. Wenn Mitarbeiter aus anderen Bereichen gefragt seien, könnten diese ins Erdgeschoss kommen.

Da die Arbeiten am Gebäude und der Außenanlage bereits Ende April starten sollen, zögerten die Gemeinderäte nicht mit der Vergabe der Bauleistungen. Mit den Natursteinarbeiten wird die Firma Vogt, Naturstein und Denkmalpflege, aus Klipphausen für fast 12 000 Euro beauftragt. Den Gerüstbau übernimmt die Matthes Baumontagen GmbH aus Olbernhau für 4200 Euro. Die Firma HSH Werner Oeser aus Pretzschendorf bekommt für 36 800 Euro den Zuschlag für die Arbeiten an der Fassade. Mit den Malerarbeiten wird die Malerei Grund in Pretzschendorf für fast 6 000 Euro beauftragt. Der Colmnitzer Betrieb von Veit Hocke übernimmt die Klempnerarbeiten für 1700 Euro. Die neue Eingangstür liefert die Tischlerei Arnd Schiffel aus Ruppendorf, die für 4400 Euro den Zuschlag für die Tischlerarbeiten bekommt. Die PTF-Bau Meißen GmbH aus Meißen wird für 3600 Euro mit dem Estrich beauftragt. Die Mauer sanieren wird die Firma Schurig aus Dippoldiswalde für fast 37 000 Euro. Für die neuen Wege ist das Bauunternehmen Weichelt aus Hartmannsdorf-Reichenau für 28 500 Euro zuständig. Die Elektroarbeiten übernimmt Elektro Leiteritz aus Pretzschendorf für 8 600 Euro. Bis Mitte August sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein.