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Meißen

Die fast stumme Frauenkirche

Nur noch eine der fünf Glocken der Meißner Frauenkirche läutet. Bei der Reparatur braucht die Gemeinde Hilfe.

Die Frauenkirche in der Meißner Altstadt ist derzeit keine akustische Sensation.
Die Frauenkirche in der Meißner Altstadt ist derzeit keine akustische Sensation. © Maximilian Helm

Meißen. Am bekanntesten ist die Meißner Frauenkirche zwar für ihr Ensemble von Porzellanglocken, doch hoch im Turm hängen auch einige größere, aus Metall. Doch dem aufmerksamen Glockenspiel-Enthusiasten könnte aufgefallen sein, dass deren Klang längst nicht mehr so voll ist wie vor einigen Jahren. Der Grund ist einfach: Nur noch eine der fünf Glocken läutet.

„Der Grund ist die defekte Läuteanlage“, sagt der Kirchenvorsteher und Architekt Georg Krause. Im Ersten Weltkrieg wurden Bronzeglocken häufig eingeschmolzen, um als Material für Geschütze zu dienen. Dieses Schicksal erlitten auch die Meißner Glocken, die aus diesem Grund 1924 durch fünf neue ersetzt wurden. Diese kamen aus Bochum und waren nicht aus Bronze, sondern aus günstigerem Gussstahl. 1927 wurde die elektrische Glockenanlage installiert und funktionierte fast 80 Jahre lang – doch inzwischen kann nur noch ein kleiner Teil gefahrlos betrieben werden.

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„So eine defekte Steuerungsanlage birgt ein Risiko“, sagt Krause, „im schlimmsten, aber unwahrscheinlichen Fall könnte es anfangen zu brennen.“ Die Kirche ist nun auf Mithilfe angewiesen, da solche Projekte aus Spenden finanziert werden. Die Kosten für eine Erneuerung der Anlage hat bisher noch niemand schätzen können. Eine Firma wird sich dem Problem annehmen müssen.

Die Glocken selbst sind jedoch unversehrt, was auch keine Selbstverständlichkeit ist. Gussstahl rostet, im Gegensatz zur früher häufig verwendeten Legierung Bronze. Deshalb hat auch die St. Afra-Kirche ein ähnliches Problem wie die Frauenkirche: Von den drei Glocken sind zwei Gussstahlglocken außer Betrieb. Nur die älteste, eine große Bronzeglocke, verrichtet weiter ihren Dienst.

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