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Die Flieger kommen

Hoffnungslos starten die Deutschen nicht in die Vierschanzentournee. Ihr letzter Sieg liegt aber einige Zeit zurück.

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© dpa

Von Erik Roos und Thomas Wolfer

Der österreichische Überflieger Gregor Schlierenzauer greift ab Sonntag bei der 62. Vierschanzentournee nach seinem dritten Gesamtsieg in Serie. Bei den vier Wettbewerben gehören auch die deutschen Skispringer zum erweiterten Favoritenkreis. Der erste Saisonhöhepunkt der Skispringer im Olympia-Winter hält einige Fragen bereit.

Was steht an?

Die 62. Vierschanzentournee startet am Sonntag mit dem Auftaktspringen in Oberstdorf. Weiter geht es für die besten Skispringer der Welt beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen (1. Januar), ehe der Tross nach Österreich weiterzieht. Am Ende gewinnt der Springer, der in der Addition aller Wettbewerbe die meisten Punkte gesammelt hat. Seit 1952 findet die Tournee jährlich um den Jahreswechsel statt. Neben dem siebenköpfigen Weltcup-Team dürfen in den deutschen Tournee-Orten sechs Springer aus der nationalen Gruppe starten. Danach wird das Aufgebot auf sieben Athleten reduziert.

Wer sind die Favoriten?

Nach seinen beiden Triumphen in den Vorjahren ist der Österreicher Gregor Schlierenzauer neben dem Gesamtweltcup-Führenden Kamil Stoch aus Polen und Weltmeister Anders Bardal aus Norwegen einer der großen Favoriten. Zum Kreis der Geheimfavoriten gehören neben den deutschen Adlern um Serverin Freund und Andreas Wellinger auch die Japaner um Oldie Noriaki Kasai oder Vierfach-Olympiasieger Simon Ammann aus der Schweiz.

Welche Chancen haben die Deutschen?

Serverin Freund aus Rastbüchl gilt momentan als konstantester deutscher Springer. Der fünfmalige Weltcupgewinner hat es in der Gesamtwertung der Tournee bislang zwar noch nicht auf das Podest geschafft, im Olympia-Jahr könnte das jedoch gelingen. Andreas Wellinger (Ruhpolding), zuletzt Zweiter in Engelberg, werden vordere Platzierungen zugetraut. Dem 18-Jährigen fehlt allerdings noch die Konstanz. Richard Freitag aus Aue kehrt nach einer Knochenhautentzündung in die Mannschaft zurück.

Wann feierten die Deutschen zuletzt?

Sven Hannawald gelang in der Saison 2001/2002 der bislang letzte deutsche Tournee-Gesamtsieg. Dabei gelang dem Hinterzartener das bisher einmalige Kunststück eines „Grand Slams“. Hannawald gewann bei allen vier Springen und sicherte sich so souverän den Titel. Ein Jahr später wurde er Zweiter. Den letzten Podestplatz in der Gesamtwertung belegte Michael Neumayer im Winter 2007/2008 als Dritter. Den letzten deutschen Tagessieg feierte Hannawald 2002 in Oberstdorf.

Wie hoch ist das Preisgeld?

Der Tournee-Gesamtsieger erhält wie im Vorjahr ein Preisgeld in Höhe von 20.000 Schweizer Franken – umgerechnet etwa 16 300 Euro. Insgesamt schütten die Veranstalter in diesem Winter eine Rekordsumme von 315.000 Franken – etwa 257.000 Euro – an die Besten aus. Erstmals erhalten die Sieger der Qualifikationsspringen am Tag vor den Wettkämpfen 2.000 Euro für den ersten Platz. Damit soll die Wertigkeit des Wettbewerbes weiter gesteigert werden.

Welche Chancen hat Ahonen?

Der 36-jährige Finne Janne Ahonen startet in dieser Saison bereits sein zweites Comeback. Mit fünf Gesamtsiegen bei der Vierschanzentournee gewann er das Event so oft wie kein anderer. Mittlerweile ist der „Königsadler“, wie er in seiner Heimat genannt wird, aber nur noch einer unter vielen. Zuletzt hatte der fünfmalige Weltmeister 2008 triumphiert. (sid)

TV-Tipp: ARD: Oberstdorf, Sonnabend, 16.30 Uhr: Qualifikation. Sonntag, 16.30 Uhr: Auftaktspringen.