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Die Fresken vom Belvedere

Carl Gottlieb Peschel war der Schöpfer der berühmten Fresken im Belvedere von Dürrröhrsdorf-Dittersbach. In seinem 140. Todesjahr wird an ihn erinnert.

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Mit den Fresken entstand nicht nur ein Romantikdenkmal, sondern vermutlich das erste Goethe-Denkmal.
Mit den Fresken entstand nicht nur ein Romantikdenkmal, sondern vermutlich das erste Goethe-Denkmal. © privat

Mit seinen Fresken im Belvedere auf der Schönen Höhe bei Dittersbach schuf Professor Carl Gottlieb Peschel nicht nur ein schönes Romantikdenkmal, sondern auch das erste Goethedenkmal Deutschlands. C.G. Peschel wurde am 31. März 1798 als Sohn des Finanzbeamten Peschel in Dresden geboren. Ab 1612 studierte er Malerei an der Kunstakademie in Dresden. Als Mitarbeiter von Carl Christian Vogel von Vogelstein gestaltete er mit ihm das Deckenbild des Pillnitzer Schlosses.

1825 reiste er für ein Jahr nach Rom. Hier schloss er sich der Künstlergruppe der Nazarener an, zu denen unter anderen Schnorr von Carolsfeld, Peter Cornelius und Overbeck gehörten. Ihr Ziel war ein religiös gestaltetes und auf die Renaissance ausgerichtetes Schaffen. Eine lebenslange Freundschaft verband ihn mit Ludwig Richter und Ernst Oehme. Sie wurden scherzweise „Die heiligen drei Könige“ genannt. Nach Deutschland zurückgekehrt, musste er zunächst notgedrungen Schnupftabakdosen für eine Fabrik bemalen. Dann wurde der Dresdner Kunstverein auf ihn aufmerksam und kaufte ein erstes Gemälde, „Rebekka am Brunnen“. Danach engagierte ihn Johann Gottlob von Quandt für die Ausgestaltung seines kleinen Schlösschens, dem Belvedere, auf der Schönen Höhe bei Dittersbach, welches er 1831 errichtet hatte. Quandt hatte Peschel schon während seiner Tätigkeit im Dresdner Kunstverein kennengelernt. Im engen Kontakt mit Quandt schuf Peschel von 1836 bis 1838 im kleinen Saal des Belvederes großformatige Fresken zu den Goetheballaden „Der Sänger, Erlkönig, Der Fischer, Der König in Thule und Geistesgruß“. Den Plan für die Deckengestaltung lieferte übrigens Gottfried Semper.

Die Fresken zeichnen sich durch eine beachtliche Qualität aus und beweisen Peschels künstlerisches Vermögen auf dem Gebiet der Wandmalerei. Schon während dieser Arbeit wurde Peschel zum Nachfolger des Zeichenmeisters Stölzel an die Dresdner Kunstakademie berufen. 1846 erfolgte die Ernennung zum Professor und 1859 die Aufnahme in den Akademischen Rat. Viele seiner Werke, wie die Ausmalung des Coselschlösschens in Dresden, wurden durch den 1945 erfolgten Bombenangriff vernichtet. Die Dresdner Gemäldegalerie besitzt die zwei Bilder „Jakobs Heimzug“ und „Christus, das Abendmahl austeilend“ von ihm. Auch die Altarbilder in den Kirchen in Auerbach/Vogtland und Staucha blieben erhalten. Für Wilhelm Walther, dem Erschaffer des Dresdner Fürstenzuges, war es eine Ehre, seinen ehemaligen Lehrer mit einzufügen. Am 3. Juli 1879 verstarb Carl Gottlieb Peschel in Dresden. (Strohbach)

Service: Führungen im Belvedere von Ostern bis Oktober, sonntags von 13 bis 17 Uhr. Außerhalb dieser Zeit bei Quandtverein 1 03502691046 melden.