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Die Füchse sind komplett

Die Lausitzer schaffen es, die Abgänge zu ersetzen – zunächst nominell. Nun muss das neue Team zusammenwachsen.

© Thomas Heide

Von Sven Geisler

Die heißeste Zeit im Eishockey sind sicher die Play-offs, aber im Sommer wird die Grundlage gelegt: mit den Personalplanungen. Der Kader der Lausitzer Füchse für die neue Saison in der zweiten Liga steht, was besonders bemerkenswert ist, weil die Weißwasseraner Leistungsträger ziehen lassen mussten, darunter die fünf besten Scorer, also Torschützen und Vorlagengeber. Das ist nicht etwa der Fluch der guten Tat, sondern das Konzept, Talente zu entwickeln.

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„Es sind in der Tat einige gute Spieler in die DEL und nach Schweden gegangen“, sagt Hannu Järvenpää. Der finnische Trainer der Füchse klagt jedoch nicht: „Ich freue mich für sie, sie haben diese Chance verdient.“ Der Umbruch ist groß, fast die halbe Mannschaft musste ersetzt werden. „Ich sehe das nicht als Problem, sondern als große Chance“, meint Järvenpää. In der Vorbereitung, die am 1. August beginnt, werde er den Focus darauf legen, dass das Team als Einheit zusammenwächst.

In dieser Woche wurde mit dem kanadischen Verteidiger Chris Owens die vierte Stelle für einen ausländischen Profi besetzt. Der 24-Jährige spielte zuletzt mit dem ungarischen Klub Alba Volán Székesfehérvár in der EBEL, der höchsten Liga Österreichs – genau wie sein Landsmann Christopher Bodo. Für Järvenpää sind die Neuzugänge keine Unbekannten. Bevor er im Frühjahr 2016 in die Lausitz kam, hatte er Székesfehérvár trainiert und insgesamt sieben Jahre in der EBEL gearbeitet. Außer den spielerischen Qualitäten kann er also die charakterlichen Eigenschaften gut einschätzen.

Zudem wurde der Vertrag mit Kyle Just, ebenfalls Kanadier, verlängert, der schon zum Ende der Vorsaison aus Ungarn gekommen war. Mit dem 32 Jahre alten Schweden Anders Eriksson hat Weißwasser einen erfahrenen Stürmer verpflichtet, von dessen gutem Schuss der Trainer schwärmt. „Die Torhüter in unserer Liga kennen ihn noch nicht, aber das wird sich ändern“, sagt Järvenpää.

Man dürfe nicht erwarten, dass die Neuen die abgewanderten Spieler wie Dennis Swinnen (Ingolstadt), Jeff Hayes oder Patrick Parkkonen (beide Karlskoga/Schweden) eins zu eins ersetzen. „Ich vertraue aber darauf, dass sie alles für die Füchse geben“, meint der Coach – und fügt hinzu: „Ein paar Tore werden sie mit Sicherheit auch schießen.“ Damit die Lausitzer ab 15. September wieder eine gute Saison spielen.