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Weihnachten

Die fünf beliebtesten Spielzeuge

Eine Ebay-Analyse zeigt: Klassiker funktionieren auch heute noch. Aber sie müssen weiterentwickelt werden.   

Judith (links) und Ida finden Lego voll cool. Ihrem Papa Paul Zweiniger kribbelt es auch schon in den Fingern. Die drei spielen bei Galeria Kaufhof in Chemnitz. © Foto: Toni Söll

 Der Wunschzettel für Weihnachten ist wie ein Einkaufszettel, den Kinder ihren Eltern schreiben. „In der Regel kommen unsere Kunden tatsächlich mit einem Zettel und fragen nach einem ganz konkreten Spielzeug“, sagt Jörg Krieger. Er ist für die Spielwarenabteilung in der Galeria Kaufhof in Chemnitz zuständig. Für Spielwarenhändler wie ihn ist der Advent die wichtigste Zeit des Jahres. „Jetzt erwirtschaften wir rund 40 Prozent des gesamten Umsatzes“, sagt Steffen Kahnt vom Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels. 3,1 Milliarden Euro geben die Deutschen pro Jahr für Spielzeug aus. Der Online-Händler Ebay hat zwischen September und Oktober analysiert, nach welchen Herstellernamen am häufigsten gesucht wurde. Die Ergebnisse stimmen größtenteils mit den Erfahrungen des Chemnitzer Händlers überein.   

Die Nummer 1: Lego Lego-Steine sind bei Kindern beliebt, weil sie selbst Häuser, Maschinen oder Tiere zusammenbauen und frei konstruieren können. Eltern mögen sie, weil ihre Kinder sich damit lange beschäftigen und ihre Kreativität angeregt wird. „Sie müssen sich gleichzeitig konzentrieren und Ausdauer beweisen“, sagt Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Christine Tappert. Das münde in ein Erfolgserlebnis. Außerdem sind die Plastikklötzchen nahezu unzerstörbar und unabhängig von der Bausatzreihe und dem Herstellungsjahr miteinander kompatibel. „Ich habe noch Steine aus meiner Kindheit zu Hause, die sich mit den neuen verbauen lassen“, sagt der 52-jährige Jörg Krieger. Zudem bringt das Unternehmen regelmäßig Neuheiten auf den Markt, in diesem Jahr etwa das Hogwarts-Schloss von Harry Potter. Der Däne Ole Kirk Christiansen hat das System 1932 auf den Markt gebracht. Jetzt ist die Firma der größte Spielzeughersteller der Welt und auch bei Erwachsenen beliebt. Diese kaufen in den Themenbereichen Technik und Star Wars die Bausets für sich. Oftmals seien das hochpreisige Sammlerobjekte, die bis zu 800 Euro kosten können, so Krieger.

Die Nummer 2: Playmobil Die kleinen Plastikfiguren von Playmobil haben es auf den zweiten Platz geschafft. Seit 1974 bringt die geobra Brandstätter Stiftung & Co. KG mit Sitz in Zirndorf bei Nürnberg Figuren auf den Markt, inzwischen um die 100 Millionen pro Jahr. 2018 kamen zum Beispiel Charaktere von Ghostbusters hinzu, für 2019 plant das Unternehmen Figuren der Space Police. Während Lego kleine Konstrukteure und Tüftler anspricht, ist Playmobil eher etwas für Kinder, die gleich losspielen wollen. „Das ist wichtig, denn das freie Spiel fördert die Teamfähigkeit“, so Therapeutin Tappert.   

Die Nummer 3: Barbie Immer schön ist die Modepuppe von Mattel, und sie behauptet sich seit vielen Jahren in den Kinderzimmern. Bei Ebay schafft sie es auf den dritten Platz. Bei Kaufhof in Chemnitz aber spielt Barbie eine untergeordnete Rolle. „Bei uns werden eher Produkte von Baby Born und Baby Annabell gekauft“, so Krieger. Die Firmen haben 􀀁 􀀁 ihr Sortiment massiv aufgepeppt und bieten nun Zubehör wie eine Toilette mit Spülgeräusch oder einen ferngesteuerten City Scooter an, mit dem das Püppchen durchs Kinderzimmer rollt. Eine Babypuppe findet sich auch auf der Top-Ten-Spielzeugliste, die der Handelsverband Spielwaren immer rechtzeitig vor dem Fest herausgibt, um Kaufanreize zu setzen. Es ist die interaktive Luvabelle, die dank eingebauter Sensoren lernfähig ist und auf Ansprache reagiert. Sie soll sogar kichern, wenn sie gekitzelt wird, so Verbandschef Kahnt.

Die Nummer 4: Schleich-Figuren Mädchen bevorzugen Rollenspiele. Die meisten von ihnen lieben Pferde. Die Firma Schleich aus Schwäbisch Gmünd bedient diese Vorlieben und setzt zunehmend auf Spielsets. Das heißt: Die bekannten Einzelfiguren werden in Szenarien integriert. Für die Pferde gibt es nun einen Reiterhof mit Wohnhaus und Stall. Der Tierarzt kommt im Krankenwagen für Pferde an der Koppel vorbei oder hält gern auch an der Reitschule an. „Das Zubehör wird stark nachgefragt“, sagt Krieger. Das Unternehmen spürt das in den Absatzzahlen: 2017 hat es 18 Prozent mehr Umsatz gemacht und ist auf den siebenten Platz des deutschen Spielwarenmarktes aufgerückt.   

Die Nummer 5: Nerf-Pistolen Die meisten Jungs finden Spielzeugpistolen großartig – ganz egal, was ihre Eltern davon halten. Entsprechend werden Produkte von Nerf sehr häufig nachgefragt. Die Marke gehört zum US-amerikanischen Spielzeughersteller Hasbro. Ihr Name steht für Non-Expanding Recreational Foam. Das ist das Material, aus dem die Geschosse gefertigt sind: formfester Spielzeug-Schaumstoff. Statt der weichen Darts kommen nun auch Infrarotstrahlen zum Einsatz. In Chemnitz selten verkauft, dafür auf der Top-Ten-Liste der Branche. Beliebt bleiben Klassiker wie Eisenbahn und Autos oder Lizenzware wie Figuren aus Filmen wie „Frozen“ oder „Cars“. Und: „Ich beobachte seit zwei Jahren, dass junge Leute vermehrt zu Gesellschaftsspielen greifen“, sagt Krieger. Das allerdings passiere erst kurz vor knapp – sozusagen als Notlösung für Spätentschlossene. (mit dpa)   

Vorsicht bei Smart Toys

Smartes Spielzeug gibt Töne ab, bewegt sich, erkennt Gesichter und Stimmen und hört aufs Wort.

Aber ohne gründlichen Datencheck sollte es nicht gekauft werden, rät die Verbraucherzentrale Niedersachsen.

In der Datenschutzerklärung steht, ob, wie und zu welchem Zweck solche Spielgeräte Daten, Nutzungs- und Spielinfos speichern. Nutzungsprofile von Kindern zu erstellen, ist verboten.

Mikrofon und Kamera müssen sich in der Steuerungs-App oder mit Schaltern am Spielzeug deaktivieren lassen. 

Bedienungsanleitungen finden sich meist auf den Websites der Hersteller.

Der Zugriff auf vernetztes Spielzeug sollte sich etwa mit änderbarer PIN bei Bluetooth-Verbindungen absichern lassen können.